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OB-Wahl in Aue: CDU siegt knapp gegen Rechtsextremisten

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Mit dem Wahlsieg von Marcus Hoffmann bleibt Aue-Bad Schlema in CDU-Hand. Der Kandidat der rechtsextremen "Freien Sachsen" scheitert an der Wahlurne. Der CDU-Kandidat Marcus Hoffmann hat die Oberbürgermeisterwahl in Aue-Bad Schlema im Erzgebirge gewonnen. Er setzte sich im zweiten Wahlgang gegen Stefan Hartung von den rechtsextremen "Freien Sachsen" durch. Hoffmann bekam 5.007 Stimmen, Hartung kam auf 4.499 Stimmen, wie die Stadt mitteilte. Hartung hatte am Wahlabend zunächst vorn gelegen. Erst mit der Auszählung der Briefwahlstimmen zog Hoffmann an ihm vorbei. "Nach den anstrengenden Wochen ist jetzt schon ein Stein vom Herzen gefallen, dass es jetzt erst mal vorbei ist", sagte Hoffmann der Deutschen Presse-Agentur. Mit dem positiven Ende sei es "natürlich noch schöner". Jetzt wolle er Sekt und Bier trinken. Der unterlegene Hartung zeigte sich enttäuscht, sah sich aber nicht als klaren Verlierer. Er sei zwar traurig über die Niederlage, sagte er laut dpa, "aber andererseits ist man mit so einem Ergebnis gemessen daran, was einem für eine politische Übermacht gegenüberstand, auch kein Verlierer". Viele hätten Hoffmann gewählt, um ihn zu verhindern. Das sei "leider dann auch kein gutes Omen". Stadt bleibt in CDU-Hand Mit dem Wahlsieg von Hoffmann bleibt Aue-Bad Schlema in CDU-Hand. Der bisherige Oberbürgermeister Heinrich Kohl, ebenfalls CDU , scheidet aus Altersgründen aus. Er steht seit 1999 an der Spitze der Stadt. Wahlgewinner Hoffmann ist erst seit kurzer Zeit Mitglied der Partei und galt politisch bislang als unbeschriebenes Blatt. Er arbeitet im Bauamt der Stadt, ist 41 Jahre alt, verheiratet und hat zwei Kinder. Große Aufmerksamkeit für OB-Wahl Die Wahl hatte weit über Sachsen hinaus Aufmerksamkeit ausgelöst . Hartung hatte im ersten Wahlgang am 10. Mai noch vor Hoffmann gelegen. Bei damals fünf Bewerbern kam er auf 29,0 Prozent, verfehlte aber die nötige absolute Mehrheit. Hoffmann erreichte 23,6 Prozent. Hartung ist 37 Jahre alt, IT-Unternehmer und seit vielen Jahren im rechten Spektrum aktiv. Er war jahrelang Funktionär der NPD, die heute "Die Heimat" heißt. 2009 zog er für die Partei in den Gemeinderat von Bad Schlema ein. Später saß er im Stadtrat und im Kreistag. Bekannt wurde Hartung 2013 mit sogenannten "Lichtelläufen" gegen eine Unterkunft für Asylbewerber im Nachbarort Schneeberg. Die Proteste griffen eine regionale Weihnachtstradition auf und zogen zeitweise mehr als tausend Menschen an. Heute ist Hartung Mitbegründer und stellvertretender Vorsitzender der "Freien Sachsen". Der sächsische Verfassungsschutz beschreibt die rund 1.200 Mitglieder starke Partei als "organisierte Gruppierung von Neonationalsozialisten, Die-Heimat-Funktionären und weiteren Szeneangehörigen oder -sympathisanten". Auch der Bundesverfassungsschutz stuft die Kleinstpartei als rechtsextrem ein. Demnach sehen die "Freien Sachsen" politische Prozesse vor allem als "nützliches Werkzeug zur Vorbereitung eines Systemwechsels". Die Partei fordert mehr Eigenständigkeit für Sachsen und propagiert notfalls einen sogenannten "Säxit", also einen Austritt Sachsens aus der Bundesrepublik. Sorge vor Spaltung bleibt Trotz Hoffmanns Sieg zeigt das Ergebnis, wie stark das rechtsextreme Lager in der Stadt ist. Hartung kam auf 4.499 Stimmen und damit auf mehr als 47 Prozent. Der erzgebirgische Kreisverband der Grünen gratulierte Hoffmann und schrieb zugleich, das Ergebnis des rechtsextremen Kandidaten stimme "sehr nachdenklich". Nach einem polarisierten Wahlkampf brauche es nun eine Politik, "die Menschen zusammenführt statt sie gegeneinander auszuspielen". Auch im Rathaus wird die Wahl als Belastung für die Stadt gesehen. Stadtsprecherin Jana Kurwig sagte der "Freien Presse": "Die Wahl hat für das Image der Stadt enormen Schaden angerichtet." Sie habe noch nie erlebt, dass ein Wahlkampf so unsachlich geführt worden sei. "Und es haben sich zwischen den Menschen Gräben aufgetan." Ihre Hoffnung sei nun, dass die Bürger wieder zueinanderfinden. Aue-Bad Schlema liegt im westlichen Erzgebirge, knapp 40 Kilometer von Chemnitz entfernt. Die Stadt ist von Bergbaugeschichte geprägt. Bad Schlema wurde nach den Schäden des Uranbergbaus mit hohen staatlichen Hilfen saniert und als Kurort neu aufgebaut. Im kommenden Jahr ist Aue-Bad Schlema Gastgeber der sächsischen Landesgartenschau .



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