Jeden Tag beantwortet ein Experte aus der t-online-Ratgeberredaktion eine Leserfrage rund ums Geld. Heute geht es um die sogenannte Frühstart-Rente. Wer früh mit dem Sparen beginnt, der hat es später viel leichter. Diese Binsenweisheit gilt vor allem, wenn es um das Anlegen am Kapitalmarkt geht. Je früher man anfängt, zum Beispiel Geld in einem ETF-Sparplan anzulegen, desto stärker schlägt sich der Zinseszinseffekt durch . Nach 15, 20 oder gar 30 Jahren kann man auf eine ordentliche Summe Geld blicken. Dieses Prinzip möchte die Bundesregierung in Zukunft fördern und mit der sogenannten Frühstart-Rente Kinder an die Vorteile des langfristigen Sparens heranführen . Eine t-online-Leserin möchte ihre Enkelkinder auf diesem Weg unterstützen und fragt: "Ab wann sollen wir für unsere beiden Enkelkinder (neun und elf Jahre) mit der Frühstart-Rente anfangen und wie können wir das maximal ausnutzen?" Frühstart-Rente gibt es erst für den Jahrgang 2020 Zunächst eine Klarstellung: Die geförderte Frühstart-Rente soll nur für Kinder gelten, die im Jahr 2026 sechs Jahre alt werden oder wurden – und dann erst für alle nachfolgenden Jahrgänge. Das heißt, Kinder, die vor 2020 geboren sind, gehen bei der staatlichen Förderung leer aus. Das bedeutet aber nicht, dass Großeltern nicht trotzdem etwas für die Enkelkinder tun können. Es gibt auch ohne staatliche Förderung Junior- oder Kinderdepots, die Eltern oder Großeltern für Kinder eröffnen können . Diese gibt es bei sehr vielen Neobrokern oder Banken. Der Finanzratgeber "Finanztip" empfiehlt etwa Juniordepots von Traders Place, Scalable Capital, Flatex oder ING. Hier gilt wieder: Je früher man mit dem Sparen anfängt, desto ertragreicher wird es. Wenn Sie zum Beispiel jetzt für Ihren neunjährigen Enkel anfangen, monatlich 50 Euro einzuzahlen, hat er zu seinem 18. Geburtstag bei einer jährlichen Rendite von sechs Prozent etwa 7.100 Euro im Depot. Führt er diesen Sparplan danach selbst bis zum 60. Lebensjahr weiter, sind es über 191.000 Euro. Hätte man schon direkt nach der Geburt des Enkels angefangen, monatlich 50 Euro für das Kind anzulegen, dann hätte er zum 60. Lebensjahr bei kontinuierlicher Fortführung ganze 330.000 Euro angespart. Das verdeutlicht die Bedeutung des Grundsatzes: je früher, desto besser. Frühstart-Rente ist ein schönes Extra Für die Kinder, die 2026 sechs Jahre alt werden, gibt es zusätzlich noch eine staatliche Unterstützung. Auch für die berechtigten Kinder geht es aber noch nicht los, denn die Bundesregierung hat das Gesetz zur Frühstart-Rente noch nicht verabschiedet. In einem Eckpunktepapier hatte sie aber versprochen, dass alle Sechsjährigen rückwirkend ab 1. Januar 2026 die Förderung erhalten sollen . Diese sieht wie folgt aus: Alle berechtigten Kinder können ein Spardepot in ihrem Namen erhalten. Der Staat zahlt jeden Monat zehn Euro ein, bis zum 18. Lebensjahr des Kindes (also rund 1.500 Euro insgesamt). Eltern und Großeltern (oder andere Verwandte und Bekannte) dürfen darüber hinaus auch Geld einzahlen. Wenn sich Eltern oder Erziehungsberechtigte nicht um die Einrichtung des Depots kümmern (können), dann wird das Geld staatlich verwaltet. Das Kind kann dann zum 18. Lebensjahr Zugang erhalten. Nach Ablauf der Förderzeit kann das Kind das gesparte Geld auf ein Altersvorsorgedepot übertragen , dort kann es also eine neue Förderung zum Sparen auf die Rente erhalten. Noch nicht geklärt ist, ob das Kind zum 18. Lebensjahr einen Teil des Geldes abheben kann oder ob der Betrag verpflichtend bis zum Ruhestand im Depot bleiben muss. Unklar ist auch noch, ob bestehende Juniordepots für die Frühstart-Rente genutzt werden können, oder ob man ein neues Depot eröffnen muss. Wie oben bereits beschrieben, sollten Eltern und Großeltern aber nicht auf die Frühstart-Rente warten. Es lohnt sich, auch ohne die Förderung mit dem Sparen loszulegen. Die 1.500 Euro, die der Staat zuschießen will, werden kaum darüber entscheiden, ob ein Kind im Alter reich oder arm leben wird. Sie dienen vielmehr als Startmotivation für jene, deren Eltern oder Großeltern noch nicht selbst mit dem Sparen am Kapitalmarkt vertraut sind oder nicht sparen können. Einen weiteren Vorteil dürfte die Frühstart-Rente auch haben: So wird es wohl einfacher sein, das geförderte Juniordepot ab 18 Jahren in ein gefördertes Altersvorsorgedepot umzuwandeln. Ungeförderte Kinderdepots können das nicht, der Betroffene muss dazu dann ein eigenes AV-Depot eröffnen.