Höchster Berg Österreichs: Studenten müssen vom Großglockner geholt werden – Bergretter verärgert
Drei junge Männer, die in Deutschland studieren, haben sich am Großglockner in eine Notlage manövriert. Es ist nicht der erste Fall dieser Art – das sorgt für Unmut.
Ein Bergabenteuer hat für drei junge Männer gerade noch einmal einen glimpflichen Ausgang genommen. Das Trio geriet auf dem Großglockner, mit 3798 Metern der höchste Berg Österreichs, in Schwierigkeiten und löste einen aufwendigen Rettungseinsatz aus.
Wie die Polizeidirektion Tirol mitteilt, handelte es sich um drei Männer im Alter zwischen 23 und 25 Jahren aus Bangladesch, die gerade in Deutschland studieren. Nach Angaben der Polizei starteten sie am frühen Morgen auf ihre Bergtour und nutzten eine Offline-Karte auf dem Handy, um sich zu orientieren.
Problematisch wurde es allerdings nach etwa anderthalb Stunden auf einer Höhe von 2600 Metern, auf der es keinen Handyempfang mehr gibt. So konnten sich die drei Alpinisten nicht mehr nach der Karte richten und verloren im Nebel die Orientierung. Sie kamen vom Weg ab und gerieten in immer steiler werdendes, teilweise mit Felsen durchsetztes Gelände. Als sie umkehren wollten, war es schon zu spät – ein sicherer Abstieg durch den hüfthohen, feuchten Schnee war nicht mehr möglich.
Daraufhin setzte das Trio den Notruf ab. Die Rettung gestaltete sich schwierig: Wegen des dichten Nebels konnte kein Hubschrauber eingesetzt werden, ein Bergrettungsmitglied und ein Alpinmitglied machten sich an den Aufstieg zu den jungen Männern. Nach fast drei Stunden konnten diese aus ihrer Notlage befreit werden.
Die Polizei appelliert an Bergsteiger, Touren sorgfältig zu planen, geeignete Ausrüstung mitzuführen und stets auch klassische Navigationsmethoden zu beherrschen. Immer wieder kommt es zu ähnlichen Notfällen, die oft durch mangelnde Vorbereitung, Erfahrung und Ausrüstung ausgelöst werden.
Bei den Bergrettern sorgt das für Ärger. Der Chef der Bergrettung Ehrwald (Bezirk Reutte in Tirol) sagte der „Kronenzeitung“, viele Bergsteiger seien „über die sozialen Medien auf Touren gestoßen und sehen die Berge als Spielplatz“. Ihnen fehle „jede Erfahrung und jedes Gespür für die Berge“.
Quellen: Polizeidirektion Tirol, „Kronenzeitung“
