Geständnis: Harry Styles: Zu diesem Song hat er seine Unschuld verloren
Harry Styles ehrte Thom Yorke in London – und verriet dabei, welche Rolle ein Radiohead-Song bei seinem ersten Mal spielte. Den Radiohead-Sänger rührte er zu Tränen.
Bei den Ivor Novello Awards in London hat Harry Styles Radiohead-Frontmann Thom Yorke mit dem Academy Fellowship geehrt, der höchsten Auszeichnung der britischen Songwriting-Akademie. „Es ist immer aufregend, eine Bühne zu betreten, aber zu wissen, dass ein Mann, dem ich einen Großteil meines Lebens zugehört habe, mir nun zuhört, wie ich vor euch über ihn spreche – das ist eine wahrhaft erschreckende Ehre“, sagte Styles zu Beginn seiner Laudatio, wie Medien berichten.
Harry Styles über das Mensch-Sein
Der ehemalige One-Direction-Star beschrieb, wie er sich stets mit dem Autor dieser Songs auf besondere Weise verbunden gefühlt habe: Endlich habe jemand eingefangen, wie es sich anfühle, ein Mensch zu sein. „Gott sei Dank denkt jemand das, pflegte ich zu denken. Dieser Außerirdische, dieses umherstreifende Gespenst, dieser zornige Prophet – Thom Yorke.“ Yorkes Werk sei für ihn eine „religiöse Erfahrung“, so Styles weiter. Ohne „Exit Music (For a Film)“ aus dem Jahr 1997 hätte es kein „Watermelon Sugar“ gegeben. „Stell dir das vor: Eine Welt ohne diesen Song“, sagte er augenzwinkernd.
Dann wurde es persönlich: „Ich habe meine Unschuld zu ‚Talk Show Host‘ verloren", sagte Styles, bevor er präzisierte: „Genauer gesagt: zum Intro von ‚Talk Show Host‘.“ Das Intro des Songs dauert ungefähr zehn Sekunden. Yorke selbst schien gerührt: Der Musiker umarmte seinen Laudator lang und herzlich, als er die Bühne betrat. Styles fügte hinzu, dass ein Radiohead-Konzert in Berlin im vergangenen Jahr ihm den Anstoß gegeben habe, selbst wieder auf Tour zu gehen.
Thom Yorke: „Ohne uns seid ihr nichts“
Die warme Stimmung hielt allerdings nicht lange. Kaum auf der Bühne, nutzte Yorke seine Dankesrede für eine scharfe Abrechnung mit der Musikindustrie. Das Geschäft sei dabei, „risikoscheu“ zu werden und nicht mehr bereit oder fähig, Künstlern zu helfen, sagte er. Stattdessen drehe sich alles um „die aufregenden Aktienkurse von Streaming-Diensten“ und eine „Fressorgie“ rund um Katalogkäufe. „Das ist keine Investition in den Musiksektor, wie sie es gerne nennen“, so Yorke. Sein Abschlussstatement fiel noch deutlicher aus: „Denkt daran: Ohne uns seid ihr nichts.“
Yorke war damit nicht allein. Die gesamte Zeremonie, die in ihrer 71. Ausgabe offiziell unter dem Namen „The Ivors with Amazon Music“ firmierte, geriet zu einer ungewöhnlich politischen Veranstaltung. Der schottische Singer-Songwriter Jacob Alon, doppelter Preisträger des Abends, beleidigte Vertreter von KI-Unternehmen im Saal auf das Unflätigste. Sängerin Rosalía, ausgezeichnet als Internationale Songwriterin des Jahres, bezeichnete die Musikindustrie als „unersättliches Monster“, das ständig neues Material fordere, statt echte Kunstfertigkeit zu schätzen.
Elton John bringt Sam Fender zum Weinen
Für weitere emotionale Momente sorgte Sir Elton John, der Sam Fender den Songwriter-des-Jahres-Preis überreichte und ihn „einen der besten Texter, die Großbritannien je hervorgebracht hat“ nannte – woraufhin Fender in Tränen ausbrach. Zum Abschluss wandte sich John direkt ans Publikum: „Musik ist das größte Geschenk, das man bekommen kann. Lasst euch das nicht wegnehmen – besonders nicht von der KI.“
