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Iran warnt Netanjahu: Israel hat "alle roten Linien überschritten"

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Die Lage im Nahen Osten eskaliert erneut. Israel attackiert zunächst den Libanon, es folgt die Reaktion aus dem Iran. US-Präsident Trump versucht, die Wogen zu glätten. Die Lage im Nahen Osten droht erneut zu eskalieren. Am Sonntag warfen die iranischen Streitkräfte Israel vor, mit seinem jüngsten Angriff auf Beirut "alle roten Linien überschritten" zu haben. Die israelische Armee müsse ihre Angriffe auf den Süden des Libanons und die Vororte stoppen, forderte der iranische Armeekommandeur Ali Abdollahi in einer im Fernsehen veröffentlichten Erklärung. Zuvor waren bei einem israelischen Luftangriff auf die südlichen Vororte von Beirut mindestens zwei Menschen getötet und 20 weitere verletzt worden. Der Luftangriff habe dem Gebiet Mreijeh am südlichen Stadtrand von Beirut gegolten, teilte das libanesische Gesundheitsministerium mit. Er habe zu "zwei Märtyrern und 20 Verletzten geführt, darunter vier Kinder und vier Frauen". Als Reaktion auf den israelischen Angriff attackierten die Streitkräfte des Iran eigenen Angaben zufolge mit Raketenangriffen auf israelische Militäreinrichtungen. Der Luftwaffenstützpunkt Ramat David sei mit ballistischen Raketen attackiert worden, hieß es in einer von der iranischen Nachrichtenagentur Tasnim verbreiteten Erklärung der Revolutionsgarden. Die iranischen Revolutionsgarden erklärten, der nächtliche Raketenangriff auf Israel sei eine "Warnung", nachdem Israel zuvor Beirut angegriffen habe. Iran: Können "noch verheerender" zurückschlagen "Wenn solche Aggressionen wiederholt werden, werden die Antworten umfassender sein und alle US-zionistischen Ziele in der Region abdecken", hieß es weiter. Auch der iranische Armeekommandeur Abdollahi erklärte, wenn die israelische Armee "ihre Angriffe in dieser Region ausweitet oder auf die Aktionen des Iran antwortet", werde Israel "noch verheerendere und bedauerlichere Rückschläge erleiden". Im Norden und im Zentrum Israels, darunter in den Städten Haifa, Caesarea und Hadera, war am Sonntag zunächst Luftalarm ausgelöst worden. Kurz darauf meldete die israelische Armee eine zweite aus dem Iran kommende Raketensalve. "Eine weitere Welle von Raketen ist in Richtung des Staates Israel abgefeuert worden", hieß es in einer kurzen Mitteilung des israelischen Militärs. "Das Luftabwehrsystem identifiziert und fängt derzeit die Bedrohungen ab". Bisher seien alle Raketen abgefangen worden. Nach Angaben des israelischen TV-Senders N12 schlugen Raketentrümmer im Norden Israels ein, unter anderem nahe der Stadt Tiberias. Eine 79-Jährige habe Verletzungen am Kopf erlitten, als sie in einen Schutzraum eilte. Der Unterricht in allen Schulen Israels wurde laut dem Zivilschutz für Montag abgesagt. Der internationale Flughafen bei Tel Aviv blieb nach Medienberichten zunächst geöffnet. Trump: "Israel hat genug reagiert" Unterdessen will US-Präsident Donald Trump den israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu offenbar auffordern, auf Vergeltungsschläge gegen Teheran zu verzichten. Trump habe ein entsprechendes Telefonat mit Netanjahu angekündigt, berichtete ein Reporter des Nachrichtenportals "Axios" auf X. Der israelische Sender Kan berichtete ebenfalls, dass Israel nach Trumps Willen nicht auf die Angriffe reagieren solle. "Israel hat genug reagiert", sagte Trump demnach einem Korrespondenten des Senders. Trump dürfte weiterhin darauf hoffen, ein Rahmenabkommen mit Teheran abzuschließen. "Was ich dem Iran raten würde: Ihr habt eure Raketen abgefeuert, das reicht. Kehrt an den Verhandlungstisch zurück und schließt ein Abkommen", sagte er laut dem US-Sender Fox News. Eine öffentliche Stellungnahme des Weißen Hauses stand zunächst aus. Trump deutete laut Fox News an, dass die Verhandlungen mit dem Iran auf eine mögliche Einigung zusteuerten. Diese könnte "am Montag, Dienstag oder Mittwoch kommender Woche" erzielt werden, hieß es weiter. Mit Blick auf die jüngsten israelischen Angriffe im Libanon sagte der Präsident unterdessen: "Ich bin nicht erfreut darüber." Die Rhetorik aus Israel dürfte Trump allerdings wenig Anlass geben, dass sein Plan eines umfassenden Friedensabkommens bald aufgehen könnte. So bereitet sich die israelische Armee nach Angaben eines Militärsprechers auf alle Szenarien vor. Das Militär sei "stark in der Verteidigung und im Angriff", sagte Sprecher Effie Defrin in einer Video-Ansprache. Der israelische Militärchef Ejal Zamir halte gegenwärtig Beratungen ab und billige "Pläne für das weitere Vorgehen". Der Iran habe mit den neuen Raketenangriffen auf Israel einen "schweren Fehler begangen", sagte der Sprecher.



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