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Studie: Anleger-Fehler – Warum viele schlechter abschneiden als der Markt

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Nicht der Markt ist für viele Anleger der größte Gegner, sondern das eigene Verhalten. Wer diese typischen Fehler vermeidet, hat langfristig die besseren Karten. Geld anlegen war noch nie so einfach wie heute: Depot eröffnen, zweimal klicken, und schon landet eine Aktie im Portfolio oder umgekehrt, fliegt aus dem Depot hinaus. Die passenden Kauf- oder Verkaufsgründe liefern Apps, Analysten oder Social-Media-Kanäle gleich mit. Dort klingt Investieren oft kinderleicht: einfach den nächsten großen Trend kaufen und vom Boom profitieren. Die Realität sieht jedoch häufig anders aus. Vielleicht entwickeln sich zwei Investments gut, fünf andere dagegen enttäuschen. Am Ende bleibt oft eine Rendite , die deutlich hinter der des Marktes zurückbleibt. Doch nicht die falsche Geldanlage ist oft das größte Problem, sondern die falsche Entscheidung im falschen Moment. Diese Fehler machen Anleger immer wieder – und sie ließen sich ganz einfach vermeiden. Studien zeigen: Anleger bleiben oft hinter dem Markt zurück Regelmäßige Untersuchungen des unabhängigen Finanzforschungsunternehmens Dalbar aus Massachusetts, USA , zeigen, dass vor allem emotionale Entscheidungen die Rendite vieler Privatanleger schmälern. Die sogenannte QAIB-Analyse ("Quantitative Analysis of Investor Behavior") vergleicht nicht nur die Entwicklung eines Marktes, sondern misst, welche Rendite Anleger nach ihren tatsächlichen Kauf- und Verkaufsentscheidungen erzielen. Berücksichtigt werden unter anderem Dividenden, Zinsen, Handelskosten, Gebühren und Steuern. Die Ergebnisse sind eindeutig: Privatanleger mit Einzelaktien erzielen im Schnitt eine um 1,11 bis 4,5 Prozentpunkte niedrigere Rendite als der Markt. Wer einen weltweit gestreuten ETF konsequent hält, erreicht nahezu die Marktrendite. Tatsächlich verkaufen viele Anleger ihre Fonds jedoch bereits nach weniger als vier Jahren und bleiben deshalb hinter dem Markt zurück. Anleger in Aktienfonds erzielten laut Dalbar in den vergangenen zehn Jahren durchschnittlich rund 9,8 Prozent Rendite pro Jahr. Der S&P 500 kam im selben Zeitraum auf etwa 13 Prozent jährlich. Anleger in Mischfonds mit 60 Prozent Aktien und 40 Prozent Anleihen erreichten etwa vier Prozent statt einer theoretischen Marktrendite von rund acht Prozent. Gold dient vielen Anlegern als Kriseninvestment. Häufig wird jedoch erst nach starken Kursanstiegen gekauft, was die langfristige Rendite schmälert. Auch bei Kryptowährungen zeigen sich ähnliche Muster: Trotz hoher langfristiger Kursgewinne vieler Kryptowährungen verlieren zahlreiche Privatanleger Geld, weil sie nach starken Kursanstiegen einsteigen und nach heftigen Rückgängen mit Verlust verkaufen. Wenn die Angst, etwas zu verpassen, teuer wird Ein häufiger Fehler, dem Anlegerinnen und Anleger unterliegen, heißt Fomo – "Fear of Missing Out", also die Angst, eine Chance zu verpassen. Viele Anleger kaufen erst dann, wenn Kurse bereits stark gestiegen sind. Früher waren es Wasserstoff- oder Cannabis-Aktien und ETFs , später Kryptowährungen, heute sind es häufig Unternehmen aus dem KI-Bereich. Klare Botschaft des Starinvestors: Diese Buffett-Warnung hat es in sich Das Problem: Während viele Anleger erst einsteigen, wenn die Kurse schon gestiegen sind, nehmen frühe Investoren oft bereits Gewinne mit. Aktienexperte Tobias Krieg vom Lynx Broker empfiehlt deshalb, Trends nicht wegen der Schlagzeilen zu kaufen. Stattdessen sollten Anleger einer klaren Anlagestrategie folgen und neue Trends erst nach einer gründlichen Analyse und bei angemessener Bewertung berücksichtigen. Warum der perfekte Einstiegszeitpunkt meist eine Illusion bleibt Viele Anleger versuchen, den idealen Zeitpunkt für den Kauf oder Verkauf zu treffen. Dieses sogenannte Markttiming ist jedoch häufig kontraproduktiv, erklärt Dominik Mayr vom Onlinebroker Freedom24. Selbst wenn ein perfekter Ein- oder Ausstieg einmal gelingt, lässt sich dieser Erfolg kaum dauerhaft wiederholen. Hinzu kommt ein psychologischer Effekt: Viele Anleger kaufen aus Euphorie nahe der Höchststände und verkaufen aus Angst während starker Kursrückgänge. Dadurch werden Verluste realisiert, statt eine spätere Erholung abzuwarten. Eine Auswertung von Hartford Funds Research zeigt zudem, dass viele der besten Börsentage unmittelbar nach den stärksten Kurseinbrüchen stattfinden. Wer versucht, schlechte Börsenphasen zu vermeiden, verpasst häufig genau diese Erholungstage. Seit 1950 hätte das Verpassen der zehn besten Handelstage die langfristige Rendite einer einfachen Kaufen-und-Halten-Strategie oft nahezu halbiert. Ein zu kurzer Anlagehorizont erhöht das Risiko Viele Anleger erwarten innerhalb weniger Wochen oder Monate hohe Gewinne. Aktienexperte Krieg warnt davor: "Wer auf kurzfristige Schwankungen reagieren muss, weil das Geld bald wieder benötigt wird, setzt sich einem enormen Risiko aus." Deshalb sollte nur Geld investiert werden, das mindestens fünf bis zehn Jahre entbehrlich ist. Ein langer Anlagehorizont erleichtert es, zwischenzeitliche Kurseinbrüche auszusitzen. Unrealistische Renditeerwartungen Ein kurzer Anlagehorizont hingegen geht bei Anlegerinnen und Anlegern häufig mit überhöhten Renditeerwartungen einher. Social Media und sogenannte Finfluencer wecken oft die Hoffnung auf den nächsten "Tenbagger" – also eine Aktie, deren Kurs sich verzehnfacht oder mehr. Solche Erwartungen fördern Gier und verleiten zu übermäßigem Risiko. Krieg empfiehlt stattdessen, sich an der langfristigen historischen Marktrendite von etwa sieben bis neun Prozent pro Jahr zu orientieren. Außergewöhnlich hohe Gewinne seien regelmäßig nur mit einem entsprechend hohen Risiko bis hin zum Totalverlust möglich. Breite Streuung senkt Risiken Ein weiterer häufiger Fehler besteht darin, das Vermögen auf wenige Aktien, eine Branche oder nur ein Land zu konzentrieren. Gerät dieser Bereich unter Druck, leidet oft das gesamte Depot. Tobias Krieg empfiehlt deshalb eine breite Diversifikation über verschiedene Branchen, Länder, Währungsräume und Unternehmensgrößen hinweg. Dadurch sinkt die Schwankungsanfälligkeit des Gesamtportfolios. Es ist nie zu spät: So holen Sie auch mit 70 das Beste aus Ihrem Geld heraus Geldanlage im Ruhestand: Die sieben größten Fehler bei der Geldanlage im Alter Auch die Dalbar-Studienautoren raten zu einer breiten Streuung der Geldanlage. Dominik Mayr ergänzt: "Wer sein gesamtes Kapital auf nur wenige Geldanlagen oder beispielsweise nur einen Aktienfonds konzentriert, schafft sich ein Klumpenrisiko." Diversifikation verhindere zwar keine Kursverluste, könne aber helfen, emotionale Fehlentscheidungen zu vermeiden und langfristig investiert zu bleiben. Mit Disziplin kann erfolgreiches Investieren einfach sein Die größten Renditebremsen entstehen meist nicht durch die Märkte, sondern durch das Verhalten der Anleger selbst. Wer ständig handelt, Trends hinterherläuft, den perfekten Einstiegszeitpunkt sucht oder zu hohe Renditen erwartet, bleibt langfristig oft hinter dem Markt zurück. Dabei sind sich Experten weitgehend einig: Langfristiger Anlageerfolg erfordert weder die Fähigkeit, den Markt vorherzusagen, noch die Suche nach dem nächsten Börsenstar. Entscheidend sind kostengünstige Fonds oder ETFs, ein breit diversifiziertes Portfolio, ein langer Anlagehorizont und die Bereitschaft, normale Kursschwankungen auszuhalten.



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