Agrar: Frühstart bei der Weinlese an Saale und Unstrut
Sonnige Bedingungen sorgen für einen frühen Start der Weinlese an Saale und Unstrut. Damit setze sich eine Tendenz der vergangenen Jahre fort, sagen die Winzer.
Reichlich Sonne und Wärme bei wenig Regen sorgen in diesem Jahr für eine frühere Weinlese an Saale und Unstrut. Im Freyburger Ortsteil Zscheiplitz ist der größte Weinproduzent der Region, die Winzervereinigung Freyburg, am Dienstag in die Weinlese gestartet. Auf einer Fläche von rund zwei Hektar werden die Sorten Solaris und Helios zur Produktion von Federweißer für das Freyburger Winzerfest am kommenden Wochenende geerntet, sagte Franziska Zobel, Hauptrebschutzwärtin der Winzervereinigung. „Wir rechnen mit 10.000 Litern.“ Die Lese habe in diesem Jahr rund eine Woche früher begonnen als üblich, sagte Yannik Einhellinger, Sprecher des Weinbauverbands Saale-Unstrut. Besonders frühreife Sorten wie die Weißweinsorte Solaris seien vereinzelt schon vor zwei Wochen geerntet worden. „Und jetzt werden im Prinzip Sachen wie Müller-Thurgau, Gutedel, Bacchus gelesen.“ Einzig der Rotwein müsse voraussichtlich noch zwei weitere Wochen reifen.
Klimawandel führt zu früherer Ernte und größeren Schwankungen
Regionale Unterschiede gebe es dabei in den verschiedenen Lagen des nach Verbandsangaben rund 856 Hektar großen Weinanbaugebiets auf Thüringer und sachsen-anhaltischer Seite kaum, so Einhellinger. Einzig im Tal der Unstrut gebe es vereinzelt noch trockenere Gebiete als an der Saale. Die frühere Weinlese sei eine generelle Tendenz der vergangenen Jahre.
Die klimawandelbedingte Zunahme von Wetterextremen führe zudem zu immer größeren Ertragsschwankungen. In diesem Jahr sei mit einer durchschnittlichen Erntemenge und einer hohen Qualität der Weine zu rechnen, so der Verbandssprecher. Die Tendenz zur früheren Weinernte zeige sich auch in anderen Anbaugebieten, so Rebschutzwärtin Zobel. Sie rechne „mit einer sehr komprimierten und schnellen Lese“.
