Mit 32 Jahren ist Jana Wosnitza eine der aufstrebenden Moderatorinnen bei RTL. Im Interview mit t-online blickt sie auf berufliche Wagnisse und private Rückschläge. Heute Abend steht für RTL ein Großereignis an: In Deutschland besitzt der Privatsender die Alleinübertragungsrechte für das Finale der Europa League in Istanbul . Als wäre das nicht schon groß genug, spielt auch noch ein deutsches Team um den Titel. Der SC Freiburg trifft auf Aston Villa. Ab 20.15 Uhr werden Millionen Menschen mit dem Team von Julian Schuster mitfiebern – und dabei womöglich zum ersten Mal eine Journalistin zu Gesicht bekommen, die bei RTL längst als etablierte Moderationsgröße gilt. Jana Wosnitza ist besonders in NFL-Kreisen seit Jahren ein bekannter Name: Seit 2023 moderiert die gebürtige Kölnerin für RTL die Football-Spiele aus den USA . Seit dieser Saison verstärkt sie zudem das Fußball-Team von RTL – und rückt immer mehr in die erste Reihe vor. Europa-League-Finale: Das 28-Millionen-Euro-Spiel für Freiburg Vor Finale: Freiburg-Profi bekommt Titel-Auftrag von Tochter Endspiel in Istanbul: Diese sieben Freiburg-Stars machen Aston Villa Sorgen "In erster Linie hoffe ich, man unterhält sich im Nachgang zur Sendung über das Spiel und nicht über mich, denn niemand ist größer als der Sport", sagt Wosnitza auf die Frage, was Zuschauer nach dem Finale von ihr in Erinnerung behalten sollen. "Ich verstehe Sport als Entertainment. Ich freue mich, wenn die Zuschauer eine gute Zeit hatten und sich emotional und inhaltlich abgeholt fühlten." Ihr journalistischer Anspruch sei es, aus den Protagonisten am Mikrofon "mehr herauszubekommen, als sie mir eigentlich verraten wollten". Die 32-Jährige führt Interviews mit Trainern und Spielern, versucht, die bevorstehende Aufgabe im Vorlauf gebührend anzumoderieren und im Nachhinein die entsprechenden Emotionen zu transportieren. Keine leichte Aufgabe: Die Berichterstattung in dem Genre ist in den vergangenen Jahren vielerorts mehr Phrasensport als Rasensport. Bei einem solchen Finale wie an diesem Mittwoch steigt die öffentliche Aufmerksamkeit: "Natürlich merkt man, dass es sich um ein internationales Finale mit deutscher Beteiligung handelt, für Freiburg geht es um einen historischen Erfolg", sagt Wosnitza mit Blick auf das Event, schränkt jedoch ein: "An der Sendung und an meiner Nervosität ändert das aber nichts." Vom FC Bayern über Sport1 zu RTL Spricht man Jana Wosnitza auf ihren Karriereverlauf an, der auch durch den Titel "Vize-Dancing-Star 2024" aufhorchen lässt, weil sie in der RTL-Tanzshow den zweiten Platz belegte, wirkt sie überrascht. Der Blick in die Vergangenheit interessiere sie nicht. "Zeit zum Innehalten und zum Genießen kommt später", so Wosnitza. Hohe Ziele steckt sich die Moderatorin, die nach ihrem Studium ein Praktikum in der Medienabteilung des FC Bayern München absolvierte und ihre ersten TV-Erfahrungen beim Sport1-"Doppelpass" sammelte, dennoch. Sportliche Großereignisse seien für sie "immer ein Ziel". Die Journalistin zählt Weltmeisterschaften, Europameisterschaften, das Champions-League-Finale und den Super Bowl auf. "Je höher die sportliche Relevanz, desto reizvoller." "Es gab bereits den ein oder anderen Moment, der sich wie ein Fiebertraum anfühlte", erzählt Wosnitza. Kurz nach dem Schlusspfiff des Super Bowls in Las Vegas "irgendwo zwischen Patrick Mahomes, Travis Kelce und Taylor Swift" zu stehen, sei "Wahnsinn" gewesen. Auch bei der Icon League fand sie sich schon in solchen Momenten wieder: Wosnitza erwähnt Toni Kroos oder Box-Weltmeister Agit Kabayel. "Genau diese Situationen, die man weder planen noch vorhersehen kann, machen den Reiz an dem Job für mich aus." Doch wie tickt die Jana Wosnitza aus dem Fernsehen eigentlich privat? "Ehrlicherweise gar nicht so anders als vor der Kamera. Privat bin ich wahrscheinlich etwas ruhiger, häufiger im Jogger unterwegs und definitiv mit weniger Make-up", antwortet sie augenzwinkernd. Für sie spiele Sport auch abseits des Jobs eine riesige Rolle: "Ich trainiere fast täglich, bin viel mit meinem Hund draußen und verbringe so viel Zeit wie möglich mit Familie und Freunden in meiner Heimat Köln ." Krebserkrankung ihrer Mutter ließ Wosnitza alles überdenken Familiär kam es in den vergangenen Jahren auch zu Herausforderungen, die Jana Wosnitza an ihre Grenzen gebracht haben. Die Moderatorin gewährt bei t-online Einblicke in eine Zeit, die für sie sehr schwer war: "Die größte Herausforderung war bisher sicher die schwere Krebserkrankung meiner Mutter. Das hat uns beiden auf die harte Art gezeigt, dass sich das Leben von heute auf morgen ändern kann", so Wosnitza über die Brustkrebserkrankung, gegen die ihre Mutter seit dem Jahr 2017 kämpft. "Während du vorher vermeintlich einen Haufen Probleme hattest, hast du in dem Moment der Diagnose nur noch eines im Kopf, und zwar Gesundheit und der Wille zu leben", beschreibt sie die Neuordnung der Prioritäten. Das Mutter-Tochter-Gespann ging gestärkt aus dieser Lage hervor, so Wosnitza: "Seitdem gehen wir beide mit einer ganz großen Dankbarkeit durchs Leben und es gibt im Alltag recht wenig, was uns aufregen oder aus der Ruhe bringen könnte. Man lernt noch mal mehr zu schätzen, worum es – bei allem beruflichen Erfolg – am Ende geht: wertvolle Zeit mit den Menschen, die man liebt."