Ein Jahr voller Enttäuschungen und gesundheitlicher Rückschläge liegt hinter dem Schlussmann. Eine Zukunft beim FC Barcelona hat er nicht. Und in der Nationalmannschaft? Dass Marc-André ter Stegen in der vergangenen Saison auf dem Fußballplatz vom Glück verfolgt gewesen wäre, kann man wahrlich nicht behaupten. Erst musste der ehemalige Gladbacher die unwürdige Ausbootung beim FC Barcelona über sich ergehen lassen, nachdem er sich von einem langwierigen Patellasehnenriss erholt hatte. Dann verletzte er sich erneut, diesmal am Rücken, und fiel für die komplette Hinrunde aus. Bundesliga: DFB-Torwart wird offiziell verabschiedet – wohin wechselt er? Frauenfußball: Weltfußballerin verlässt den FC Barcelona Um seinen WM-Traum zu retten, wechselte er im Winter ob der Perspektivlosigkeit in Barcelona, wo Neuzugang Joan Garcia inzwischen die klare Nummer eins war, zum Kellerteam FC Girona . Nur um sich dort nach nur zwei Einsätzen abermals so schwer zu verletzen – diesmal war es der Oberschenkel –, dass nicht nur die Saison bereits Ende Januar für ihn beendet war, sondern auch der Traum von der Weltmeisterschaft, in die er erstmals als Nummer eins gehen sollte. Als "Zugabe" eines Jahres zum Vergessen verpasste Girona am letzten Spieltag der Saison ohne die Hilfe ter Stegens auch noch den Klassenerhalt, sodass der gebürtige Mönchengladbacher nun auch den ersten Abstieg in seiner Vita stehen hat. Am Dienstag verabschiedete sich ter Stegen mit herzlichen Worten via Instagram von den Girona-Anhängern und schrieb: "Girona, vielen Dank für diese Monate. Auch wenn meine Etappe auf dem Feld viel kürzer war, als wir uns alle gewünscht hätten, mit nur zwei Spielen nach meiner Ankunft im Januar und weil ich danach für den Rest der Saison draußen bleiben musste, bin ich sehr dankbar dafür, wie ihr mich vom ersten Tag an empfangen habt." Ter Stegens ungewisse Zukunft – bei Barça und beim DFB Über seine Zukunft verlor ter Stegen keine Worte. Nach der verkorksten Leihe nach Girona kehrt er erst einmal nach Barcelona zurück. Dort steht er noch bis 2028 unter Vertrag, weiß aber, dass der Verein und Trainer Hansi Flick nicht mehr mit ihm planen. Wie und wo es für den 34-Jährigen weitergeht, steht in den Sternen. Die spanische Zeitung "Mundo Deportivo" bezeichnete ter Stegen daher als "heiße Kartoffel" für die Katalanen. Laut der "As" geht die Tendenz von Klubseite in Richtung einer erneuten Leihe, da ter Stegen dem Vernehmen nach nicht gewillt ist, vorzeitig aus seinem hochdotierten Vertrag auszusteigen. Auch aus familiären Gründen würde der Schlussmann am liebsten in Barcelona bleiben, hieß es. Ein Verkauf, das wissen Barcelonas Verantwortliche um Sportdirektor Deco, wird schwer zu realisieren sein, da kaum ein anderer Verein bereit und in der Lage sein dürfte, die kolportierten 18 Millionen Euro an Gehalt zu stemmen. Offen ist aber nicht nur, wie es auf Vereinsebene für ter Stegen weitergeht. Nicht ausgeschlossen ist, dass auch Bundestrainer Julian Nagelsmann – auch wegen ter Stegens schon tragischer Verletzungsanfälligkeit – einen Schnitt macht und nach der Weltmeisterschaft im Hinblick auf die kommenden Turniere auf eine jüngere Alternative setzt. Optionen sind neben gestandenen Torhüter wie Alexander Nübel (29 Jahre) und Finn Dahmen (28) auch die Talente Jonas Urbig (22), Noah Atubolu (23) oder Mio Backhaus (22). Es wäre ein weiterer Schlag für den derzeit wohl größten Pechvogel im deutschen Fußball. Doch so weit ist es noch lange nicht. Zunächst bleiben viele Fragezeichen. Unfreiwillig hat ter Stegen aber über den Sommer hinweg viel Zeit, sich in aller Ruhe Gedanken über den Fortgang seiner Karriere zu machen. Nach den schwierigen vergangenen Jahren lautet das Motto für ihn: Es kann nur besser werden.