Joachim Löw befürwortet Neuers Rückkehr als Nummer eins und die Nominierungen von Rüdiger und Sané für die WM. An einen der drei hat er einen klaren Auftrag Der frühere Bundestrainer Joachim Löw hat sich klar hinter die WM-Kadernominierungen von Julian Nagelsmann gestellt. Bei der Veranstaltung "Bild 100 Sport" in Berlin sprach er sich für die Rückkehr von Manuel Neuer als Nummer eins sowie für die Berufung von Antonio Rüdiger und Leroy Sané aus. Gerade Rüdiger und Sané sind in den letzten Monaten nicht unumstritten. Rüdiger fiel immer wieder mit fragwürdigem Verhalten auf. Zuletzt als er Anfang März im Ligaspiel gegen Getafe Gegenspieler Diego Rico mit dem Knie am Kopf erwischte. Der Vorwurf der Absicht stand im Raum, den Rüdiger zurückwies. So oder so sah das Einsteigen unvorteilhaft aus. Über den Real-Verteidiger sagte er: "Der Toni Rüdiger ist schon wirklich ein außergewöhnlicher Verteidiger. Er ist unglaublich schnell, er ist extrem gut im Zweikampf. Er bringt eine unglaubliche Dynamik in eine Mannschaft und kann gegen jeden Stürmer bestehen. Diese haben großen Respekt vor ihm. Diese Nominierung ist völlig berechtigt." Bei Sané zielen die Kritiker regelmäßig auf seine unkonstanten Leistungen. Löw hätte den ehemaligen Münchner auch nominiert, betont dessen "außergewöhnliche Fähigkeiten" und nimmt den 30-Jährigen aber auch in die Pflicht: "Ich wünsche mir, dass er das mal konstant zeigt. Wichtig ist bei einem Turnier, dass du das als Spieler mal über fünf, sechs, sieben Spiele zeigst. Er zeigt es manchmal ansatzweise, dann kann er Spiele entscheiden. Und manchmal brauchst du solche Entscheider." Löw mit Verständnis für Nagelsmanns Torhüter-Entscheidung Auch zum Comeback von Manuel Neuer äußerte sich Löw. Neuer war nach der Heim-EM 2024 als Nationalspieler zurückgetreten, kehrt für die WM aber zurück – und verdrängt den 35-jährigen Hoffenheimer Oliver Baumann auf die Nummer zwei. Bei der Veranstaltung erklärte Löw: "Oliver Baumann hat es gut gemacht. Aber natürlich ist Manu eine Persönlichkeit. Ein Trainer entscheidet aufgrund der Qualität, aber natürlich auch, was für eine Dynamik in einer Mannschaft entsteht. Manu kennt Turniere, er hat Erfahrung. Und von daher ist das eine sehr, sehr gute Entscheidung." Für Baumann zeigte er Verständnis: "Für Oliver Baumann ist es eine schwere Situation." Vorwürfe einer fragwürdigen Kommunikation wollte Löw gegenüber Nagelsmann nicht erheben. Er ergänzte: "Ich denke, dass er intern klar kommuniziert hat." Den Blick richtet Löw lieber nach vorn: "Wir hoffen, dass es ein gutes Turnier wird, dass eine besondere Verbindung zwischen Mannschaft und Fans entsteht, so wie es 2014 war oder 2006, und das für unvergessliche Momente sorgen kann."