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Bulgarien: Leichnam von Zar Samuil kehrt tausend Jahre nach seinem Tod zurück

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In Bulgarien sind am Samstag die mutmaßlichen sterblichen Überreste des vor mehr als tausend Jahren verstorbenen Zaren Samuil erwartet worden, die aus Griechenland überführt werden sollten. Der Sarg mit dem mutmaßlichen Leichnam des letzten großen Herrschers des Ersten Bulgarischen Reiches wurde am selben Tage im griechischen Thessaloniki an Vertreter Bulgariens übergeben, wie auf Fotos der Nachrichtenagentur AFP zu sehen war. 

Die beiden Länder hatten die Übergabe des Sargs an Bulgarien vereinbart, in dem die Überreste des einstigen Zars vermutet werden. 

Samuil regierte das bulgarische Reich von 997 bis 1014 und führte mehrere Feldzüge gegen Byzanz mit seinen Brüdern, von denen er einen später hinrichten ließ. Er weitete seine Macht über große Teile des Balkans aus und machte die Region um den heute zumeist zu Nordmazedonien gehörenden Ohridsee zum Zentrum seiner Herrschaft. 

1014 wurde die bulgarische Armee jedoch von Byzanz vernichtend geschlagen. Der Überlieferung zufolge starb Samuil an einem Schock, nachdem er Tausende seiner Soldaten zurückkehren sah, die auf Geheiß des byzantinischen Kaisers Basileios II. geblendet worden waren. Vier Jahre später fiel sein Reich an Byzanz.

Samuils mutmaßliche Überreste wurden von einem griechischen Archäologen in den 1960er Jahren auf einer Insel in einem See im Grenzgebiet zwischen Griechenland, Albanien und dem heutigen Nordmazedonien entdeckt. Der Fund des etwa 1,60 Meter großen Skeletts wurde unter anderem aufgrund der golddurchwirkten Kleidung und der Lage des Fundorts sowie des Alters des Verstorbenen Samuil zugeordnet.

Seit 2007 hatte Bulgarien mit Griechenland über die Rückgabe des Leichnams verhandelt. Schließlich wurde vor einigen Tagen eine Vereinbarung getroffen, wonach Athen im Gegenzug 48 während des Ersten Weltkriegs aus Kirchen und Klöstern geraubte Objekte zurückerhält.

Die Einigung hat in Bulgarien Auswirkungen auch auf die in diesem Monat anstehenden Präsidentschaftswahlen. Amtsinhaberin Iliana Iotowa setzt auf die patriotische Karte und begann ihren Wahlkampf in der ersten Hauptstadt des Ersten Bulgarischen Reiches, Veliki Preslaw. 

Bulgarien ist indes nicht das einzige Land, das Ansprüche auf Samuils Vermächtnis erhebt. In der nordmazedonischen Hauptstadt Skopje steht eine riesige Statue des Herrschers, viele Menschen in dem Land sehen ihn als „ihren“ Zaren an. Die albanischsprachige Zeitung Koha schrieb: „Die Knochen kehren zurück, der Konflikt bleibt! Samuil ist wieder einmal zwischen Skopje und Sofia umstritten." 

Eine bilaterale Kommission hatte 2022 empfohlen, Samuil als Anführer eines Staates zu bezeichnen, „den die meisten zeitgenössischen Geschichtsschreiber als Bulgarisches Reich ansehen“, das im heutigen Nordmazedonien angesiedelt war.

In Bulgarien wurde für die Rückkehr des mutmaßlichen Zaren-Leichnams ein Polizeiaufgebot von 750 Beamten im Zentrum von Sofia aufgefahren. Für den Anlass gab es Freifahrten mit der Bahn in die Hauptstadt. Samuil sollte laut dem staatlichen Sender BNT in einem marmornen Sarkophag in der Sophienkirche aus dem sechsten Jahrhundert seine letzte Ruhestätte finden.




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