ESC mit Sarah Engels: Hape Kerkeling spricht Klartext
Am Samstag tritt Sarah Engels für Deutschland beim Eurovision Song Contest an. Die Aussichten bisher: nicht sehr rosig. Auch Entertainer Hape Kerkeling ist skeptisch. Er gilt als Instanz im deutschen ESC-Kosmos: Hape Kerkeling moderierte von 1989 bis 1991 den deutschen Vorentscheid zum europäischen Musikwettbewerb. Im Jahr 2010 war er Präsident der fünfköpfigen Jury sowie Präsentator der deutschen Punktevergabe des damaligen Eurovision Song Contests. Damit ist Kerkeling bis heute mit dem größten Erfolg der jüngeren ESC-Geschichte verbunden: dem Sieg von Lena Meyer-Landrut mit ihrem Song "Satellite". Sarah Engels: ESC-Voting lässt die deutsche Hoffnung sinken Hape Kerkeling ist und bleibt großer Fan des Wettbewerbs – auch aus politischen Gründen. "Dass die Nationen Europas, die sich über Jahrhunderte und Jahrtausende zerstritten waren und die sich die Köppe eingeschlagen haben, an einem Abend gemeinsam singen und ihre Hymne des Jahres küren – wie schön ist das denn?", so der Entertainer in der neuen ARD-Dokumentation "70 Jahre ESC – More than Music". Was Deutschlands Chancen angeht, sieht er hingegen schwarz. Seine Erfahrungen aus den Vorjahren summieren sich zu düsteren Erwartungen: "Die Deutschen haben keine Lobby", sagt Kerkeling und erläutert seine Position so: "Wenn der Lette auftritt, kriegt er Punkte aus Estland und Litauen . Wenn der Schwede singt, freut er sich über Punkte aus Finland, Dänemark und Island . Singt der Deutsche – dann kriegt er nicht mal einen Punkt aus Österreich . Wir stehen allein auf weiter Flur." "Wir können nur zu Tränen rühren in Unschuld" Für Sarah Engels sind das keine guten Vorzeichen. Auch die Buchmacher sehen die deutsche ESC-Sängerin aktuell auf den hinteren Rängen. Favorisiert werden andere Teilnehmer wie Finnland, Frankreich, Griechenland oder Dänemark. Sarah Engels Song "Fire" landet laut Prognose auf Platz 21. Auch Sänger und Moderator Oliver Schulz wird in der Doku deutlich: Als deutscher Fan habe man oft das Gefühl, zur "Loser-Nation zu gehören, die sowieso nichts reißt", sagt er. Warum das so ist, führt Kerkeling auch darauf zurück, wie "der Deutsche" von außen wahrgenommen wird. "Mit lustigen Liedern lassen sie uns nicht gewinnen. Der Deutsche ist nicht lustig in den Augen der anderen." Man habe nur eine Chance: "Wir können nur zu Tränen rühren in Unschuld, dann vergibt man uns alles."