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Октябрь
2026

Finanzen: Langes Warten auf Schuldnerberatung

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Wer in Hamburg Hilfe bei Schulden sucht, wartet auf ein erstes Beratungsgespräch teils mehrere Monate. Warum die Folgen der Verzögerung besonders schwer wiegen können.

Auf ein erstes Gespräch bei der öffentlich geförderten Schuldnerberatung muss man in Hamburg teils mehrere Monate warten. Je nach Anbieter lagen die Wartezeiten für eine Erstberatung zum Stichtag 30. Juni zwischen 21 und 138 Tagen, wie aus der Senatsantwort auf eine Schriftliche Kleine Anfrage des CDU-Bürgerschaftsabgeordneten Andreas Grutzeck hervorgeht.

Demnach wurden bei den acht öffentlich geförderten Beratungsstellen in den ersten sechs Monaten dieses Jahres 8.649 Kurz- und Notfallberatungen durchgeführt. Im gesamten vergangenen Jahr waren es laut Senat 16.786.

Teils mehr als vier Monate Wartezeit auf Erstgespräch

Die meiste Geduld mussten Schuldner zum 30. Juni dieses Jahres beim Diakonischen Werk mitbringen - mehr als vier Monate. Am schnellsten ging es den Angaben zufolge mit gerade einmal drei Wochen beim Verein Schuldenhilfe Sofort. Bei der Verbraucherzentrale Hamburg waren es 112 Tage. 

Über alle acht öffentlich geförderte Anbieter lag die Wartezeit auf eine Erstberatung bei durchschnittlich 85 Tagen. „Wartezeiten von mehreren Monaten erhöhen die Gefahr, dass Ratsuchenden nur noch die Privatinsolvenz als letzter Ausweg bleibt“, sagte Grutzeck.

Insolvenz-Quote schwankt zwischen Schuldnerberatungsstellen 

Auch hier gehen die vom Senat genannten Zahlen bei den verschiedenen Anbietern weit auseinander: Von den 231 im ersten Halbjahr durchgeführten Beratungen bei der Schuldenhilfe Sofort mündeten 207 in eine Einleitung der Insolvenzeröffnung, was einer Quote von knapp 90 Prozent entspricht. Beim Grone Bildungszentrum war dies im selben Zeitraum in nur 9 von 223 Beratungen der Fall. Die Quote lag damit bei vier Prozent.

„Auch wenn es ohne Zweifel Fälle gibt, bei denen eine Privatinsolvenz einen Neuanfang ermöglicht, fällt auf, wie unterschiedlich der Anteil der Privatinsolvenzen je nach Schuldnerberatung ist“, sagte der Sozialexperte der CDU-Fraktion. Eine Privatinsolvenz sollte nach Ansicht Grutzecks der letzte Ausweg sein und nicht der Standard. „Dies zeigt, dass die Schuldnerberatung offenbar zumeist viel zu spät erfolgt.“


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