Extremtemperaturen: Die Hitze-Rekorde in Europa – werden sie 2026 gebrochen?
In Deutschland fiel der bisherige Temperaturrekord von 41,2 Grad Celsius bereits im Juni. Nun naht die nächste Hitzewelle: Wird auch die neue Messlatte gerissen – und was macht der Rest Europas?
Die Hitzewelle im Juni stellte Deutschland und weite Teile Europas vor besondere Herausforderungen. Hierzulande wurde nicht nur der bisherige deutsche Juni-Rekord von 39,6 Grad Celsius aus dem Jahr 2019 übertroffen, sondern sogar die höchste jemals gemessene Temperatur von 41,2 Grad. In Neißemünde-Coschen in Brandenburg maßen die Wetterexperten 41,7 Grad.
Zur Hitze kam zudem anhaltende Trockenheit: In Dresden reagierten die Behörden auf stark gesunkene Wasserstände mit einem Entnahmeverbot für Gewässer. Die Regelung gilt noch bis Ende Oktober und betrifft Flüsse und Bäche. Selbst das Schöpfen von Wasser mit einfachen Behältern ist untersagt. Hintergrund sind außergewöhnlich niedrige Pegelstände. In Niedersachsen gibt es ein Bewässerungsverbot an besonders heißen Tagen.
Bisherige Hitzerekorde:
| Land | Höchsttemperatur (ganzjährig) | gemessen |
| Deutschland | 41,7 | 29. Juni 2026 |
| Frankreich | 46,0 | 28. Juni 2019 |
| England | 40,3 | 19. Juli 2022 |
| Spanien | 47,6 | 14. August 2021 |
| Italien | 48,8 | 11. August 2021 |
| Polen | 40,5 | 29. Juni 2026 |
| Dänemark | 37,0 | 29. Juni 2026 |
| Ägypten | 50,9 | 7. Juni 2024 |
| Marokko | 50,4 | 11. August 2023 |
| Griechenland | 48,0 | 10. Juli 1977 |
| Österreich | 40,5 | 8. August 2013 |
| Belgien | 41,8 | 25. Juli 2019 |
Rekord-Hitze: Deutschland ergreift Maßnahmen
Mit den steigenden Temperaturen wächst zugleich die Sorge um die Gesundheit der Menschen. Die evangelische Kirche beteiligt sich deshalb an der Initiative „Kühle Kirchen“ und öffnet an heißen Tagen vielerorts ihre Gotteshäuser als Rückzugsorte vor der Hitze. Die Gemeinden wollen damit insbesondere jenen helfen, die keinen Zugang zu ausreichend gekühlten Räumen haben.
Auch Arbeitnehmer geraten zunehmend in den Fokus der Debatte. Der Europäische Gewerkschaftsbund fordert europaweit verbindliche Erholungspausen bei großer Hitze. Als Vorbild nennt die Organisation die Trinkunterbrechungen bei Fußball-Weltmeisterschaften. Nach Ansicht des Verbands reichen wenige Minuten jedoch nicht aus, um Beschäftigten in körperlich belastenden Berufen wie dem Baugewerbe, der Landwirtschaft oder im öffentlichen Verkehr ausreichende Erholung zu ermöglichen.
Bereits Temperaturen von mehr als 30 Grad erhöhten das Risiko von Todesfällen am Arbeitsplatz – bei Werten über 38 Grad sogar um bis zu 15 Prozent. Deshalb fordert die Dachorganisation, die nach eigenen Angaben 45 Millionen Beschäftigte aus 94 Gewerkschaften in 42 Ländern vertritt, ein europaweites Recht auf zusätzliche Pausen bei vollem Lohnausgleich.
Auswirkungen auf Sportereignisse
Selbst der Spitzensport muss sich inzwischen auf die neuen Bedingungen einstellen. Deutschlandweit wurden etwa im Juni in mehreren Regionen Fußballspiele abgesagt, in Hamburg der Halbmarathon. Auch Österreich ergriff Maßnahmen: Vor dem Formel-1-Rennen in Spielberg, wo Temperaturen von bis zu 36 Grad erwartet wurden, mussten die Teams zusätzliche Kühlsysteme in die Fahrzeuge integrieren. Außerdem konnten die Fahrer spezielle Kühlwesten nutzen, um die extreme Hitze in den Cockpits besser zu bewältigen.
Wer kann, lässt während der nächsten Hitzewelle sowohl Spitzensport als auch Arbeit aber besser bleiben und macht es sich mit einem kühlen Getränk im Schatten gemütlich.
