Das Finale von "Germany's Next Topmodel" wurde von einer Panne überschattet. Vorab sickerten bereits die Gewinner der Show durch. Mit Folgen für die Quoten? Hat es Heidi Klum von Anfang an gewusst? Die Chefjurorin von GNTM entpuppte sich als große Skeptikerin des neuen Finalformats bei ProSieben. Erstmals in der Geschichte der Castingshow ließ der Sender "Germany's Next Topmodel" bereits im Februar in Los Angeles aufzeichnen – und verzichtete auf ein Live-Finale in Deutschland. Klum ließ sich in Cannes vor Pressevertretern zu dem Kommentar hinreißen: "Ich liebe es mehr, wenn es live ist und wollte auch, dass dieses Finale wieder live sein würde." Doch ProSieben entschied gegen den Standpunkt der eigenen Moderatorin und GNTM-Chefin. Bleibt nur die Frage, welche Auswirkungen die Neukonzeptionierung auf die Reichweite der Sendung hatte? Gar nicht mal so große. Und das, obwohl es vorab zu einer beispiellosen Panne kam. Denn bevor das Finale überhaupt ausgestrahlt wurde, standen bereits die Sieger fest: Aurélie und Ibo sind, wie am Mittwoch schon durchsickerte , die neuen "Topmodels", ausgesucht unter anderem von Heidi Klum. Die Strategie von ProSieben, so zu tun, als handle es sich bei dem "Leak" um eine bewusste Lücke im System, damit die Spekulationen rund um die Finalshow angeheizt werden, ging nicht auf. Denn die Namen, die in den Medien kursierten, waren die tatsächlichen Gewinner – und keine falschen Fährten. Den Quoten tat das allerdings keinen Abbruch. Im Gegenteil. Rund 1,3 Millionen Menschen schalteten das GNTM-Finale ein. Damit konnte Heidi Klums Castingshow im Vergleich zu den Vorwochen noch einmal deutlich zulegen. Den Bestwert der Staffel hält aber nach wie vor die Umstyling-Folge aus dem März. Allerdings befinden sich die Zahlen der Sendung insgesamt weiter auf Sinkflug: Beim Gesamtpublikum sind 1,3 Millionen die niedrigste Final-Reichweite, die der Sender mit GNTM je einfuhr. Nur die weiterhin stabilen Werte in der jüngeren Zielgruppe dürften ProSieben ein wenig beruhigen.