Türkei: Schiri-Chef wegen Manipulationsvorwürfen festgenommen
Der Chef der türkischen Schiedsrichterkommission sitzt in Gewahrsam – zusammen mit sechs weiteren Verdächtigen. Die Festnahmen sind nicht der erste Skandal, der den türkischen Fußball erschüttert. Der türkische Justizminister Akin Gürlek hat die Festnahme des Vorsitzenden der Schiedsrichterkommission, Ferhat Gündogdu, seines Stellvertreters und fünf weiterer Verdächtiger bekannt gegeben. Ihnen wird vorgeworfen, Schiedsrichterranglisten, Einsätze sowie Bewertungs- und Ernennungsverfahren manipuliert zu haben. Razzien fanden in vier Provinzen statt. Auf X schrieb Gürlek von "Vorwürfen der Einmischung in die Erstellung der Schiedsrichterranglisten, in die Einsätze, die Bewertungs- und Ernennungsverfahren sowie die Regelprüfungen". Durchsucht wurden Wohnungen, Arbeitsstätten und Büros der Verdächtigen. Gürlek erklärte: "Es wurden gerichtliche Durchsuchungen in ihren Wohnungen, an ihren Arbeitsstätten und in ihren Büros durchgeführt." Er versprach, sich für einen "sauberen Fußball" einzusetzen, damit das Vertrauen in den türkischen Fußball zurückkehren könne. Fifa-Machtkampf: Infantino macht Verbänden lukratives Geldversprechen Bundestrainer vor seinem dritten Spiel: Klopp droht ein historischer Negativrekord Ob der neue Fall mit einem früheren Skandal zusammenhängt, blieb offen. Weder Gürlek noch türkische Medien gingen auf mögliche Verbindungen ein. Im Oktober 2025 hatte der Disziplinarausschuss des türkischen Fußballverbands 149 Schiedsrichter suspendiert. Ihnen wurde vorgeworfen, trotz ausdrücklichen Verbots auf Spiele gewettet zu haben. Die Sperren reichten von acht bis zwölf Monaten. Eine Verbandsuntersuchung hatte zuvor ergeben: Von 571 Schiedsrichtern der türkischen Profiligen besaßen 371 Sportwettenkonten, 152 schlossen aktiv Wetten ab. 22 der Beschuldigten waren in der ersten Liga tätig – sieben Hauptschiedsrichter und 15 Schiedsrichterassistenten.