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AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt könnte junge Juristen abschrecken

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Sachsen-Anhalts Justiz steht vor einem personellen Umbruch. Eine AfD-Regierung würde die Gewinnung von juristischem Nachwuchs wohl erheblich erschweren. Wenn die AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt eine absolute Mehrheit erreicht, könnte es zu erheblichen Schwierigkeiten kommen, Juristen für den Staatsdienst zu gewinnen. Das geht aus einer Umfrage der juristischen Lernplattform Jurafuchs unter Studierenden des Fachs hervor. Demnach würde die Zahl der Nachwuchsjuristen, die sich in Sachsen-Anhalt für den Staatsdienst bewerben, im Falle einer AfD-Regierung um etwa 70 Prozent zurückgehen. Die Zahl der Menschen, die bereits in Sachsen-Anhalt und nah an der Landesgrenze wohnen, ist dabei besonders hoch. Sollten am 6. September zwei oder mehr Parteien von SPD, Grünen, FDP oder BSW den Einzug in den Magdeburger Landtag verpassen, wäre es sehr wahrscheinlich, dass die AfD die absolute Mehrheit der Sitze erringen kann. Das zeigen die aktuellen Wahlumfragen für Sachsen-Anhalt. Kommt es so, kann die AfD im Alleingang regieren – ein erklärtes Ziel, das sich Spitzenkandidat Ulrich Siegmund gesteckt hat. Doch eine Alleinregierung der AfD hätte einen großen Effekt auf die Innenpolitik des Landes. Er ist Siegmunds größter Konkurrent bei der Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Das ist Spitzenkandidat Sven Schulze Landtagswahl im September: Diese Spitzenkandidaten treten in Sachsen-Anhalt an AfD-Regierung wäre Grund, nicht in den Staatsdienst zu gehen Die Legislative des Landtags und die Judikative beziehungsweise Exekutive, in der die angehenden Juristinnen und Juristen arbeiten würden, sind in Deutschland klar getrennt. Dennoch schreckt Sachsen-Anhalt als Arbeitgeberland offenbar ab, sollte es von der AfD regiert werden. Nur für 17,7 Prozent der Nachwuchsjuristen, die sich den Staatsdienst vorstellen können, wäre Sachsen-Anhalt ein vorstellbarer Arbeitsort dafür, wenn die AfD in der Regierung wäre. 57,7 Prozent der Befragten könnten sich hingegen eine Karriere im dortigen Staatsdienst vorstellen, wenn die AfD nicht in der Regierung wäre. Die Tendenz ist bei den in Ausbildung befindlichen Juristen innerhalb Sachsen-Anhalts und nah an der Grenze besonders hoch. Unter den 289 Befragten, die im Land oder höchstens 100 Kilometer Luftlinie von der Landesgrenze entfernt sind, können sich 61,6 Prozent vorstellen, sich ohne AfD-Regierungsbeteiligung in Sachsen-Anhalt zu bewerben. Käme es nach der Landtagswahl aber zu einer AfD-Alleinregierung, wären es nur noch 15,2 Prozent. Schon jetzt Fachkräftemangel im Staatsdienst Diese Ergebnisse kommen zu einer Zeit, in der das Land ohnehin viele unbesetzte Stellen im Justizapparat hat. Der Bund der Richter und Staatsanwälte in Sachsen-Anhalt warnte bereits im Februar 2026 vor der "dramatischen personellen Unterdeckung" in Staatsanwaltschaften und anderen Justizeinrichtungen Sachsen-Anhalts. Demnach wäre, würde sich die Lage weiter zuspitzen, die Funktionsfähigkeit der Strafverfolgung des Landes ernsthaft gefährdet. Carl-Wendelin Neubert, Mitgründer von Jurafuchs, erklärte zum Ergebnis der Umfrage, Sachsen-Anhalts Justiz stecke mitten in einem Generationswechsel. "Viele Richter und Staatsanwälte gehen in den Ruhestand und müssen durch qualifizierten Nachwuchs ersetzt werden." Es solle deshalb intensiv darüber gesprochen werden, wer unter einer AfD-Regierung überhaupt noch für diesen Staat arbeiten wolle. 79,9 Prozent der Befragten können sich Staatsdienst vorstellen "Aus juristischem Personalmangel wird nämlich schnell ein Problem für die Bürger, die dann jahrelang auf ein Urteil, monatelang auf eine Genehmigung oder schlicht zu lange auf wichtige Entscheidungen des Staates warten müssen", so Neubert weiter. Für die Umfrage wurden insgesamt 1.737 Jurastudenten, Rechtsreferendare und weitere juristische Nachwuchskräfte über die Jurafuchs-Lernplattform im Zeitraum vom 27. bis zum 31. August befragt. 79,9 Prozent zogen demnach eine Karriere im Staatsdienst grundsätzlich in Betracht. Konkret würde das Stellen als Staatsanwälte, Richter oder in Behörden bedeuten. Diese Gruppe wurde weiter befragt, ob sie sich eine Bewerbung in Sachsen-Anhalt unter unterschiedlichen politischen Mehrheitsverhältnissen vorstellen könnte. Den Fragen zur Bewerbung in Sachsen-Anhalt liegen die Antworten der 1.295 Befragten zugrunde, die eine Tätigkeit im Staatsdienst grundsätzlich für sich in Betracht ziehen und alle weiteren Fragen vollständig beantwortet haben. Die Befragung sei nicht bevölkerungsrepräsentativ, räumt Jurafuchs ein, sie bilde aber gezielt jene Gruppe ab, aus der die Länder ihren juristischen Nachwuchs rekrutieren.



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