Krieg in Nahost: Iran droht Deutschland mit "vernichtendem Schlag"
Der Bundeskanzler hat in Südkorea die Folgen des Iran-Kriegs für Europa beziffert. Teherans Außenminister antwortet mit einer Drohung – und kramt ein altes Merz-Zitat hervor. Irans Außenminister Abbas Araghtschi hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) und Europa mit einem "vernichtenden Schlag" gedroht. Auf der Plattform X reagierte er auf ein Video von Äußerungen, die Merz am Freitag in Seoul gemacht hatte. Der Iran-Krieg hatte Ende Februar mit Angriffen der USA und Israels begonnen. Seitdem blockieren die iranischen Revolutionsgarden de facto die Straße von Hormus , die weltweiten Energiepreise sind gestiegen. Zuletzt wurde über neue US-Angriffe nach den Kongresswahlen am 3. November spekuliert. Merz beziffert Kosten auf mehr als 100 Milliarden Euro In Seoul hatte Merz alle Konfliktparteien zu einer diplomatischen Lösung aufgerufen. "Dieser Konflikt lässt sich nicht militärisch lösen", sagte der Kanzler. Allein durch die gestiegenen Energiepreise seien Unternehmen und Verbrauchern in Europa in den vergangenen acht Monaten Kosten von mehr als 100 Milliarden Euro entstanden. Europa habe deshalb ein wirtschaftliches Interesse an einem schnellen Ende des Konflikts. Araghtschi griff diese Zahl auf: "100 Milliarden Euro sind nichts im Vergleich zu dem vernichtenden Schlag, den die mächtigen Streitkräfte des des Iran gegen diejenigen austeilen werden, die es wagen, unserem Volk Schaden zuzufügen." Rote Linien gehörten der Vergangenheit an, schrieb er. Araghtschi erinnert an "Drecksarbeit"-Zitat In seinem Beitrag auf X kam der Außenminister auf eine Äußerung zurück, die mehr als ein Jahr zurückliegt. Merz habe die Angriffe Israels und der USA auf den Iran im vergangenen Jahr begrüßt – als "Europas Drecksarbeit". Tatsächlich hatte Merz im Juni 2025 am Rande des G7-Gipfels in Kanada im ZDF über die israelischen Angriffe gesagt: "Das ist die Drecksarbeit, die Israel macht – für uns alle." Die Äußerung stieß damals auf viel Kritik und Merz relativierte etwas: "Ich habe das so bezeichnet, muss man nicht wiederholen. Das kann man so oder so zum Ausdruck bringen."