Was wäre, wenn jeder Euro für Zigaretten an die Börse statt in Rauch aufgehen würde? Die Antwort dürfte selbst viele Nichtraucher überraschen. Wer regelmäßig zur Zigarette greift, schadet vor allem seiner Gesundheit. Dass Tabakkonsum aber auch ziemlich ins Geld geht, verdrängen die meisten – aber nur deshalb, weil sie es mit den Lastern, die andere Menschen haben, vergleichen. Der tägliche Latte Macchiato und ein Croissant sind mindestens genauso teuer wie eine Schachtel Zigaretten. Was auf den ersten Blick nicht teuer erscheint, wird auf den zweiten umso teurer – und zwar dann, wenn Sie die Kosten über einen Zeitraum von 30 Jahren zusammenrechnen. Eine Modellrechnung des Vergleichsportals Verivox zeigt, wieviel Raucher im wahrsten Sinne des Wortes in die Luft pusten. Hohe Kosten durch Rauchen Bei einem täglichen Konsum von einer Schachtel Markenzigaretten, die durchschnittlich 9,40 Euro kostet, geben Sie im Laufe von zehn Jahren insgesamt 40.800 Euro aus. In 30 Jahren summieren sich die Kosten auf gut 186.000 Euro, rechnet Verivox in seiner Modellrechnung vor. Dabei wird unterstellt, dass Zigaretten jedes Jahr um 3,8 Prozent teurer werden. Das entspricht der durchschnittlichen Preissteigerung in den letzten 20 Jahren. Wenn Sie das Geld nicht in Tabak, sondern in die Finanzmärkte investieren, sind 186.000 Euro nur der Anfang eines Teils Ihrer Altersvorsorge. 549.000 Euro Depotvermögen in 30 Jahren "Wer es schafft, mit dem Rauchen aufzuhören und das Geld für die Zigaretten stattdessen gewinnbringend anlegt, senkt nicht nur das Risiko für schwere Erkrankungen, sondern kann auf diese Weise auch ein stattliches Vermögen aufbauen", sagt Finanzexperte und Verivox-Geschäftsführer Oliver Maier. Beim aktuellen Zigarettenpreis sparen Ex-Raucher, die zuvor eine Schachtel pro Tag geraucht haben, durch den Tabakverzicht rund 286 Euro im Monat. Wer das Geld nicht einfach auf dem Konto liegen lässt, sondern in einen ETF-Sparplan investiert, kann in 30 Jahren ein Depotvermögen von etwa 549.000 Euro ansparen. Vermögensaufbau statt Streaming: Diese Summe entgeht Ihnen durch Netflix und Co. In der Modellrechnung von Verivox wird das eingesparte Geld in einen ETF auf den Welt-Aktienindex MSCI World investiert. Gerechnet wurde mit einer Rendite von jährlich 7,5 Prozent. Das entspricht der historischen Durchschnittsrendite des MSCI World abzüglich 0,2 Prozent jährlicher Kosten, die an den ETF-Anbieter gehen. Entsprechend der durchschnittlichen Preissteigerung für Zigaretten steigen auch die monatlichen Sparbeträge jedes Jahr um 3,8 Prozent. Auf den Zinseszins-Effekt setzen "Wer effektiv Vermögen aufbauen möchte, kommt mit einem thesaurierenden ETF besonders schnell ans Ziel", sagt Experte Maier. "Hier werden die Dividenden nicht an den Anleger ausgeschüttet, sondern gleich wieder reinvestiert. Wie beim Zinseszins-Effekt wirken sich künftige Wertsteigerungen dadurch umso stärker aus." Je länger der Sparplan läuft, desto größer sind die Auswirkungen: Nach zehn Jahren Spardauer ist das Depotvermögen in der Modellrechnung bereits auf rund 58.800 Euro angewachsen, knapp 70 Prozent dieser Summe hätte der Ex-Raucher selbst eingezahlt. Nach 30 Jahren beträgt der Depotwert 549.000 Euro. Nur noch gut ein Drittel davon sind eigene Einzahlungen. Knapp 363.000 Euro entfallen auf den Wertzuwachs durch Rendite und Zinseszinseffekt. Kapitalerträge müssen versteuert werden Nach der Veräußerung ihrer Anteile können Anleger allerdings nicht das gesamte Fondsvermögen einstreichen. Für Abgeltungssteuer und Soli gehen 26,375 Prozent der erwirtschafteten Kursgewinne an den Fiskus. Doch auch nach Steuern blieben immer noch rund 482.000 Euro übrig. ETF-Sparplan auch für Nichtraucher geeignet Wichtig zu wissen: Es handelt sich hierbei um eine Modellrechnung. Laut Statistischem Bundesamt raucht in Deutschland noch immer rund jeder fünfte (19,1 Prozent) Mensch in Deutschland ab 15 Jahren zumindest gelegentlich. Vielleicht fragen Sie sich zu Recht, wo die knapp halbe Million Euro der vielen Nichtraucher geblieben ist, die sie längst angespart haben müssten, wenn sie das Geld, das sie für Zigaretten ausgegeben haben, in einen ETF-Sparplan investiert hätten. Geldanlage im Ruhestand: Die sieben größten Fehler bei der Geldanlage im Alter Passives Investieren: Wie viel Rendite werfen ETFs ab? Auch Nichtraucher haben Angewohnheiten, die mit finanziellen Belastungen einhergehen – und sei es der morgendliche Kaffee vom Bäcker, das belegte Brötchen am Mittag oder die ungenutzte Mitgliedschaft im Fitnessstudio. Jeder Verbraucher kann in seinem privaten Alltag Dinge finden, auf die er verzichten könnte. Wer sparen möchte, sollte diese Angewohnheiten identifizieren und aktiv werden, und das Geld beispielsweise in einen ETF-Sparplan investieren. Hintergrund: Die Berechnung der Zigarettenkosten basiert auf Angaben des Deutschen Zigarettenverbands zur Preisentwicklung in den letzten 20 Jahren. Nach Berechnungen von Christian W. Röhl, Chef-Ökonom bei Scalable Capital, liegt die historische Durchschnittsrendite des MSCI World bei 7,7 Prozent. Für die Sparplan-Berechnung wurden davon ETF-Kosten in Höhe von 0,2 Prozent abgezogen. So hoch ist die Kostenquote beim weltweit größten thesaurierenden ETF auf den MSCI World.