Sie stehen längst in den Startlöchern: die Kandidaten für das Ministerpräsidentenamt in Sachsen-Anhalt. Sven Schulze zieht für die CDU in den Wahlkampf – und es wird ein Kampf, will er sein Amt gegen die AfD verteidigen. Wenn am 6. September die Wahllokale öffnen, erhofft sich die CDU einiges bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt (LSA). Bei der vergangenen Wahl 2021 wurden die Christdemokraten in diesem Bundesland die mit Abstand stärkste Kraft. In den Wahlumfragen zur LSA-Wahl 2026 liegt die CDU jedoch hinter der AfD zurück. Bislang stellt die CDU mit Sven Schulze den Ministerpräsidenten. Er übernahm Ende Januar 2026 verfrüht die Regierungsgeschäfte von seinem Parteifreund Reiner Haseloff . Nun stellt sich Schulze erstmals als Spitzenkandidat der Landtagswahl Sachsen-Anhalt. t-online erklärt, was es über Sven Schulze zu wissen gilt. Im September: Umfragen vor der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt Vor der Landtagswahl 2026: So lief das Wahlforum in Magdeburg Steckbrief des CDU-Kandidaten bei der Sachsen-Anhalt-Wahl 2026 Beruf: Ministerpräsident und Chef des CDU-Landesverbands in Sachsen-Anhalt, vorher Minister für Wirtschaft, Tourismus , Landwirtschaft und Forsten Geburtstag: 31. Juli 1979 Geburtsort: Quedlinburg , Kreis Harz Wohnort: Magdeburg Familienstand: verheiratet, drei Kinder Berufsausbildung: Diplom in Wirtschaftsingenieurwesen Landtagswahl Sachsen-Anhalt 2026: Wer ist CDU-Kandidat Sven Schulze? Sven Schulze wurde am 31. Juli 1979 in Quedlinburg im nördlichen Harzvorland geboren. Noch während seiner Schulzeit trat er 1997 in die CDU ein. Nach seinem Abitur im Jahr 1998 leistete er Zivildienst und nahm 1999 ein Studium der Umweltschutztechnik und des Wirtschaftsingenieurwesens an der Technischen Universität Clausthal im Oberharz, das er 2007 abschloss. Nebenbei saß er von 2004 bis 2007 im Kreistag seines Heimatkreises Quedlinburg und war von 2006 bis 2014 Landesvorsitzender der Jungen Union Sachsen-Anhalt. 2014 zog er für die CDU ins Europaparlament ein. 2021 wurde er Minister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten des Landes Sachsen-Anhalt. Zudem ist er seit 2024 Mitglied im Präsidium der CDU Deutschlands. Im Sommer 2025 erklärte der damalige Ministerpräsident von Sachsen-Anhalt, Reiner Haseloff, dass er aus Altersgründen nicht noch einmal kandidieren werde. Er unterstützte Schulze und dieser wurde von seiner CDU im November desselben Jahres zum Spitzenkandidaten für die Landtagswahl 2026 in Sachsen-Anhalt bestimmt. Unerwartet erklärte Haseloff seinen Rücktritt schon vor der Wahl und so wurde Schulze am 28. Januar 2026, einen Tag nach dem Rücktritt seines Vorgängers, vom Landtag zum jüngsten Ministerpräsidenten Deutschlands gewählt. CDU-Spitzenkandidat Sven Schulze privat Seine Familie hält Schulze weitestgehend aus der Öffentlichkeit heraus. Auf dem Instagram-Profil des Spitzenkandidaten steht jedoch gleich unter "CDU-LSA-Vorsitzender" der Titel "Ehemann und stolzer Papa". Seit 2012 ist der evangelische Christ mit seiner Frau Kati verheiratet. Sie leben gemeinsam mit ihren drei Kindern in der Landeshauptstadt Magdeburg. Das Merz-Problem bei der Sachsen-Anhalt-Wahl Die Bundes-CDU schien für Schulzes Wahlerfolg zuletzt eher hinderlich zu sein: Kanzler Merz ist unbeliebt in den Umfragen, bei der eigenen Basis, besonders aber in den ostdeutschen Bundesländern. Die Umgestaltung des Kabinetts durch Merz, die Schulze als "sehr unglücklich" bezeichnete, kam nicht gut an – vor allem die Ablösung von Sportstaatsministerin Christiane Schenderlein , eines der wenigen Regierungsmitglieder mit ostdeutscher Herkunft, stieß auf Kritik. Zu seinem Wahlkampfauftakt sagte Schulze dann auch: "Wenn Berliner Themen unseren Wahlkampf überlasten, ist es schwer, sich auf das wirklich Wichtige zu konzentrieren, nämlich die Landtagswahl." Er habe Verständnis, wenn viele Menschen im Moment verärgert seien über das, was sie aus Berlin mitbekämen. Sein Appell an die Wähler: "Diese Landtagswahl ist keine Abrechnung mit Berlin." Entsprechend konzentriert sich die CDU im Wahlkampf ganz auf Sachsen-Anhalt. Die Farbgebung der Wahlplakate unterstreicht optisch diese Haltung. Sie sind in den Orangetönen der Merkel-CDU, weniger in der türkisen neuen Farbgebung der CDU unter Merz gehalten. Das CDU-Logo auf den meisten Plakaten Schulzes rückt in der oberen linken Ecke eher in den Hintergrund. Reine Bildgestaltung, jedoch eine Strategie, die schon der neue Ministerpräsident Cem Özdemir nutzte. Auch er distanzierte sich weitestmöglich von seiner Partei, den Bundesgrünen – mit Erfolg. Landtagswahl in Sachsen-Anhalt: AfD überholt CDU Der größte Konkurrent der CDU ist die AfD. Noch bei der vergangenen LSA-Wahl 2021 erreichte die CDU über 37 Prozent. Damals war die AfD mit 20,8 Prozent schon die zweitstärkste Partei, aber noch weit davon entfernt, die CDU ernsthaft zu bedrohen. Das hat sich laut den Umfragen für die Landtagswahl 2026 deutlich geändert. Mittlerweile bleibt die CDU in allen Umfragen hinter der AfD zurück, mitunter sogar um 15 Prozentpunkte. Für Sven Schulze kommt eine Koalition mit der AfD nach der Wahl in Sachsen-Anhalt nicht infrage. Mit ganz rechts und mit ganz links könne die CDU dieses Land nicht regieren, so der CDU-Politiker. Bei einem direkten Schlagabtausch mit dem AfD-Spitzenkandidaten Ulrich Siegmund bei "RND vor Ort" bezeichnete er ihn als "eine Marionette von Alice Weidel".