Saab: Letzte Autos auf Trollhättan zur Auktion – lange nach Insolvenz
Mehr als ein Jahrzehnt nach der Insolvenz endet in Trollhättan ein weiteres Kapitel der Saab-Geschichte. Die letzten Fahrzeuge aus dem Werk kommen nun unter den Hammer. Fast 80 Jahre nach dem ersten Saab verlassen die letzten Fahrzeuge das Werk in Trollhättan. Ende Mai versteigert die insolvente Saab-Nachfolgefirma NEVS ihre verbliebenen Autos und setzt damit den Schlusspunkt hinter die Geschichte der Marke am einstigen Stammsitz. Vom 21. bis 30. Mai kommen insgesamt acht Fahrzeuge aus dem Bestand von NEVS unter den Hammer. Zu den angebotenen Fahrzeugen gehören drei fahrbereite Vorserienmodelle des Saab 9-3 aus dem Jahr 2014, darunter zwei Aero-Varianten mit Benzinmotor. Außerdem werden mehrere Elektro-Prototypen versteigert, die NEVS nach der Saab-Insolvenz entwickelt hatte. Einer davon verfügt über vier Radnabenmotoren, ein weiterer wurde für autonomes Fahren genutzt und ist mit Kameras, GPS- und Lidarsystemen ausgestattet. Nur 469 km auf dem Tacho: Dieser seltene Saab ist beinahe fabrikneu Hinzu kommt ein Elektrofahrzeug mit sogenanntem Range Extender, bei dem ein Verbrennungsmotor die Batterie während der Fahrt nachladen kann. Verkauft werden sie ohne Mindestpreis. Die Auktion endet mit einem Besucher-Event im ehemaligen Saab-Werk, dessen Tore am 30. Mai noch einmal für Interessierte geöffnet werden. Sehen Sie hier das Teaservideo des Auktionshauses: Saab: Aufstieg und Niedergang Saab hatte 1947 sein erstes Auto vorgestellt, zwei Jahre später begann die Serienproduktion in Trollhättan. Bekannt wurde die Marke später unter anderem mit Turbo-Motoren und eigenständigen technischen Lösungen. In Deutschland wird die Marke von vielen mit den coupéhaften Modellen verbunden, die häufig von Lehrern gefahren wurden. 1989 stieg General Motors bei Saab ein und übernahm den Hersteller später vollständig. Spätestens mit der Finanzkrise geriet auch Saab zunehmend unter Druck. General Motors verkaufte die Marke 2010 an den niederländischen Sportwagenhersteller Spyker, doch schon ein Jahr später folgte die Insolvenz . 2012 übernahm die Firma National Electric Vehicle Sweden (NEVS) große Teile der Konkursmasse und plante einen Neustart mit Elektroautos auf Basis des Saab 9-3. Dazu kam es jedoch nie dauerhaft. Nachdem Investoren abgesprungen waren und die finanziellen Probleme zugenommen hatten, verlor NEVS 2014 die Rechte am Markennamen Saab. In den folgenden Jahren arbeitete das Unternehmen weiter an Elektro- und Entwicklungsfahrzeugen, unter anderem für autonomes Fahren. Ende 2024 folgte schließlich die Insolvenz von NEVS. Die nun versteigerten Fahrzeuge stammen aus dieser letzten Entwicklungsphase. Viele von ihnen wurden nie für die Serie vorgesehen und dienten lediglich als Versuchsträger oder interne Testfahrzeuge.