Myanmar: Mindestens 49 Tote bei Luftangriff auf Markt in Rakhine
Rakhine gehört zu den am schwersten umkämpften Regionen Myanmars. Ein Angriff auf einen zentralen Markt verschärft die ohnehin angespannte Lage weiter. Bei einem Luftangriff im Westen Myanmars sind mindestens 49 Menschen getötet worden. Weitere 58 Menschen wurden verletzt, 22 von ihnen schwer, wie örtliche Rettungskräfte und die Arakan Army mitteilten. Getroffen wurde am Montagmittag ein Bereich nahe einem stark frequentierten Markt in Kyauktaw im Bundesstaat Rakhine. Nach Augenzeugenberichten griff ein Kampfflugzeug den Markt und eine nahe gelegene Brücke an. Der Markt gilt als wichtiges Handelszentrum für die Region und war zum Zeitpunkt des Angriffs gut besucht. Das myanmarische Militär äußerte sich zunächst nicht zu dem Vorfall. Die Angaben zu den Opferzahlen lassen sich unabhängig nur schwer überprüfen. Antikriegstag: Frieden schaffen mit mehr Waffen Rätsel um "Iva": Russlands Soldaten nutzen mysteriöse Waffe Region weitgehend vom Rest des Landes abgeschnitten Kyauktaw wird von der Arakan Army kontrolliert. Die bewaffnete Gruppe kämpft für größere Autonomie der mehrheitlich buddhistischen Rakhine-Bevölkerung und kontrolliert inzwischen weite Teile des Bundesstaates. Rakhine ist durch die Kämpfe und Einschränkungen wichtiger Handelswege weitgehend vom übrigen Myanmar abgeschnitten. In der Region herrscht seit Monaten auch Mangel an Lebensmitteln und anderen Gütern. Luftangriffe gehören inzwischen zu den wichtigsten Mitteln des Militärs im Kampf gegen bewaffnete Widerstandsgruppen. Die Konfliktbeobachtungsstelle ACLED dokumentiert für 2026 eine Zunahme von Angriffen auf zivile Infrastruktur und Versammlungen. Ziele waren dabei wiederholt auch Schulen, Krankenhäuser und religiöse Einrichtungen. Bürgerkrieg seit Militärputsch 2021 Myanmar steckt seit dem Militärputsch im Februar 2021 in einem Bürgerkrieg. Damals entmachtete die Armee die gewählte Regierung von Aung San Suu Kyi. Aus zunächst friedlichen Protesten entwickelte sich ein bewaffneter Widerstand, dem sich zahlreiche ethnische Rebellengruppen anschlossen. Nach Angaben von ACLED sind seit Beginn des Konflikts inzwischen mehr als 100.000 Menschen getötet worden. Fast 3,8 Millionen Menschen waren Mitte 2026 innerhalb Myanmars auf der Flucht.