Fußball-Bundesliga: Trotz Ebnoutalib-Dreierpack: Frankfurt spielt in Berlin 3:3
Drei Tore von Younes Ebnoutalib reichen nicht, um Adi Hütter eine perfekte Rückkehr auf Frankfurts Trainerbank zu bescheren. Bei Union Berlin sticht ein Joker in letzter Minute.
Trotz eines Dreierpacks von Younes Ebnoutalib hat Adi Hütter bei seiner Bundesliga-Rückkehr auf die Trainerbank von Eintracht Frankfurt einen Sieg verpasst. Mauro Lustrinelli erkämpfte mit dem 1. FC Union Berlin dagegen seinen ersten Punkt als Coach in Deutschlands höchster Spielklasse. Im Stadion An der Alten Försterei kamen die Hessen nach einer zwischenzeitlichen 3:1-Führung nicht über ein 3:3 (2:1) hinaus.
Die Unioner Führung durch Neuzugang Emmanuel Latte Lath (3. Minute) währte nicht lange. Ebnoutalib reichten 51 Sekunden (10./11.), um die Partie zu drehen. Laut dem Datenanbieter Opta war es der drittfrüheste Doppelpack eines Spielers am ersten Bundesliga-Spieltag - nach Frank Mill 1984 für Borussia Mönchengladbach und Kevin Behrens 2023 für Union, die beide jeweils neun Minuten benötigten.
Mit seinem dritten Treffer (67.) krönte der 22-Jährige seinen perfekten Tag. Doch dann machten Leopold Querfeld (79.) und der eingewechselte Tim Skarke (90. +3) die Unioner Aufholjagd perfekt und retteten ein Remis.
Nur ein Tag nach Verpflichtung: Atubolu im Eintracht-Tor
Ein besonderes Spiel war es nicht nur für beide Trainer - Hütter coachte die Hessen bereits von 2018 bis 2021 -, sondern auch für Eintracht-Keeper Noah Atubolu. Die Hessen hatten die Leihe des 24-Jährigen erst am Vortag offiziell gemacht - Hütter setzte sofort auf ihn.
Lustrinelli brachte drei Neuzugänge in der Startelf: Zeno van den Bosch, Michel Aebischer - und Latte Lath, der sofort im Fokus stand. Nach einem Eckball stieg der Stürmer am höchsten und köpfte zur Führung ein. Atubolu war machtlos.
Ebnoutalib nutzt Querfeld-Patzer
Nach einer enttäuschenden Vorsaison mit eher destruktivem als temporeichem Fußball wollen beide Teams offensiver und aggressiver spielen. Dass sich vor allem die Berliner mit der union-untypischen Spielphilosophie noch schwertun, verdeutlichten die teils großen Lücken in der neu formierten Viererkette.
Ebnoutalib glich zunächst nach einer Ecke aus und nutzte unmittelbar nach Wiederanpfiff einen folgenschweren Patzer von Union-Profi Querfeld, der den Ball nach einem Rückpass nicht kontrollieren konnte, zur Führung.
Nach einer unterhaltsamen Anfangsphase flachte die Partie ab. Frankfurt war die leicht bessere Mannschaft. Union tauchte erst nach rund 40 Minuten wieder gefährlich vor Atubolu auf. Die Eisernen spielten munter nach vorn, entwickelten aber kaum Torgefahr.
Querfeld macht seinen Fehler wieder gut
Die zweite Halbzeit begann zäh. Der Hauptstadtclub suchte vergeblich nach Wegen, um zum Ausgleich zu kommen, verzweifelte aber ein ums andere Mal an der Frankfurter Defensive. Das Spiel der Berliner wirkte ideenlos. Selbst ein Dreifachwechsel, den Lustrinelli vornahm, verpuffte zunächst.
Zudem funktionierte das Zusammenspiel in der Abwehr zwischen Tom Rothe, van den Bosch und Querfeld weiterhin nicht. Erneut war es Ebnoutalib, der die Unstimmigkeiten ausnutzte. Der dritte Gegentreffer rüttelte Union Berlin schließlich wach. Querfeld machte seinen Abwehrpatzer aus der ersten Hälfte nach einer Ecke wieder gut - und Union krönte seine Aufholjagd mit dem Ausgleichstreffer.
