Tag gegen Homophobie: Vielfalt statt Hass: Regenbogenflagge am Landtag Brandenburg
Sie ist ein Symbol für Toleranz und gegen Ausgrenzung: die Regenbogenflagge. Sie weht wieder am Brandenburger Landtag. Von einer Fraktion kommt scharfe Kritik.
Die Regenbogenflagge weht am Brandenburger Landtag - als Zeichen für mehr Offenheit und gegen Hass. "Jeder von uns ist einzigartig", sagte Landtagspräsidentin Ulrike Liedtke heute. Es sei unverständlich, wenn noch immer queere Menschen mit Hindernissen zu kämpfen hätten - im Alltag, bei der Jobsuche, auf Behörden. "Es ist grundfalsch, deshalb die eigene Identität lieber geheim zu halten aus Angst vor Diskriminierung - ein unerträglicher Zustand in einem freien Land."
Die queere Gesellschaft warnt vor Ausgrenzung: "Queeres Leben in Brandenburg bedeutet leider noch immer zu oft: Angst, Unsicherheit, Beleidigungen im Bus, Spucken auf offener Straße, Bedrohungen bei CSDs (Christopher Street Days)", sagte der Geschäftsführer des Verbands Queere Vielfalt Berlin-Brandenburg, Florian Winkler-Schwarz. Menschen müssten sich überlegen, ob sie die Hand ihres Partners in der Öffentlichkeit lieber losließen. "Wir müssen lauter werden, nicht leiser, denn queere Rechte, das ist kein Lifestyle-Thema - sie sind der Gradmesser für eine Demokratie."
AfD-Landeschef hält Regenbogenkult für Dekadenz
Die AfD lehnt Regenbogenflaggen ab und sieht die queere Community kritisch. "Der Regenbogenkult ist pure Dekadenz", hatte der AfD-Landesvorsitzende René Springer per Mitteilung am Samstag erklärt. "Brandenburg braucht keine weiteren Regenbogeninszenierungen, sondern endlich eine Regierung, die sich wieder um Sicherheit, Wohlstand und die Interessen der eigenen Bevölkerung kümmert."
Gleichstellungsminister René Wilke (SPD) wandte sich vor dem Hissen der Regenbogenflagge gegen die AfD. "Wir wollen nur, dass Menschen frei sich entfalten und leben können. Nicht mehr und nicht weniger", sagte Wilke. "Und deswegen rufe ich all jenen, die es zum Problem machen, heute einfach nur zu: Kriegt euch wieder ein!" Der Verfassungsschutz Brandenburg stuft die AfD als rechtsextremistisch ein.
Der SPD-Politiker Wilke zeigte sich "ein Stück weit wütend", weil in den vergangenen Jahrzehnten selbstverständliche Begriffe wie Vielfalt, Toleranz und Buntheit "plötzlich zu Kampfbegriffen geworden" seien.
Auch am Gleichstellungsministerium weht die Flagge. Anlass ist der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transfeindlichkeit, der am Sonntag mit Aktionen und Kundgebungen begangen wurde.
