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Сентябрь
2026

Heckflügel im Handgepäck: Die Hatz in der Formel-1-Logistik

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Der Formel-1-Zirkus ist nach Asien aufgebrochen. In Malaysia beginnt die heiße Saisonphase - auch für die Logistik. Verzögerungen sind Gift. In der Formel 1 gibt es keine Zeit zu verlieren. Das gilt für die Fahrer. Und das gilt auch für die Logistik in der Motorsport-Königsklasse. Was nicht rechtzeitig an der Strecke ist, kann nicht eingesetzt werden. Nach dem Grand Prix von Aserbaidschan in Baku verabschiedete sich die Formel 1 in die heiße Saisonphase und brach nach Asien auf. Der Wettlauf gegen die Zeit herrscht auch an diesem Wochenende beim in Malaysia ausgetragenen Großen Preis von Bahrain . Für WM-Spitzenreiter Kimi Antonelli genauso wie für die Menschen aus den Frachtabteilungen. Logistik als Leistungs-Faktor Einer von ihnen ist Björn Brickwedde. Er ist Logistik-Chef des Formel-1-Teams Audi . Seine Abteilung entscheidet unmittelbar über die sportliche Leistungsfähigkeit. "Alles, was wir in der Logistik sparen, kann für die Entwicklung und in Teile investiert werden", erklärte er. Das ist vor allem vor dem Hintergrund der Budgetgrenze in der Formel 1 wichtig, die für jedes Team in dieser Saison bei 215 Millionen US-Dollar liegt, umgerechnet rund 188 Millionen Euro. Marketingkosten oder Fahrergehälter fallen nicht unter die sogenannte Cost Cap. "Jede gesparte Ausgabe kann in Entwicklung fließen - und damit in Rundenzeit", sagte Brickwedde. Logistik als Leistungs-Faktor. Intelligente Strategien für Rücklieferungen, minimale Ersatzteilbestände oder clevere Routenplanung fallen darunter. Schiffe, Frachtflugzeuge und Lastwagen 21 Länder verteilt auf fünf Kontinente standen ursprünglich auf dem Jahresplan der Formel 1, ehe der Irankrieg im April die Rennen in Bahrain und Saudi-Arabien unmöglich machte. Durch einen Kniff findet der Grand Prix von Bahrain an diesem Wochenende aber doch statt: Er wird einfach auf dem Sepang Circuit südlich der malaysischen Hauptstadt Kuala Lumpur ausgetragen. Eine logistisch sinnvolle Lösung inmitten eines atemlosen Triple-Headers, also drei an aufeinanderfolgenden Wochenenden stattfindenden Grand Prix. Denn eine Woche darauf wird schon in Singapur gefahren. Rund 1.200 Tonnen Equipment werden durch Logistikpartner DHL für jedes Rennen mit einer Karawane aus Schiffen, Frachtflugzeugen und Lastwagen gewuchtet. Um es sich besser vorstellen zu können: Diese 1.200.000 Kilogramm entsprechen mehr als 1.500 Formel-1-Wagen bei einem Mindestgewicht von 768 Kilogramm. Sieben rotierende Garagensets Die von den Teams gerne als "Rennen zwischen den Rennen" bezeichnete Herausforderung ist streng choreografiert. Verzögerungen sind Gift. Sie kosten wertvolle Zeit und am Ende auch Geld. DHL setzt daher auch Künstliche Intelligenz ein, um für Reisebeeinträchtigungen wie das Wetter oder Streiks besser gewappnet zu sein. Probleme treten immer wieder auf. Während der Corona-Pandemie 2022 zum Beispiel sorgte vor dem Rennen in Australien auf dem Seeweg ein Rückstau bei Singapur für Verzögerungen bei gleich drei Rennställen. DHL schickte kurzerhand drei Frachtflugzeuge los, um 150 Tonnen Ladung rechtzeitig zu holen. Um auf Nummer sicher zu gehen, nutzen die Teams über die Saison hinweg sieben rotierende Garagensets, die gerne mal jeweils 60 Tonnen ausmachen. Nur die Rennwagen sind Unikate. Von fast allen anderen wesentlichen Elementen wie Werkzeugschränken oder Garagenwänden gibt es mehrere Ausführungen. So kann der Aufbau an jeder Strecke reibungslos beginnen. Zwei Sets werden bei den europäischen Rennen eingesetzt, die übrigen fünf sind ausschließlich für Seefracht zu späteren Saisonetappen vorgesehen. In Malaysia kann Audi auf ein Seefracht-Set aus Bahrain zurückgreifen. Rotationssystem für das Personal Insgesamt rund 4000 Menschen reisen mit dem Formel-1-Zirkus. Inmitten der harten Wochen mehrerer Rennen am Stück setzen die Teams auch bei ihrem Personal auf Wechsel. Rotationssysteme für Mechaniker oder Ingenieure sollen die Belastungen über mehrere Zeitzonen hinweg und Tausende Kilometer entfernt von Familie und Freunden in Grenzen halten. Manchmal werden die Teammitglieder auch zu Helfern in der Not. "Wenn etwas Unvorhergesehenes passiert, ist Kreativität gefragt", sagte Brickwedde. "Das kann bedeuten, dass ein Teammitglied die benötigten Bauteile im Gepäck mitführt, damit sie möglichst schnell an der Strecke verfügbar sind - im Zweifelsfall können das auch Teile eines Heckflügels sein."



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