Tierseuche: Experte über Geflügelpest: Vogelzug birgt nur wenig Risiko
Zugvögel könnten das Vogelgrippe-Virus in ihre Rastgebiete tragen. Warum ein Experte trotzdem nur geringe Risiken für hessische Geflügelhalter sieht.
Die Gefahr eines erneuten Aufkommens der Vogelgrippe in der hessischen Landwirtschaft durch den derzeitigen Vogelzug ist laut dem Experten Simon Thorn gering. Sollten die entsprechenden Wildvögel infiziert sein, würde sich das Virus in deren Rastgebieten verbreiten, sagte der Leiter der Staatlichen Vogelschutzwarte Hessen. Es bleibe in der Regel innerhalb der Wildvögelpopulation, die Gefahr eines Übergriffs auf Betriebe der Geflügelhaltung sei daher klein. Pauschale Schutzmaßnahmen hält Thorn nicht für erforderlich.
Die Vogelgrippe, auch Geflügelpest genannt, ist eine hochansteckende und bei vielen Vogel- und Geflügelarten rasch tödlich verlaufende Infektionskrankheit. Im vergangenen Jahr gab es einen folgenschweren Ausbruch in Deutschland, im Oktober 2025 wurden erste Fälle auch in Hessen nachgewiesen. Mehrere Einschränkungen für Geflügelhalter wurden angeordnet, Hühner, Gänse und Puten in den betroffenen Betrieben mussten getötet werden.
Derzeit ziehen wieder Tausende Kraniche auf ihrem Weg in die Winterquartiere über Hessen. Der erste Vogelzug wurde laut dem Naturschutzbund Nabu Hessen in Wetzlar am 14. Oktober gemeldet. Der Nabu erwartet bis zu 250.000 Vögel. Die Tiere fliegen von der Ostsee in ihre Winterquartiere im Südwesten Europas, Hessen liegt auf einer ihrer Flugrouten. Erkennbar sind Kraniche an ihren lauten Rufen und der V-förmigen Flugformation.
