Im Aztekenstadion geht Gastgeber Mexiko früh in Führung. Kurz nach der Halbzeit kommt es zu einem Platzverweis und damit zur Vorentscheidung. Mexiko hat das erste Spiel der Weltmeisterschaft gegen Südafrika 2:0 (1:0) gewonnen und startet damit als Gastgeber mit drei Punkten in die Gruppe A. Bereits in der neunten Minute hatte Julián Quiñones El Tri in Führung gebracht. Danach flachte die Partie bis zur Pause ab, die mexikanische Mannschaft blieb trotzdem spielbestimmend. Kurz nach dem Seitenwechsel gab es einen Platzverweis für Südafrikas Sphephelo Sithole, der Mexikos Brian Gutiérrez kurz vor dem Strafraum als letzter Mann zu Fall brachte. Im Anschluss daran strahlte Südafrika keine Gefahr mehr aus, vielmehr traf Raúl Jiménez noch für Mexiko und erzielte damit den Endstand zum 2:0. Für Südafrika war das jedoch noch nicht der Schlusspunkt, Schiedsrichter Wilton Sampaio deutete einen Zusammenprall zwischen Südafrikas Themba Zwane und Roberto Alvarado als Tätlichkeit des Südafrikaners. Auch Zwane flog vom Platz. Doch damit nicht genug, in der Nachspielzeit zog der brasilianische Schiedsrichter erneut die Rote Karte, dieses Mal traf es Mexikos César Montes. So lief das Spiel Um 13.05 Ortszeit, nachdem sich erstmals der gesamte Kader beider Mannschaften zur Hymne um den Mittelkreis postiert hatte, und damit fünf Minuten später als vorgesehen, ging es los. Mexikos Trainer Javier Aguirre, der wie sein belgisches Pendant Hugo Broos bei den Südafrikanern 1986 bei der WM als Spieler dabei gewesen war, verzichtete zunächst auf seinen 17 Jahre alten Super-Teenager Gilberto Mora. Im Tor stand statt Keeper-Ikone Guillermo Ochoa (40) bei dessen sechster WM der 26 Jahre alte Raúl Rangel. Das ist der Grund: Mexiko-Star trägt auffälliges Stirnband Wegen einer Kriegsszene: WM-Teilnehmer muss Trikotdesign ändern Doch alles, was Aguirre sich ausgedacht hatte, ging auf. Und wie. Nach fünf Minuten die erste Riesenchance. Von der rechten Seite flankte der aufgerückte Verteidiger Israel Reyes in den Rücken der südafrikanischen Abwehr, Jiménez zog direkt ab. Eben noch so konnte Keeper und Kapitän Ronwen Williams den Ball zur Ecke lenken. Wenig später war es um die Bafana Bafana, die wegen fehlender Visa verspätet in Mexiko angekommen war, geschehen. Erik Lira eroberte 20 Meter vor dem südafrikanischen Tor den Ball, legte Quiñones auf, der Williams demütigend aus etwa 16 Metern tunnelte. Das Aztekenstadion, das schon so oft Schauplatz für historische Fußball-Momente war, schien förmlich zu explodieren, die Mexikaner brüllten nach Leibeskräften ihre Freude heraus und schleuderten ihre Papp-Sombreros. Fünfmal schon bestritt "El Tri", wie die Mannschaft wegen der drei Nationalfarben genannt wird, ein Eröffnungsspiel. Das erste 1930. Fast hundert Jahre später sollte nach drei Niederlagen und zwei Remis endlich der erste Auftaktsieg gelingen. Zuletzt hatten sie 1:1 gespielt – 2010 gegen den damaligen Gastgeber, der Südafrika hieß. Für ein eigenes Tor war Südafrika bei seiner ersten Endrunde seit dem Heimturnier 2010 zunächst zu harmlos. Auch die Unterbrechung durch die bei dieser WM fixen Trinkpausen veränderte den Rhythmus des Spiels nicht. Stattdessen eskalierten sie im Aztekenstadion kurz vor der Halbzeit fast ein zweites Mal. Doch Quiñones (42.) traf nur den Pfosten. Und es wurde nicht besser aus Sicht der Südafrikaner. Direkt nach Wiederanpfiff hatte Torwart Ronwen Williams einen Aussetzer, spielte den Ball direkt in den Fuß des an der Strafraumgrenze stehenden Mexikaners Álvaro Fidalgo. Doch der Mittelfeldspieler agierte nicht zielstrebig genug, vertändelte die Möglichkeit letztlich. Nur wenige Minuten später das nächste Fiasko. Brian Gutiérrez wurde steil geschickt, entwischte der südafrikanischen Abwehr kurz hinter der Mittellinie – und wurde von Sithole mit einer Notbremse kurz vor dem Strafraum gestoppt. Den fälligen Freistoß setzte Jiménez nur in die Mauer. Doch spätestens da hatte die WM ihren ersten tragischen Helden. Denn: Sithole blickte verzweifelt in Richtung Himmel über dem Aztekenstadion. Nach nicht einmal einer Stunde Spielzeit hatte die Fußball-WM ihre erste tragische Figur. Gegentor im Eröffnungsspiel gegen Mexiko verschuldet, Rote Karte kassiert – so sieht mal ein richtig rabenschwarzer Tag aus. Der Unglücksrabe trägt bei dieser WM die Nummer 13. Oder, womöglich: Er trug sie. Nach 66 Minuten wurde es erneut stimmungsvoll im Aztekenstadion. Trainer Aguirre wechselte den erst 17 Jahre und 240 Tage alten Gilberto Mora ein, der damit zu Mexikos jüngstem WM-Spieler avancierte. Die "Mora, Mora"-Sprechchöre waren noch zu hören, da sorgte Jiménez per Kopf für die Entscheidung. Kurz vor Schluss schlug der eingewechselte Zwane Roberto Alvarado gegen den Kopf – zweiter Platzverweis für Südafrika nach Videobeweis. In der Nachspielzeit erwischte es auch den Mexikaner César Montes nach einer Notbremse.