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Prozess: Vor dem Urteil gegen Marine Le Pen zeigt sich Bardella loyal

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In Frankreich wartet auf das Urteil im Betrugsprozess gegen Le Pen. Es entscheidet über ihre Kandidatur für die Wahl 2027. Für ihren Rivalen wird eine Beziehung zum Problem. Marine Le Pen , 57, war sich sicher. "Bis zum Sieg", versprach Frankreichs führende Rechtsaußenpolitikerin bei einem Parteitreffen am Wochenende. Neben ihr stand Jordan Bardella, 30, der offizielle Vorsitzende der Rechtaußenpartei Rassemblement National (RN). Es ist eine entscheidende Woche für Le Pen, für Bardella und ihre Bewegung. Am Dienstag folgt das Urteil im Berufungsprozess gegen Marine Le Pen. Es geht um die illegale Verwendung von EU-Geldern für Parteizwecke. Und um Le Pens politische Zukunft. In erster Instanz hatte ihr das Gericht die politischen Bürgerrechte abgesprochen. Bleibt das Urteil bestehen, kann Le Pen bei der Präsidentschaftswahl im kommenden Mai nicht antreten. Dann wäre Bardella am Zug. Analyse: Brisantes Urteil gegen Marine Le Pen Frankreich: Bardella rechnet mit AfD ab Le Pen hatte sich zuletzt weitgehend zurückgezogen. Am Wochenende stellte Bardella klar: Er hoffe, dass Le Pen "in einigen Monaten zur Präsidentin der Republik gewählt wird". Er bekräftigte seine "uneingeschränkte Unterstützung" für die Frontfrau des RN. Linke zieht gespalten in die Wahl Die politische Lage ist heikel in Frankreich . Und die Wahl im kommenden Frühjahr entscheidet auch über Europas Zukunft. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron darf nach zwei Amtszeiten nicht wieder kandidieren. Die politische Landschaft ist traditionell stark fragmentiert. In Frankreich sind Parteien mehr die Wahlkampfmaschine eines Politikers als eine dauerhafte Organisation. Macron hatte es mit seiner Bewegung Renaissance – Wiedergeburt – bei seiner Wahl 2017 vorgemacht. Er stürmte mit einer neuen Partei ins Präsidentenamt. Die Begeisterung für Macron und seine Reformbewegung ist längst verflacht. Der scheidende Präsident und seine Partei verfügen im Parlament über keine eigene Mehrheit. So scheint bei der Wahl im kommenden Jahr vieles möglich. Zumal Frankreich nach einem sehr eigenen Prinzip wählt. In zwei Runden am 18. April und 2. Mai wird die neue Staatsspitze ermittelt. In Runde 2 ziehen die beiden Bestplatzierten des ersten Wahlgangs ein. So wird in Frankreich emsig gerechnet im Moment. 45 Bewerber haben bislang ihre Kandidatur für das Präsidentenamt angekündigt. Auf Linksaußen Jean-Luc Mélenchon von der Bewegung La France Insoumise (LFI) – Unbeugsames Frankreich. Sein Programm lässt sich am ehesten mit dem Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) in Deutschland vergleichen. Links in der Sozialpolitk, rechts mit Blick auf Migration. Damit punktet Mélenchon. Und damit spaltet er Frankreichs Linke. Nicht wenige fürchten eine zweite Runde zwischen Mélenchon und dem möglichen RN-Kandidaten. Bürgerliche Mitte setzt auf Deutschland-Kenner Bei der Parlamentswahl 2024 hatte ein breites Linksbündnis von Mélenchon über Grüne bis zur sozialdemokratischen Parti Socialiste (PS) noch einen Durchmarsch verhindert. Nun schauen viel auf Edouard Philippe, 55. Der ehemalige Premierminister, derzeit Bürgermeister der Hafenstadt Le Havre, ist in Bonn als Sohn eines französischen Gast-Lehrerpaars aufgewachsen. Er soll die liberal bürgerlichen Kräfte links und rechts der Mitte sammeln. Er lud am Sonntag zu einem ersten großen Parteitreffen. In Umfragen liegt Philippe knapp vor Bardella. Doch sind die Erhebungen zurückhaltend zu bewerten, weil noch nicht alle Parteien ihre Kandidaten nominiert haben. Hinzu kommen die Risiken des französischen Mehrheitswahlsystems. Und das ausstehende Urteil am Dienstag. Bardella rechnet mit AfD ab und hat ein neues Problem Wer zieht auf Rechtsaußen in den Wahlkampf? Bardella oder doch Le Pen? Bardella, Sohn algerisch-italienischer Einwanderer aus der Banlieue von Paris , setzte sich zuletzt deutlich von der AfD ab. Im Europaparlament sitzen beide Parteien schon in getrennten Fraktionen. "Viele Positionen der AfD sind mit unseren Grundsätzen unvereinbar", sagte Bardella der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung. Was den französischen Rechtsaußen konkret stört? "Die extreme Rhetorik in historischen Fragen", so Bardella. Zuletzt machte der aufstrebende Mann der RN seine Beziehung offen zu Prinzessin Maria Carolina von Bourbon-Sizilien, italienischer Hochadel. "Sich als Anwalt der 'kleinen Leute' und als 'authentischer Wortführer' eines von den Eliten verachteten Frankreichs" zu inszenieren, aber zugleich an der Seite einer Erbin mit einem Vermögen von mehreren hundert Millionen Euro aufzutreten, ist scheinheilig", so die Zeitung "Le Monde". Bardella ist geschwächt, noch ehe der Wahlkampf beginnt. Eine Kandidatin Marine Le Pen könnte stärker die traditionelle RN-Basis ansprechen. Unabhängig, wer von beiden antritt, bereitet sich Europa schon auf mögliche Szenarien bei der Wahl in Frankreich vor. Christine Lagarde, Chefin der Europäischen Zentralbank (EZB), deutete vergangene Woche erstmals einen vorzeitigen Rückzug an. Sie scheidet im Oktober 2027 ohnehin aus dem Amt. Lagardes vorzeitiger Abschied würde die Nachfolgeregelung bei der Zentralbank erleichtern. Die neue EZB-Spitze könnte dann noch vor der Präsidentschaftswahl in Frankreich geregelt werden. Vor einem möglichen Sieg der EU-kritischen Kräfte von RN. Oder von Jean-Luc Mélenchon.



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