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ZDF-Talkshow: Bei Maybrit Illner hört man für den Kanzler die Uhr ticken

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Bei Maybrit Illner muss sich die CDU-Generalsekretärin Franziska Hoppermann schützend vor Friedrich Merz stellen. Immerhin bei den Spritpreisen wird es ein bisschen konkreter.

Es könnte ein miserables Wochenende werden für Friedrich Merz. Da wäre die Senatswahl in Berlin am Sonntag, wo die CDU das Rote Rathaus wieder verlieren könnte. Dann zeitgleich die Landtagswahl in Mecklenburg-Vorpommern, wo die CDU erstmals an der Fünf-Prozent-Hürde scheitern könnte. Und dann ist da noch sein eigenes Schicksal: Dass die Kanzlertausch-Debatte wieder hochkocht und Merz mit in den Abgrund reißt – dabei hatte er sie gerade erst wieder unter Kontrolle gebracht.

Und das auch nur von Gnaden der CDU‑Ministerpräsidenten. Die hatten in einem Brief „dem Bundeskanzler“ Unterstützung zugesagt. Friedrich Merz aber nicht namentlich erwähnt. Höchste Zeit also für das Merz-Lager, die Diskussion wieder unter Kontrolle zu bringen – eine klassische Aufgabe für die neue Generalsekretärin Franziska Hoppermann. Doch die hat am Donnerstagabend in der ZDF-Talkshow „Maybrit Illner“ sichtlich Schwierigkeiten, die Bedenken zu zerstreuen.

Dabei probiert sie es direkt mit der „Gehen Sie weiter, hier gibt es nichts zu sehen“-Taktik. Ob das nicht ein „interessantes Schreiben“ der Ministerpräsidenten gewesen sei, fragt Maybrit Illner, und dass das Wort Friedrich Merz darin ja gar nicht vorkomme. „Ich glaube, es gibt einen Bundeskanzler in dieser Bundesrepublik und der heißt Friedrich Merz“, sagt Hoppermann. Was natürlich stimmt – im Grundgesetz ist nur ein Bundeskanzler vorgesehen. Überhaupt sei das mit dem Brief eine „sehr semantische Diskussion“. Jetzt gehe es doch eigentlich um Geschlossenheit und Stabilität – beides Dinge, die die CDU zuletzt nicht mehr ausgestrahlt hatte.

Schnell geht es bei Maybrit Illner um etwas Grundsätzlicheres

Da schätzt der Springer-Journalist Gordon Repinski die Situation anders ein. Ihm hatte Friedrich Merz erst vor wenigen Tagen auf die Frage nach der Zukunft des Kanzlers geantwortet: „Sind Sie eigentlich auch an Sachthemen interessiert?“ Bei Illner hört Repinski die Uhr für Merz jedenfalls laut Ticken. „Der Kanzler muss jetzt irgendwie darauf hoffen, dass am Sonntag das Ergebnis nicht so brutal wird, wie es aussieht im Moment“, sagt er. Der „Beruhigungsbrief der Ministerpräsidenten hält bis Sonntag und keinen Tag länger.“ Im Moment rette Merz vor allem, dass es keine Alternative gebe.

Startete die Sendung mit der Frage, ob Friedrich Merz noch die „Kurve kriegt“, geht es schnell um etwas Grundsätzlicheres: Wie wichtig sind eigentlich Persönlichkeiten in der Politik – und welchen Fokus bekommen Sachthemen? Sprich: Würde jemand Neues im Kanzleramt wirklich etwas ändern? Die Strafrechtlerin Elisa Hoven argumentiert, dass Persönlichkeiten natürlich wichtig seien, immerhin seien sie die „Gesichter der Politik“. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hält dagegen, die Personaldebatten seien ein Krisensymptom – aber mit seinen 70 Jahren werde sich Friedrich Merz nicht mehr ändern. Deswegen sehe er keine bessere Lösung, als über Sachthemen zu sprechen.

Ehrlicherweise prasselt es an beiden Fronten auf Friedrich Merz, beziehungsweise seine Generalsekretärin Franziska Hoppermann ein. Newsfluencer Fabian Grischkat wirft ihr die schlechte Kommunikation und die Kampagne und die verschleppte Energiewende vor, die Merz jetzt wegen der steigenden Ölpreise auf die Füße falle. Als sich Hoppermann über den angeblich unfairen Wahlkampf von Manuela Schwesig in Mecklenburg-Vorpommern beschwert, fragt Hoven, warum die SPD-Ministerpräsidentin denn Rücksicht auf die CDU nehmen müsse. Die Generalsekretärin kommt sichtbar in Bedrängnis – der wohl häufigste Satz von Hoppermann in diesen Minuten ist: „Da können wir gleich nochmal darüber reden.“

Ist Friedrich Merz nah bei den Leuten?

Stichwort Sachthemen: Merz hatte zwar Entlastungen bei den Spritpreisen angekündigt, diese aber noch unkonkret belassen. Was also kommt da jetzt, und vor allem wann, fragt Maybrit Illner. Immerhin dort wird Hoppermann erstmals ein wenig konkret: „Eine Entlastung um irgendwie 21, 23, 25 Cent der Liter, finde ich, ist schon eine spürbare Entlastung“, sagte sie.

Aber weiß der Kanzler überhaupt, was die Themen der Menschen sind? Newsfluencer Fabian Grischkat stellt das in Frage – angesichts dessen, dass sich der Privatflugzeug-Besitzer Merz einst als „gehobene Mittelschicht“ bezeichnet hat. „Beim Bundeskanzler habe ich nicht das Gefühl, dass der nah bei den Leuten ist. Die müssen Sie mir zeigen“, sagt Grischkat. Worauf Hoppermann energisch erwidert: „Ich kenne ihn tatsächlich sehr gut und ich würde das überhaupt nicht infrage stellen.“

Vielleicht, diesen Eindruck kann man angesichts des Drucks auf die CDU‑Vertreterin bekommen, ist das ab Montag aber auch irrelevant. 




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