Salus BKK & BIG direkt gesund: Geplatzte Fusion von Krankenkassen
Die Fusion sollte die eigene Zukunftsfähigkeit sichern und für die Kunden vieles verbessern. Doch nun begraben zwei Kassen ihre Pläne wieder. Im vergangenen Jahr hatten die Salus BKK und die BIG direkt gesund angekündigt, sich zusammenschließen zu wollen. Nun ist die geplante Fusion der beiden Krankenkassen abgesagt. Der im September 2025 geschlossene Kooperationsvertrag werde nicht weiterverfolgt, teilte die Salus BKK mit. Übereinstimmungen zu gering "Nach genauer Betrachtung der Ist-Situation und der Suche nach einer möglichen gemeinsamen Zukunft wurde deutlich, dass die Übereinstimmungen zu gering und die zu erwartenden Vorteile für die Versicherten nicht in ausreichendem Maße gegeben sind", stellt Albrecht Ehlers, Verwaltungsratsvorsitzender der Salus BKK, fest. Beide Kassen hatten seit September vergangenen Jahres eine umfassende Prüfung zur finanziellen Situation und zur Zukunftsfähigkeit beider Kassen durchgeführt. Dabei sollten mögliche Synergien und Vorteile identifiziert werden. Dabei ist man offenbar nicht fündig geworden. 600.000 Versicherte betroffen: Zwei Krankenkassen prüfen Fusion Radikaler Vorschlag für Warken: Kassenchef will Gesundheitsabo für 150 Euro Im vergangenen September klang dies noch ganz anders: "Von Anfang an war klar: Wir passen hervorragend zusammen. Wir denken ähnlich, insbesondere bei den Themen Digitalisierung und Kundenausrichtung, und ergänzen uns auch betriebswirtschaftlich", ließ sich Ehlers damals zitieren. Vorständin Ute Schrader ergänzte: "Wir werden durch die geplante Fusion viele Synergieeffekte generieren, die unseren Kundenservice verbessern und ausbauen." In ihrer aktuellen Pressemitteilung betont die Salus BKK erneut ihren Kundenservice, den man mit "ausgesprochen geringen Verwaltungskosten" anbieten könne. "Diese Werte müssen auch einer potentiellen Fusion standhalten", heißt es weiter. Übersetzt bedeutet dies: Hier lagen die Vorstellungen offenbar merklich auseinander. Keine Übereinstimmung zur zukünftigen Ausrichtung Deutlich wortkarger kommentiert die BIG direkt gesund die geplatzte Fusion. Die Verwaltungsratsvorsitzenden der Kasse seien zu dem Schluss gekommen, "dass die strategische Passung nicht gegeben ist", heißt es in einer Pressemitteilung. Im Rahmen der Gespräche sei klar geworden, dass die jeweiligen Vorstellungen zur zukünftigen Ausrichtung nicht übereinstimmen. Robert Leitl, Verwaltungsratsvorsitzender der BIG direkt gesund, hatte die geplante Fusion im vergangenen Jahr noch als konsequenten Schritt, um die eigene Zukunftsfähigkeit zu sichern, bezeichnet. Die Krankenkassen stehen derzeit vor großen Herausforderungen, wie wachsende Anforderungen durch die Digitalisierung oder der Fachkräftemangel, die für größere Organisationen besser zu bewältigen sind. Linnemann fordert Mindestgröße Durch die Fusion wären BIG direkt gesund und Salus BKK auf rund 650.000 Kunden gekommen. Dies ist immer noch deutlich unter der Marke, für die sich jüngst CDU-Generalsekretär Carsten Linnemann ausgesprochen hatte. Linnemann hatte gefordert, dass Krankenkassen künftig mindestens eine Million Mitglieder haben müssen. Zu Jahresbeginn erfüllten von den 93 Krankenkassen nur 17 diese Forderung. Welche das sind, können Sie hier nachlesen.