Iran: Trump bläst neue Angriffe nach Intervention der Golf-Staaten ab
Donald Trump hat neue Angriffe auf den Iran in letzter Sekunde gestoppt. Die Verbündeten am Golf machen Druck. Nicht das einzige Problem für den Präsidenten. Er macht's nicht. Er macht's. Er macht's nicht. Viel war spekuliert worden über das weitere Vorgehen von US-Präsident Donald Trump im Konflikt mit dem Iran . Alle rechneten mit einem neuen Militärschlag der USA . Dann kam zu Wochenbeginn die vorläufige Absage: Er habe "eine Stunde" vor dem Befehl zu neuen Angriffen gestanden, aber sich dann anders entschieden, legte Trump offen. Eine dramatische Wende. Der Präsident liebt das Drama. Und vor allem den öffentlichen Erfolg. So bemühte sich Trump, die Absage der Angriffe nicht als Rückzieher erscheinen zu lassen. Die Verbündeten am Golf hätten ihn gebeten, auf die Angriffe zu verzichten, behauptete Trump. Überblick: Alle Entwicklungen im Nahost-Newsblog Öl-Kollaps: Bricht der Öl-Kreislauf bald zusammen? Eines war schon vorab klar. Während der Reise nach China konnte keine militärische Eskalation am Golf erfolgen. Im engsten Kreis beriet Trump dann am vergangenen Wochenende die Lage. Darunter Vizepräsident JD Vance, Außenminister Marco Rubio, CIA-Direktor John Ratcliffe sowie Sondergesandter Steve Witkoff. Hegseth und der Plan zur Eskalation Recherchen von CNN und anderer US-Medien legen nun offen, wie es zu Trumps Entscheidung kam. So hatte die "New York Times" die Überlegungen für verschiedene militärische Optionen der US-Armee in Iran offengelegt. Eine davon: die Besetzung der iranischen Öl-Insel Kharg in der Straße von Hormus . Über diese Insel wird der iranische Öl-Export abgewickelt. Wegen der steinigen Küste ist die Insel aber auch schwer einzunehmen. Dennoch stimmte Pentagon-Chef Pete Hegseth schon mal auf eine mögliche Neuaufnahme der Gefechte ein. "Wir haben einen Eskalations-Plan, falls notwendig", wird Hegseth in der "New York Times" zitiert. Trump war grundsätzlich nicht abgeneigt. Zwar liefen parallel Verhandlungen mit dem Iran über ein Ende des Krieges. Aber Trump beklagte sich mehrfach über den Fortgang der Gespräche. Immerhin soll ihm Chinas Staatschef Xi Jinping zugesichert haben, den Iran nicht offen zu unterstützen. Zuvor waren Lieferungen sogenannter MANPADs aus China bekannt, Flugabwehrraketen, die von einem Mann bedient werden können. Geheimdienstberichte legen nahe, dass die Systeme von Privatfirmen geliefert wurden. Doch ist schwer vorstellbar, dass in China etwas ohne Wissen der Staatsspitze geschieht. Der Iran verfügt über zwei strategische Vorteile in dem Konflikt: Straße von Hormus: Durch die Schiffspassage wird ein Fünftel des weltweiten Gas- und Ölbedarfs transportiert. Seit Kriegsbeginn Ende Februar ist die Schifffahrtsstraße dicht. Die Folgen spürt auch Trumps Anhängerschaft an der Zapfsäule. Sie könnte aber auch die globale Wirtschaft noch hart treffen. Energieexpertin Natasha Kaneva von der US-Bank J.P. Morgan warnt in einer Analyse vor einem Kollaps des weltweiten Ölkreislaufs im September. Drohnen-Angriffe: Seit Ausbruch des Kriegs greift der Iran die US-Verbündeten am Golf mit Drohnen und Raketen an. Erst am Sonntag gab es einen Attacke auf einen Atommeiler in Abu Dhabi. Trumps Verbündete in der Region verlieren die Geduld. Joseph Farsakh vom Center for Strategic and International Studies (CSIS) in Washington sagte jetzt: "Die Golf-Staaten sind extrem nervös, da sie wissen, dass militärische Maßnahmen der USA im Falle von Vergeltungsangriffen auf sie zurückfallen könnten." Trump selbst machte die Wünsche der Golfstaaten öffentlich. Doch kommt auch Trumps Persönlichkeit ins Spiel. Er gibt nicht irgendwelchen Wünschen nach. Man muss ihn schon bitten. "Saudi-Arabien, Katar, die Vereinigten Arabischen Emirate und einige andere haben mich gefragt, ob wir die Entscheidung um drei Tage, also um einen kurzen Zeitraum, verschieben könnten", sagte Trump. Trumps Persönlichkeit, so Experten, ist für einen Frieden mit Iran mindestens so entscheidend wie die Abkehr des Regimes von seinem Atomprogramm. Laut Experten wie Farsakh gibt es Bewegung in den Verhandlungen. Doch bleibt ein entscheidendes Problem: Vali Nasr, Farsakhs Kollege am CSIS in Washington, umschreibt es im Iran-Podcast des Instituts so: Das Regime in Teheran "will sich nicht auf einen Deal einlassen, der Trump die Chance bietet, einen Sieg zu erklären." So geht es nicht allein um eine Lösung im Konflikt um das iranische Atomprogramm, sondern auch um ein Ergebnis, das sowohl der Iran als auch Trump als Erfolg verkaufen können. Nicht einfach.