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Häufige Fehler auf See: In Not auf Nord- und Ostsee - Worauf Sportler achten sollten

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Nord- und Ostsee zählen zu den anspruchsvollsten Wassersportgebieten der Welt. Was wirklich schützt, wenn Wind, Strömung und Gezeiten zur Gefahr werden.

Wer das Meer unterschätzt, bringt sich schnell in Gefahr. Wind, Strömung und Gezeiten können selbst erfahrene Sportlerinnen und Sportler überraschen. Die Seenotretter retteten im vergangenen Jahr nach eigenen Angaben rund 460 Menschen aus Seenot oder befreiten sie aus Gefahr - darunter auch zahlreiche Wassersportler. 

Manche Einsätze seien besonders folgenschwer, sagte Antke Reemts von der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Etwa wenn Menschen über Bord gehen (17 Mal im vergangenen Jahr), Feuer an Bord ausbricht (viermal) oder Wasser eindringt (39 Mal). „In allen diesen Fällen ist die Zeit, Menschen zu retten, knapp bemessen, und manchmal reicht sie nicht aus.“

Mit der richtigen Vorbereitung lassen sich viele Notlagen jedoch vermeiden. Sieben Fragen und Antworten für alle, die sicher auf Nord- und Ostsee unterwegs sein wollen:

Wie sollten sich Wassersportler wappnen, um nicht in Seenot zu geraten?

Die wichtigste Schutzmaßnahme beginnt an Land: Eine für Gewicht und Bekleidung passende Rettungsweste muss korrekt angelegt und regelmäßig gewartet sein. „Sie sind auf See quasi die Lebensversicherung“, sagte Reemts. Bei schlechtem Wetter und nachts gilt zusätzlich: Lifelines tragen und sich einpicken, also die Sicherheitsleine an den dafür vorgesehenen Punkten am Schiff befestigen, damit man gar nicht erst ins Wasser fällt.

Vor jedem Ausflug aufs Wasser sollte eine Rückkehrzeit bei Familie oder Bekannten hinterlegt werden. „Diese Personen sollten auf jeden Fall wissen, was zu tun ist, wenn jemand zur angegebenen Zeit nicht zurückkehrt“, betonte Reemts. Sicherheits-Checklisten und die kostenlose App SafeTrx helfen, zum Saisonstart nichts zu vergessen.

Was ist beim Wattwandern wichtig?

Im Watt unterschätzen viele die Geschwindigkeit des auflaufenden Wassers. „Beim Wandern am Strand ist leicht zu übersehen, dass Priele sich bereits bei auflaufendem Wasser füllen“, warnt Reemts. Sie können sich in reißende Ströme verwandeln, die sich nicht mehr durchqueren lassen. Im Schlickwatt kann man außerdem tief einsinken. 

Deshalb gilt: Niemals ohne erfahrenen Wattführer ins Watt, den Wetterbericht im Blick behalten und bei aufkommendem Seenebel oder drohendem Gewitter sofort auf sichere Wege am Festland zurückkehren.

Worauf sollten Schwimmer achten?

Aufblasbare Plastiktiere, Reifen oder Luftmatratzen bieten keinen Schutz vor dem Ertrinken. Kinderschwimmsitze sind besonders gefährlich, da Wellen den Sitz kippen können. Kinder sollten im Meer niemals alleine schwimmen und nur TÜV-geprüfte Schwimmärmel mit Doppelkammer und Rückschlagventil tragen. 

Bei Wind und Strömung können kleine und große Schwimmer schnell abtreiben - deshalb gilt für alle: vor dem Baden abkühlen, die eigene Kondition realistisch einschätzen und die Kraft des Meeres niemals unterschätzen.

Was ist beim Hobbyangeln entscheidend?

Rettungsweste, Kälteschutz, GPS, Kompass und Funkgerät gehören für Hobbyangelnde zur Pflichtausrüstung. Vor dem Ablegen unbedingt den Wetterbericht prüfen und leuchtende Kleidung tragen. Tarnkleidung ist auf See gefährlich, weil man im Notfall schlechter entdeckt wird. 

Auch das Boot muss zuverlässig gewartet sein: Öl- und Kühlwasserstand prüfen, ausreichend Treibstoff tanken und sicherstellen, dass Sicherheitsausrüstung, Lebensmittel und Trinkwasser an Bord sind. 

Wie können SUP-Fahrer Gefahren erkennen?

Stand-up-Paddling wirkt harmlos. „Wind, Strömungen und Gezeiten können aber an den deutschen Meeresküsten dazu führen, dass Wassersportler es nicht mehr aus eigener Kraft zurück an den Strand schaffen“, sagte Reemts. „Auch wenn es scheinbar nur wenige Meter sind.“ 

Wer aufs Board steigt, sollte sich deshalb vorab über lokale Wind- und Strömungsverhältnisse informieren und immer einkalkulieren, dass die Rückkehr schwerer werden kann als die Hinfahrt.

Welche Fehler sollten Segler vermeiden?

Zu den häufigsten Einsatzursachen auf See zählten laut den Seenotrettern 2025 Grundberührungen in rund 25 Prozent und Maschinenprobleme in mehr als 30 Prozent der Fälle. Beides lässt sich durch sorgfältige Navigation und regelmäßige Wartung vermeiden. Besonderes Augenmerk gilt den sogenannten Seegatten, also schmalen Fahrwassern zwischen Inseln und Sandbänken, die bei falscher Einschätzung von Strömung und Wetter zur Falle werden können. 

Vor dem Ablegen sollte die gesamte Crew wissen, wie bei einem Person-über-Bord-Manöver vorzugehen ist und wie Rettungs- und Signalmittel bedient werden. „Gute Ausbildung ist im Wassersport oberstes Gebot“, betonte eine Sprecherin der Seenotretter.

Wie sollte man sich verhalten, wenn man dennoch in Not gerät?

Wer in Seenot gerät, sollte sofort einen sogenannten Mayday-Ruf - also ein Notsignal über Funk - absetzen: über die DSC-Taste, über UKW-Kanal 16 (Rufname: Bremen Rescue) oder telefonisch unter +49 421 53680. Aus deutschen Mobilfunknetzen ist die Rettungsleitstelle See in Küstennähe auch über die Kurzwahl 124124 erreichbar. Wer diese Nummer vom Smartphone anruft, übermittelt automatisch seinen Standort, was im Ernstfall entscheidend sein kann. 

Alle Nummern gelten auch, wenn man vom Strand aus eine gefährliche Situation beobachtet. Je früher der Notruf abgesetzt wird, desto größer sind die Chancen auf eine schnelle Rettung.

Weitere Informationen zum TdS




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