Krieg am Golf: Huthi attackieren Eneergieanlagen in Saudi-Arabien
Der Konflikt am Golf eskaliert. Die Huthi-Rebellen greifen Raffinerien in Saudi-Arabien an – und treffen damit potenziell auch die Energieversorgung des Westens. Bei Angriffen der Huthi-Miliz aus dem Jemen auf Ziele in Saudi-Arabien sind nach Angaben aus Riad mindestens 73 Menschen verletzt worden. Durch die Attacken der pro-iranischen Rebellen auf Anlagen im Energiebereich im Süden des Golfstaates seien "Brände an mehreren Orten" ausgelöst worden, sagte ein Vertreter des saudischen Energieministeriums am Dienstag nach Angaben der Nachrichtenagentur SPA. Das habe zu einer "vorübergehenden Unterbrechung bestimmter Abläufe" geführt. Mehrere Menschen seien verletzt worden. Die Huthis im Jemen werden vom Iran unterstützt. Seit Monaten greift der Krieg von US-Präsident Donald Trump weiter über die Golf-Region hinaus . So attackiert die Huthi-Miliz auch Öltanker im Roten Meer an der Einfahrt zum Suezkanal. Der Iran greift mit seinen Raketen nicht allein Ziele in den Golfstaaten an, sondern auch in Jordanien , wo die USA nach übereinstimmenden Berichten Rückzugsbasen unterhalten. Saudi-Arabien antwortete mit der Bildung einer Militärallianz mit der Türkei und dem Atomwaffenstaat Pakistan. Fachleute sprechen von einer Mini-Nato. Vergeltung: USA zerstören iranische Öltanker Mekka-Pakt : Die neue Mini-Nato am Golf Saudi-Arabien verurteilte die Angriffe auf seinem Staatsgebiet. "Das Königreich bekräftigt sein legitimes Recht, alle notwendigen Maßnahmen zu ergreifen, um seine Souveränität zu verteidigen", erklärte das Außenministerium. Das offizielle Huthi-Medium "Ansarollah" hatte zuvor im Onlinedienst Telegram erklärt, bei den Angriffen seien der internationale Flughafen Abha im Süden Saudi-Arabiens, der Luftwaffenstützpunkt King Chalid im Südwesten sowie Anlagen des staatlichen saudi-arabischen Ölkonzerns Aramco in Abha und Dschisan getroffen worden. Unabhängig überprüfen lässt sich das nicht. Gezielte Attacken auf Ölanlagen Die Raffinerie in Dschisan gehört dem saudi-arabischen Ölkonzern Saudi Aramco, einem der wertvollsten Unternehmen der Welt. Aramco liefert täglich Millionen Liter Rohöl über die Ost-West-Pipeline, die Anlagen des Unternehmens am Persischen Golf mit den Exportterminals am Roten Meer verbindet. Die Huthis kontrollieren weite Teile des Jemen, darunter die Hauptstadt Sanaa sowie Gebiete an der Grenze zu den saudi-arabischen Provinzen am Roten Meer. Die von Teheran unterstützte Miliz hatte Ende Juli eine Seeblockade gegen Saudi-Arabien angekündigt und griff seither nach eigenen Angaben saudi-arabische Öltanker im Roten Meer sowie Ölanlagen in dem Königreich an. Die Miliz zog den Jemen damit in den Iran-Krieg hinein. Derzeit versucht die Miliz, Gebiete an der Meerenge Bab al-Mandab am Roten Meer einzunehmen. Bei tagelangen Kämpfen nahe der Küste des Roten Meeres wurden mehr als 300 Menschen getötet und Hunderte Familien in die Flucht getrieben. Die Meerenge Bab al-Mandab zählt zu den wichtigsten Schifffahrtsstraßen der Welt und verbindet das Rote Meer mit dem Indischen Ozean. Seit der weitgehenden iranischen Blockade der Straße von Hormus hat die Meerenge zusätzlich an Bedeutung gewonnen. Eine von Saudi-Arabien geführte Koalition hatte seit 2015 die jemenitische Regierung im Kampf gegen die Huthis unterstützt. Seit einer von den UN vermittelten Waffenruhe im Jahr 2022 kamen die Kämpfe zwischen Saudi-Arabien und der Miliz weitgehend zum Erliegen. Nach den jüngsten gegenseitigen Angriffen ist diese faktische Feuerpause praktisch hinfällig. Der Bürgerkrieg im Jemen gilt als Stellvertreterkrieg zwischen dem Iran und Saudi-Arabien.