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Israel-Armee nimmt Burg Beaufort im Libanon ein – Sorge vor Eskalation

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Die Festung Beaufort spielte schon in früheren Kriegen eine wichtige Rolle. Nun ist sie erneut Schauplatz eines Konflikts geworden. Die israelische Armee hat im Südlibanon eine strategisch wichtige Festung eingenommen und damit einen entscheidenden Wendepunkt in der Libanonpolitik erreicht. Die Burg Beaufort, die von Kreuzfahrern in Höhe von ca. 650 Metern auf einem Berg am Litani-Fluss errichtet wurde, bietet einen wichtigen Aussichtspunkt über die Umgebung bis hin nach Nordisrael. In der Vergangenheit war die hochmittelalterliche Befestigungsanlage immer wieder von militärischer Bedeutung. Zuletzt hatte Israel die Burg 1982 im Kampf gegen die Palästinensische Befreiungsorganisation (PLO) eingenommen und danach fast 20 Jahre lang den Südlibanon besetzt. Alle Entwicklungen im Newsblog: Trotz Waffenruhe – Netanjahu befiehlt neue Angriffe auf Beirut Krieg in Nahost: Krieg im Libanon eskaliert weiter Israel nimmt symbolträchtige Festung ein Qal'at al-Schaqif Arnun, wie die Burg auf Arabisch heißt, hat für die Libanesen auch einen symbolischen Wert, wie die Südlibanesin Dibeh Fawz der ARD berichtete. "Es fühlt sich an, als habe der ganze Libanon verloren. Nicht nur der Süden, denn die Festung ist ein Wahrzeichen für uns", so die Frau, die vor den Kampfhandlungen in die libanesische Hauptstadt Beirut geflohen ist. Die Einnahme der Festungsanlage nahe der Stadt Nabatiyeh am 31. Mai folgte auf tagelange Luftangriffe und heftige Kämpfe in umliegenden Dörfern zwischen israelischen Soldaten und Kämpfern der Hisbollah. Der Vorstoß gilt als bedeutender Schritt Israels im jüngsten Krieg mit der Hisbollah. Dieser hatte am 2. März begonnen, nachdem die Hisbollah Raketen auf den Norden Israels abgefeuert hatte – kurz nach den Angriffen der USA und Israels auf den mit der libanesischen Terrororganisation verbündeten Iran . Seitdem hat Israel eine Bodenoffensive gestartet und zahlreiche libanesische Dörfer und Städte nahe der Grenze eingenommen. Die Hisbollah wiederum hat Raketen und Drohnen auf israelische Soldaten im Süden des Libanon und im Norden Israels abgefeuert. Zwischen der israelischen und der libanesischen Regierung besteht seit sechs Wochen ein Waffenstillstand, der aber weder von Israel noch von der Hisbollah eingehalten wird. Hunderttausende Menschen im Südlibanon wurden vom israelischen Militär aufgefordert, aus dem Gebiet zu fliehen. Netanjahu sieht "grundlegenden Wandel in der Politik" Israels Ministerpräsident Benjamin Netanjahu bezeichnete die Einnahme Beauforts als "dramatische Etappe und grundlegenden Wandel in der israelischen Politik". Er verwies dabei auf militärische Sicherheitszonen in Syrien , im Libanon und im Gazastreifen entlang der Grenzen Israels. Der israelische Verteidigungsminister Israel Katz betonte auf der Plattform X, Soldaten hätten die israelische Flagge über der Burg gehisst. Er erklärte zudem, Israel wolle die Burg halten, während die Armee im Süden des Libanon weitere Häuser und militärische Infrastruktur zerstöre, die nach seinen Angaben von der Hisbollah genutzt worden seien. Frankreichs Außenminister Jean-Noël Barrot beantragte eine Dringlichkeitssitzung des UN-Sicherheitsrats zu den israelischen Militäroperationen im Libanon, die er als "inakzeptabel" bezeichnete. Nichts könne die Fortsetzung israelischer Militäroperationen im Libanon und die immer tiefere Besetzung libanesischen Territoriums rechtfertigen, sagte Barrot im französischen Fernsehen. Barrots deutscher Amtskollege Johann Wadephul (CDU) mahnte Israel zur Einhaltung der Waffenruhe. Am Rande seines Besuchs bei den UN am Sonntagabend erklärte Wadephul, die Entwicklungen im Libanon gäben "Anlass zu großer Sorge". Zwar habe Israel "legitime Sicherheitsinteressen", wenn aber Zivilisten den Preis einer militärischen Eskalation zahlen müssten und "Teile des Libanon dauerhaft unbewohnbar werden", mache dies Israels Nachbarschaft "langfristig nicht sicherer", gab er zu bedenken. Eroberung fand kurz vor neuen Verhandlungen statt Am Dienstag sollen die Verhandlungen zwischen dem Libanon und Israel in die nächste Runde gehen. US-Außenminister Marco Rubio befindet sich in Gesprächen mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Wie die "Associated Press (AP)" berichtete, würde die Hisbollah alle Angriffe auf Israel einstellen, wenn Israel im Gegenzug darauf verzichten würde, seine Militäroperationen in der libanesischen Hauptstadt Beirut auszuweiten. Das sagte ein anonymer US-Vertreter offenbar der Nachrichtenagentur AP. Der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri, der laut mehreren Medienberichten ein wichtiger Verbündeter der Hisbollah ist, erklärte in einer Fernsehansprache, er könne eine "vollständige, umfassende und sofortige" Verpflichtung der Terrororganisation zu einer Waffenruhe garantieren. Jedoch stellte er die Frage: "Aber wer wird Israel zwingen, seine Aggression zu stoppen?" Hauptleidtragend im Konflikt zwischen der Hisbollah und Israel ist die libanesische Zivilbevölkerung. Verschiedene Schätzungen gehen von über 3.300 toten Libanesinnen und Libanesen aus. Mehr als eine Million Menschen befinden sich derzeit auf der Flucht. Mehr als 20 Prozent des Libanon werden von Kampfhandlungen erschüttert.



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