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Kriminalität: Mann stirbt nach Injektionen – Sexarbeiterinnen vor Gericht

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In einem Domina-Studio kollabiert ein Gast. Jede Hilfe kommt zu spät. Führte ein verabreichtes Lokalanästhetikum zum Tod des Mannes? Die Anklage geht von Körperverletzung mit Todesfolge aus.

Nach einem tödlichen Vorfall in einem Domina-Studio stehen zwei Sexarbeiterinnen vor dem Berliner Landgericht. Die 41 und 42 Jahre alten Frauen sollen einem Gast ein Lokalanästhetikum verabreicht haben – wie mit ihm zuvor vereinbart, heißt es in der Anklage. Nach Injektionen sei er beim Sex kollabiert und wenig später gestorben.

Die Anklage lautet auf gefährliche Körperverletzung und Körperverletzung mit Todesfolge. Die Frauen hätten bei dem Geschehen im April 2024 in einem Studio in Berlin-Charlottenburg „grob sorgfaltswidrig“ außer Acht gelassen, dass die intravenöse Verabreichung des Mittels in der festgestellten Menge „erhebliche Risiken für die Gesundheit und das Leben des Mannes barg“, so die Staatsanwältin. Sie hätten in Kenntnis der Risiken gehandelt.

Verteidiger: „Über das Geschehen entsetzt“

Zu Prozessbeginn äußerten sich die Frauen zunächst nicht zu den Vorwürfen, allerdings kurz über ihre Anwälte zu ihren persönlichen Verhältnissen. Beide gaben an, nebenberuflich als Domina tätig gewesen zu sein. Für die 42-Jährige sagte ihr Anwalt, sie sei über das Geschehene entsetzt und wisse bis heute nicht, woran der Mann gestorben ist. Sie habe die Tätigkeit als Domina gänzlich aufgegeben und arbeite seitdem als Pflegehelferin.

Die 41-Jährige und der Gast hatten sich nach Angaben eines Verteidigers Anfang 2024 kennengelernt. Der 41-Jährige habe dann „mit privater Absicht angerufen“. Es sei zu regelmäßigen Treffen in einem Hotel gekommen. Schließlich habe der Mann von sich aus das Anästhetikum angesprochen - „er wollte es probieren“. 

Laut Ermittlungen soll die 41-Jährige ihre mitangeklagte damalige Kollegin um Unterstützung bei den Injektionen gebeten haben, weil sie im Umgang mit dem Arzneimittel nicht erfahren gewesen sei. Als der Mann bewusstlos wurde, hätten die Frauen umgehend Reanimationsmaßnahmen begonnen und die Feuerwehr alarmiert. Für den Prozess sind zunächst vier weitere Tage bis zum 21. Juli terminiert.




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