Trump baut Außenministerium um – Experte sieht Schwächung der USA
Seit Trumps Amtsantritt wurde das US-Außenministerium grundlegend umstrukturiert. Ehemalige Spitzenbeamte sehen die Handlungsfähigkeit der USA gefährdet. Die Regierung von US-Präsident Donald Trump hat den Umbau des Außenministeriums deutlich vorangetrieben. Nach Angaben der Regierung wurden Stellen abgebaut, zahlreiche Botschafterposten sind unbesetzt und politische Vertraute des Präsidenten übernehmen eine größere Rolle in der Außenpolitik. Ehemalige Diplomaten warnen vor einer Schwächung des diplomatischen Apparats der Vereinigten Staaten. Der frühere US-Botschafter in China , Nicholas Burns, sprach in der "Financial Times" von der schwersten Krise des diplomatischen Dienstes seit dessen Gründung. Auch der frühere CIA-Direktor und ehemalige Spitzendiplomat William Burns warnte vor dem Verlust jahrzehntelang aufgebauter Erfahrung und institutionellen Wissens. Trumps Rede: Warum jetzt höchste Vorsicht geboten ist Berichte über ICE-Todesschützen: "Einen psychisch Kranken in eine Tötungsmaschine verwandelt" Trump-Regierung: Ministerium soll effizienter arbeiten Kritik entzündet sich vor allem daran, dass die Regierung nach Angaben der Zeitung deutlich seltener auf Berufsdiplomaten setzt als frühere Präsidenten. Stattdessen würden enge Vertraute Trumps und politische Verbündete bei wichtigen außenpolitischen Vorhaben stärker eingebunden. Die Trump-Regierung weist die Vorwürfe zurück. Ein Sprecher des Außenministeriums erklärte, Berufs- und politische Beamte arbeiteten weiterhin eng zusammen. Die Reformen dienten dazu, das Ministerium effizienter zu machen und konsequenter an die außenpolitischen Ziele der Regierung auszurichten. Aufgabe des Außenministeriums sei es, die Politik des Präsidenten umzusetzen – nicht, sie selbst zu gestalten. Nach Einschätzung früherer Mitarbeiter hat sich dadurch auch die Arbeitskultur verändert. Einige Diplomaten berichten laut der Zeitung von größerer Zurückhaltung bei internen Einschätzungen und einer stärkeren politischen Kontrolle. Vertreter der Regierung widersprechen dieser Darstellung und sprechen von einer notwendigen Neuausrichtung einer über Jahre gewachsenen Bürokratie.