Fehlerhafte Schulabschlüsse: Zeugnis-Pannen in Niedersachsen bereits 2016
Viele junge Menschen erhielten an einer Oberschule in Vechta zuletzt falsche Abschlüsse. Schon 2016 habe es zwei Fälle gegeben, räumt das Kultusministerium ein.
Im Zuge der fehlerhaften Schulabschlüsse an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta hat das Kultusministerium eingeräumt, dass es bereits 2016 zwei Fälle gegeben habe. Die beiden Schülerinnen und Schüler aus dem Abschlussjahrgang 2015 an der IGS Rodenberg (Landkreis Schaumburg) erhielten nach einer Überprüfung ihre korrigierten Abschlusszeugnisse, wie das Ministerium der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.
Daraufhin sei der Jahrgang 2015/2016 komplett überprüft worden, um systematische Fehler an der Schule auszuschließen. Hierbei seien keine systematischen Fehler festgestellt worden. Um vergleichbare Fehler an anderen Schulen auszuschließen, veranlasste das Kultusministerium damals mehrere landesweite Maßnahmen.
Die Landesschulbehörde wurde gebeten, alle Integrierten Gesamtschulen sowie die im Aufbau befindlichen Oberschulen über die korrekte Anwendung der Ausgleichsregelungen zu informieren. Schlechtere Noten können dabei mit besseren ausgeglichen werden. Ältere Fälle seien nicht bekannt, hieß es weiter.
Bekannt geworden waren zuletzt falsche Zeugnisse an der Geschwister-Scholl-Oberschule in Vechta. Mindestens 107 Schülerinnen und Schüler zwischen den Schuljahren 2019/20 und 2025/26 wurden mit einem zu schlechten oder gar keinem Abschluss entlassen. Ausgleichsregelungen waren nicht richtig angewandt worden.
Ergebnisse voraussichtlich Anfang Oktober
Nach Bekanntwerden der Fälle hatten sich Menschen bei der Anlaufstelle des Landes in Osnabrück gemeldet. Viele bezögen sich auf die Schule in Vechta, teilte das Kultusministerium mit. Die übrigen Meldungen beträfen mehrere andere Schulen. Welche Schulen genannt wurden, teilte das Ministerium nicht mit. Vor Abschluss der laufenden Überprüfung würden Angaben dazu auf unvollständigen Erkenntnissen beruhen.
Die Ergebnisse sollen nun voraussichtlich Anfang Oktober vorgestellt werden. Das Land prüft stichprobenartig Zeugnisse an rund 400 Ober- und Integrierten Gesamtschulen, um mögliche systematische Fehler zu erkennen. Diese Untersuchung werde mit der erforderlichen Gründlichkeit durchgeführt, um belastbar festzustellen, ob es über den bekannten Fall hinaus weitere Fehlanwendungen der Abschlussverordnung gegeben hat, hieß es aus dem Ministerium.
