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Türkischer SV Pforzheim: Amateurklub droht die Insolvenz

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Im Februar geraten Spieler eines deutschen Amateurklubs ins Visier der Justiz. Nun droht auch dem Verein Ärger. Für den Germania Union 1869 Türkischer SV Pforzheim spitzt sich die Lage weiter zu. Anfang Februar war der Klub nach seinem Aufstieg von der Kreisliga bis in die Verbandsliga in den Fokus der Ermittler geraten. Als die Mannschaft von Stuttgart aus ins Trainingslager in die Türkei reisen wollte, entdeckten Zollbeamte am Flughafen insgesamt 215.000 Euro Bargeld in den Koffern der Spieler . Teilweise hatten die Profis knapp 10.000 Euro bei sich. Gegen 29 Spieler wurden Ermittlungen eingeleitet. Es ist nicht das einzige Problem des Klubs. Ende April übernahm Florian Thanner das Amt des zweiten Vorsitzenden. Wegen Spielermangels musste der Verein jedoch seine letzten Saisonspiele absagen. Die Mannschaft fiel dadurch auf den letzten Tabellenplatz zurück und stieg aus der Verbandsliga ab. Trainer Gökhan Gökce trat zurück. Nach Angaben des SWR sollen der Verein und Thanners Vorgänger in den vergangenen sechs Jahren keine Steuererklärung abgegeben haben. Laut den "Badischen Neuesten Nachrichten" hätten sich dadurch Schulden von fast 200.000 Euro angesammelt. Das Finanzamt Pforzheim stellte deshalb am 30. April einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens gegen den Germania Union 1869 Türkischer SV Pforzheim. Zuvor war dem Verein bereits die Gemeinnützigkeit aberkannt worden. Oliver Weik, Direktor des zuständigen Amtsgerichts Pforzheim, bestätigte auf Anfrage, dass am 26. Mai ein Rechtsanwalt mit einem Gutachten beauftragt wurde. Dieses soll laut Weik klären, "ob ein Eröffnungsgrund vorliegt". Zudem gehe es darum, "ob eine kostendeckende Masse vorhanden ist und ob Aussichten für eine Fortführung des Unternehmens des Schuldners bestehen". Für die Erstellung des Gutachtens wurde nach Angaben Weiks eine Frist von einem Monat gesetzt. Ermittlungen wegen möglicher Geldwäsche laufen noch "Unsere Hoffnung ist, dass der Insolvenz stattgegeben wird. Nur so hat der Verein eine echte Chance auf einen Neuanfang", sagte Vereinsvize Florian Thanner der "Bild". Dr. Eckhard Maak von der Generalstaatsanwaltschaft Stuttgart sagte bezüglich des am Flughafen entdeckten Geldes: "Insbesondere werden derzeit noch Beweismittel ausgewertet. Nach derzeitigem Stand wurde kein Haftbefehl aufgehoben oder außer Vollzug gesetzt." Nach Informationen der "Bild" handelt es sich bei den Festgenommenen um frühere Sponsoren des Vereins. Zwar dürfen Einzelpersonen bis zu 9.999 Euro Bargeld ins Ausland mitnehmen. Weil jedoch offenbar zahlreiche Teammitglieder hohe Geldbeträge transportierten, wurde der Zoll tätig. Wenig später nahmen die Ermittler zwei Hauptbeschuldigte fest.



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