Prozess: Ex-Schwiegermutter getötet? Mann schweigt zu Mordvorwurf
Ein Vater soll aus Wut über den Kontaktverlust zur Tochter seine frühere Schwiegermutter getötet haben. Vor Gericht schweigt er. Trotzdem erfährt man zum Verhandlungsbeginn etwas über ihn.
Wegen heimtückischen Mordes an seiner früheren Schwiegermutter steht ein 47 Jahre alter Mann vor dem Landgericht Heilbronn - und er schweigt. Zum Auftakt des Prozesses wollte sich der Angeklagte zu den Vorwürfen nicht äußern. Laut Staatsanwaltschaft wurde ihm der Kontakt zu seiner Tochter verwehrt - deswegen habe die Ex-Schwiegermutter sterben müssen.
Laut Anklage soll der Mann die Abläufe der 58-Jährigen genau gekannt haben. Am Tattag im Januar soll er ihr an ihrer Wohnanschrift in Schöntal (Hohenlohekreis) mitten in der Nacht aufgelauert haben, während sie mit dem Hund Gassi gehen wollte. Die Frau habe nicht damit gerechnet, sei arg- und wehrlos gewesen. Daraufhin habe er ihr mit einer Stange eines Wagenhebers mindestens zehnmal gegen den Kopf geschlagen. Trotz Erster Hilfe sei sie noch am Tatort gestorben.
Tochter lebte bei den Großeltern
Laut Anklage soll der Angeklagte die 58-Jährige dafür verantwortlich gemacht haben, dass ihm der Kontakt zu seiner Tochter nach und nach verwehrt worden sei. Das Kind habe seit Ende November bei den Großeltern gelebt - seine Schwiegermutter sei die Hauptbezugsperson der Tochter gewesen.
Zu den Vorwürfen äußerte sich der Angeklagte nicht. Einen Einblick in sein Leben gab dafür ein Sachverständiger: Ihm zufolge machte der Angeklagte eine Ausbildung im Kfz-Bereich und war mit seiner späteren Ex-Frau 17 Jahre zusammen, davon zehn Jahre verheiratet. Nach der Scheidung soll ihm der Umgang mit der gemeinsamen Tochter zunehmend erschwert worden sein.
Das Gericht will in den kommenden Wochen die Hintergründe klären. Dafür sind insgesamt elf Verhandlungstage angesetzt, an denen 62 Zeugen gehört werden sollen. Der nächste Verhandlungstag ist für Mittwoch angesetzt.
