Iran will den getöteten Ajatollah beisetzen. Es ist offen, ob es zu einem Abkommen zwischen den USA und dem Iran kommen wird. Alle Entwicklungen zum Krieg in Nahost im Newsblog. Dienstag, 2. Juni Iran bereitet Beisetzung von Chamenei vor Mehr als drei Monate nach der Tötung des iranischen Staatsoberhaupts Ajatollah Ali Chamenei gibt es erstmals Äußerungen zu seinem geplanten Begräbnis. Die Beerdigung sei für den Beginn des islamischen Trauermonats Muharram geplant, sagte der stellvertretende Teheraner Bürgermeister Amin Tawakolisadeh, wie iranische Medien berichteten. Ein Datum wäre somit ab Mitte Juni möglich. Die Trauerfeiern sollen offiziell in der iranischen Hauptstadt Teheran, der Pilgerstadt Ghom sowie Chameneis Heimatort Maschhad abgehalten werden. In dem zentralen religiösen Zentrum Maschhads, dem Imam-Resa-Mausoleum, soll der frühere Religionsführer beigesetzt werden. In Teheran bereiten sich die Behörden auf Versammlungen von bis zu 20 Millionen Menschen vor. Iran: Keine Gespräche mehr mit USA Nach Wochen stagnierender Verhandlungen zwischen dem Iran und den USA berichten iranische Medien von einem Ende der Verhandlungen zwischen den Kriegsparteien. Seit mehreren Tagen fänden keine Gespräche mehr zwischen Teheran und Washington statt, berichtete die iranische Nachrichtenagentur Fars, die den mächtigen Revolutionsgarden nahesteht. Das Ende der indirekten Verhandlungen mit den USA komme im Zuge des andauernden Kriegs Israels im Libanon , hatte am Montag die iranische Agentur Tasnim berichtet. Solange der Krieg dort weitergehe, gebe es keine Gespräche, hieß es weiter. Israel führt im Libanon Krieg gegen die Hisbollah-Miliz, die vom Iran unterstützt wird. Unicef: Durch Nahost-Krise steigende Kosten bedrohen Kinder-Versorgung Steigende Transportkosten und unterbrochene Lieferketten infolge der Nahost-Krisevbedrohen nach Angaben des UN-Kinderhilfswerks Unicef die Versorgung von Kindern mit lebensrettenden Hilfsgütern. Knapp 100 Tage nach Ausbruch des Iran-Krieges trieben die erhöhte Unsicherheit auf wichtigen Schifffahrtsrouten die Treibstoffpreise und Versicherungsprämien in die Höhe, erklärt Unicef. Zudem behinderten überlastete Ausweichhäfen die Lieferung von Hilfsgütern. Unicef sei wegen der Verzögerungen auf dem Seeweg zunehmend auf teurere Luftfracht angewiesen. Allein im ersten Quartal seien die jährlichen Zuwendungen von Logistikpartnern für Charterflüge fast aufgebraucht, um Hilfsgüter in den Libanon und in den Gazastreifen zu fliegen. Dort komme es zu Verzögerungen von vier bis sechs Wochen. Unicef schätzt, dass sich einige Lieferungen um bis zu sechs Monate verzögern. Die Umleitung von Schiffen um das Kap der Guten Hoffnung verlängere die Lieferzeiten um zwei bis vier Wochen. Die finanziellen Folgen seien erheblich. So sei das Transportbudget von Unicef in Mali im ersten Quartal um 36 Prozent gestiegen, was zu schmerzhaften Kompromissen zwinge. Es müsse abgewogen werden, ob weniger lebensrettende therapeutische Fertignahrung geliefert oder bei Programmen zur Wasserversorgung gespart werde. Palästinenser: Drei Tote durch israelischen Beschuss im Gazastreifen Im Gazastreifen sind durch israelischen Beschuss nach palästinensischen Angaben mindestens drei Menschen getötet worden. Bei einem Luftangriff auf ein Fahrzeug östlich von Deir al-Balah im Zentrum des Küstenstreifens sei ein Mensch ums Leben gekommen und vier weitere seien verletzt worden, teilten Mediziner mit. Bei einem Angriff in der nahe gelegenen Ortschaft Sawaida sei ein Mensch umgekommen und ein Mensch verletzt worden. Zudem sei ein Mann im Nordwesten von Chan Junis im Süden des Gazastreifens durch Schüsse israelischer Soldaten getötet worden. Das israelische Militär äußerte sich zunächst nicht dazu. Trotz einer im Oktober von den USA vermittelten Waffenruhe kommt es immer wieder zu israelischen Angriffen. Die indirekten Verhandlungen zwischen Israel und der in dem Palästinenser-Gebiet herrschenden Hamas über die Umsetzung der zweiten Phase des Waffenruhe-Abkommens sind ins Stocken geraten. Ausraster am Telefon: Trump wütet wohl gegen Netanjahu Trump verkündet nach Gesprächen mit Netanjahu eine Feuerpause im Libanon, trotzdem gehen die Kämpfe weiter. Am Telefon soll der US-Präsident die Fassung verloren haben. Lesen Sie hier mehr dazu. Trump nennt "nächste Woche" für mögliche Iran-Einigung US-Präsident Donald Trump hat die "nächste Woche" als Zeitraum für eine mögliche Einigung mit dem Iran auf ein Rahmenabkommen genannt, das die Öffnung der Straße von Hormus umfasst. Das berichtete der US-Sender ABC News unter Berufung auf ein Telefon-Interview mit Trump. Dieser habe ergänzt, dass er noch Punkte klären müsse und dem Abkommen noch nicht zugestimmt habe. Auch aus dem Iran gibt es bislang keine öffentliche Zusage für eine Einigung. Trump hat in der Vergangenheit immer wieder optimistische Zeitpläne bekanntgegeben, die dann schnell von der Realität eingeholt wurden. Die USA und der Iran ringen intensiv um ein Rahmenabkommen unter anderem zur Verlängerung der seit dem 8. April geltenden Waffenruhe. Trotz dieser Feuerpause kam es jedoch zuletzt vereinzelt immer wieder zu gegenseitigem Beschuss. Am 28. Februar hatten die USA und Israel den Krieg gegen den Iran begonnen. Montag, 1. Juni Trotz Trump-Ankündigung: Netanjahu droht mit Angriffen auf Hisbollah-Ziele Israel hält an seiner harten Linie gegenüber der proiranischen Hisbollah-Miliz im Libanon ungeachtet des von US-Präsident Donald Trump verkündeten Stopps gegenseitiger Angriffe fest. Ministerpräsident Benjamin Netanjahu teilte am Abend auf der Plattform X mit, er habe mit Trump gesprochen und ihm mitgeteilt, dass Israel Terrorziele in der libanesischen Hauptstadt Beirut angreifen werde, sollte die Hisbollah ihre Angriffe auf israelische Städte nicht einstellen. "An dieser Haltung hält Israel unverändert fest", schrieb Netanjahu weiter. Parallel dazu werde die israelische Armee ihre Operationen im Südlibanon wie geplant fortsetzen. Kurz zuvor hatte Trump auf seiner Plattform Truth Social angekündigt, Israel und die Hisbollah würden ihre gegenseitigen Angriffe zunächst stoppen. Zudem werde Israel anders als angedroht keine Truppen in die libanesische Hauptstadt Beirut entsenden. Nach Angaben von Libanons Präsidenten Joseph Aoun bezieht sich der von Trump angekündigte Stopp israelischer Angriffe zunächst auf die südlichen Vororte der Hauptstadt Beirut. "Nach der vorgeschlagenen Vereinbarung werden die israelischen Angriffe auf die südlichen Vororte Beiruts eingestellt, während die Hisbollah im Gegenzug auf Angriffe gegen Israel verzichtet", teilte das Präsidialamt auf X mit. Die Waffenruhe solle auf das gesamte libanesische Staatsgebiet ausgeweitet werden. Die Hisbollah ihrerseits habe dem US-Vorschlag für einen gegenseitigen Stopp der Angriffe mit Israel zugestimmt, hieß es weiter. Die libanesischen Behörden hätten eine entsprechende Bestätigung erhalten. Trump erklärt Kämpfe zwischen Israel und Hisbollah für beendet Nach einem laut Trump "produktiven Telefonat" mit dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu erklärte der US-Präsident auf seiner Social-Media-Plattform Truth Social, dass Israel keine Soldaten in die libanesische Hauptstadt Beirut schicken werde. Alle Truppen, die bereits auf dem Weg gewesen seien, seien demnach umgekehrt. Gleichzeitig habe Trump mit hohen Vertretern der islamistischen Terrororganisation Hisbollah gesprochen. Bei einem Telefonat sei ihm offenbar versichert worden, dass die Angriffe auf Israel eingestellt würden. Trumps Fazit: Israel greift den Libanon nicht mehr an, die Hisbollah greift Israel nicht mehr an. Weiter schrieb Trump, dass die Gespräche mit der Islamischen Republik entgegen anderslautenden Meldungen aus dem Iran weiterhin in "rasantem Tempo" vorangingen. Trump reagiert auf Iran – Telefonat mit Netanjahu US-Präsident Donald Trump hat nach eigenen Worten keine Stellungnahme des Irans zu Berichten erhalten, wonach die Islamische Republik die Verhandlungen mit den USA über Vermittler ausgesetzt habe. "Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen – ich glaube, wir haben genug geredet", sagt Trump dem Sender NBC News. "Ich denke, zu schweigen wäre sehr gut, und das könnte für eine lange Zeit so sein." Der Iran hat der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim zufolge die indirekten Verhandlungen mit den USA über eine Beilegung des Krieges ausgesetzt. Als Grund wurden die jüngsten israelischen Angriffe auf Ziele im Libanon genannt. Tasnim zufolge wird es erst dann wieder Gespräche zur Beendigung des Krieges geben, wenn die Forderungen des Irans erfüllt sind. Dazu gehören ein sofortiges Ende der israelischen Militäreinsätze im Gazastreifen und im Libanon sowie der vollständige Abzug Israels aus den besetzten Gebieten im Libanon. Berichten zufolge beraten Donald Trump und der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu derweil telefonisch über die aktuellen Eskalationen im Nahen Osten. Britischer Soldat stirbt im Irak Das britische Verteidigungsministerium hat den Tod eines eigenen Soldaten im Norden des Irak bestätigt. Der tödliche Zwischenfall habe sich während einer Übung am Sonntag ereignet, erklärte Verteidigungsminister John Healey am Montag im britischen Parlament. Nähere Details wollte der Labour-Politiker mit Rücksicht auf die Familie des verstorbenen Soldaten nicht nennen. "Unsere Gedanken und unser tiefstes Mitgefühl gelten der Familie und den Freunden in dieser schweren Zeit", so Healey. Nähere Einzelheiten zur britischen Mission im Norden des Irak machte die britische Regierung nicht. UN-Sicherheitsrat tagt zum Krieg im Libanon Der UN-Sicherheitsrat befasst sich noch heute bei einer Sondersitzung mit der Eskalation des Kriegs im Libanon. Das Treffen sei auf Antrag Frankreichs für 21 Uhr MESZ (15 Uhr Ortszeit) angesetzt, hieß es aus Diplomatenkreisen in New York . Der Krieg im Libanon war zuvor mit dem Vormarsch israelischer Bodentruppen und möglichen neuen Angriffen im Raum von Beirut eskaliert, obwohl eigentlich Mitte April eine Waffenruhe verkündet worden war. Iran setzt offenbar Verhandlungen mit USA aus Das iranische Verhandlungsteam stellt den indirekten Austausch mit den USA über Vermittler ein. Dies meldet die iranische Nachrichtenagentur Tasnim, die den Revolutionsgarden nahesteht. Anlass dafür seien die Angriffe Israels auf den Libanon und in Gaza. Ferner habe der Iran beschlossen, "die vollständige Sperrung der Straße von Hormus voranzutreiben und weitere Fronten zu aktivieren, darunter die Straße von Bab al-Mandab". Dabei handelt es sich um die auch "Tor der Tränen" genannte Meerenge, die das Rote Meer und den Golf von Aden verbindet. Deutsche Ministerin bricht Libanon-Reise ab Bundesentwicklungsministerin Reem Alabali Radovan (SPD) hat ihre Reise in den Libanon wegen der angespannten Sicherheitslage kurzfristig abgebrochen. Das teilte das Bundesentwicklungsministerium am Montag mit. Demnach musste die Reise nach Beirut während des Anflugs beendet werden. Als Grund nannte das Ministerium die sich zuspitzende Lage vor Ort. Die Entscheidung sei aus militärischen Gründen getroffen worden. Die Regierungsmaschine landete stattdessen auf Zypern . Nach Angaben des Ministeriums setzt die Ministerin ihre Reise nicht fort und soll von Zypern aus nach Berlin zurückkehren. Israel ordnet neue Angriffe auf Beirut an Der israelische Regierungschef Benjamin Netanjahu und Verteidigungsminister Israel Katz haben Angriffe auf den südlich der libanesischen Hauptstadt Beirut gelegenen Vorort Dahijeh angeordnet. In einer gemeinsamen Erklärung begründeten sie den Schritt am Montag mit "den wiederholten Verstößen der Terrororganisation Hisbollah gegen die Waffenruhe im Libanon" und "den Angriffen auf unsere Städte und Bürger". Der Beiruter Vorort Dahijeh gilt als Hochburg der pro-iranischen Terrororganisation Hisbollah. Zwischen Israel und dem Libanon gilt seit Mitte April offiziell eine Waffenruhe, die von der Hisbollah allerdings nicht anerkannt wird. Die Hisbollah setzt ihre Angriffe auf Israel fort. Israels Armee rückte in den vergangenen Tagen immer weiter in den Süden des Libanon vor und führte auch weiter Luftangriffe aus. USA greifen Ziele im Iran an Das US-Militär hat nach eigenen Angaben am Wochenende iranische Radar- und Drohnenkommandozentralen in Goruk und auf der Insel Keschm angegriffen. Die Angriffe seien eine Reaktion auf aggressive Handlungen des Iran gewesen, darunter der Abschuss einer US-Drohne vom Typ MQ-1 über internationalen Gewässern, teilt das US-Zentralkommando (Centcom) mit. US-Kampfflugzeuge hätten demnach die Luftabwehr, eine Bodenkontrollstation und zwei Drohnen zerstört. US-Soldaten seien nicht zu Schaden gekommen. Unterdessen erklären die Revolutionsgarden iranischen Medien zufolge, sie hätten einen Luftwaffenstützpunkt ins Visier genommen. Dieser sei von den USA für einen Angriff auf einen Telekommunikationsturm auf der Insel Sirik im Süden des Iran genutzt worden. Kuwait meldet feindliche Angriffe mit Raketen und Drohnen Im Golfstaat Kuwait ist am Morgen wegen feindlicher Luftangriffe mit Raketen und Drohnen Alarm ausgelöst worden. Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte der Generalstab der Armee auf der Plattform X mit. Explosionsgeräusche hingen damit zusammen, dass Geschosse abgefangen würden. Die Bevölkerung wurde aufgerufen, den Anweisungen der Sicherheitsbehörden Folge zu leisten. Zur Herkunft der Drohnen und Raketen und den Zielen der Angriffe schwieg die Armee. Seit Beginn der amerikanisch-israelischen Angriffe auf den Iran Ende Februar feuerten die Streitkräfte der Islamischen Republik jedoch schon mehrmals solche Geschosse auf Kuwait und andere Staaten am Persischen Golf. Dort unterhält das US-Militär zahlreiche Stützpunkte, die nur wenige Hundert Kilometer Luftlinie vom Iran entfernt sind. USA nehmen wohl neuen Anlauf für Waffenruhe zwischen Israel und Hisbollah Die USA unternehmen einem Insider aus US-Regierungskreisen zufolge einen neuen Anlauf für eine Waffenruhe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz im Libanon. Die Hisbollah-Miliz solle alle Angriffe auf Israel einstellen und im Gegenzug müsse Israel auf eine Eskalation in Beirut verzichten, sagte ein US-Regierungsvertreter der Nachrichtenagentur Reuters. US-Außenminister Marco Rubio spreche über diesen Plan bereits mit dem libanesischen Präsidenten Joseph Aoun und dem israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu. Während Aoun versuche, den Vorschlag voranzutreiben, fordert der libanesische Parlamentspräsident Nabih Berri dem Insider zufolge, dass Israel zuerst das Feuer einstellt.