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Behind the Lens – Rick Schubert: Die 5 verrücktesten Geschichten aus 10 Jahren MTB-Fotografie

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Rick Schubert ist mittlerweile einer der bekanntesten MTB-Fotografen Deutschlands und ist in den vergangenen Jahren um den Globus gereist, um diverse Freeride- und Rennteams fotografisch zu dokumentieren. Für MTB-News hat der Berliner einige seiner Karriere-Highlights zusammengefasst – und im Interview Rede und Antwort über seinen Werdegang vom ambitionierten 4x-Fahrer zum Foto-Profi gestanden.

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Diashow: Behind the Lense – Rick Schubert: Die Highlight-Storys aus 10 Jahren MTB-Fotografie
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Interview: Rick Schubert – vom Radfahrer zum Profi-Fotograf

Gregor – MTB-News.de: Hey Rick – fangen wir direkt mit deinem Background an. Du bist ja auch ein richtig guter Mountainbiker, wie kamst du zum Sport?

Rick Schubert: Ich bin aufgewachsen im Motorennsport – meine Familie ist Speedway und Motocross gefahren. Zwischendurch sind die Kids natürlich mal Fahrrad gefahren – eines Tages hat mich ein Freund mitgenommen zu einem Dirtjump-Spot. Und da hat es mich irgendwann gecatcht, mit 14, 15 Jahren bin ich am Wochenende nur noch dorthin. Irgendwann habe ich angefangen, Fourcross-Rennen zu fahren mit den anderen Jungs. Da war auch schon Aiko Göhler damals dabei. In Berlin konnte man damals nur Dirtjumps fahren – außerdem hatten wir eine Fourcross-Strecke.

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Fullies gab’s bei uns gar nicht – früher sind wir nur Dirtjumps gefahren. Ich kann mich daran erinnern, dass wir Bikepark-Trips gemacht haben – in Leogang sind wir die Hangman-Line mit dem Dirtjumper runtergefahren: eine Bremse, fast Slickreifen … das war super sketchy (lacht). So war das damals, wir sind echt mit einem Dreiergolf los, drei Leute, ein Zelt. Die ersten Trips waren echt witzig und aufregend.

Ich wurde irgendwann besser und bin dann auch Elite gefahren. Es kam dann das erste Fully, man ist in die Berge gefahren, hat mehr Leute kennengelernt und so weiter. Berlin ist fürs Mountainbike fahren nicht bekannt, aber wir hatten schon immer eine ziemlich starke Community. Die Leute sind sehr, sehr motiviert, man findet irgendwie immer jemanden zum Fahren. Das ist echt cool.

# Vor seiner Foto-Karriere ist Rick Schubert Fourcross-Rennen gefahren.

Wann kam dann der Übergang, dass du die Fourcross-Klickschuhe an die Wand gehangen und zur Kamera gegriffen hast?

Ich habe Maschinenbau studiert: Wie viele radfahrende Maschinenbaustudenten wollte ich meinen eigenen Rahmen bauen und habe sogar bei Grace mein Praxissemester gemacht. Das ist eine Tochterfirma von Nicolai und ich war auch bei Kalle in Lübbrechtsen, für ein paar Wochen. Ich habe allerdings gemerkt, dass im Maschinenbau nicht so mein Umfeld ist. Beim Fourcross fahren habe ich allerdings den Veit Hammer kennengelernt, der hat Fourcross.tv gemacht. Ich hab ihm dabei geholfen und angefangen, Fotos zu machen. Dann kam bei ihm Velo Motion auf, er hat mich da mit reingenommen und ich habe Produkte getestet und auch fotografiert.

Dann war ich mal verletzt und hab mir von einem Freund eine Kamera geschnappt und angefangen, Fotos am Dirtjump-Spot hier in Berlin zu machen. So konnte ich weiter Teil der Szene bleiben, am Sport sein, mit meinen Freunden abhängen und Fotos machen. Als ich dann gemerkt hab, das mit dem Maschinenbau-Studium ist nichts für mich, habe ich geschaut, ob ich etwas mit der Fotografie machen kann. In meiner unmittelbaren Umgebung gab’s damals schon den Sebastian Schieck und ich dachte mir, was er macht, ist ziemlich geil: Um die Welt reisen und Downhill fotografieren – das möchte ich auch machen.

# Bild: Zach Faulkner

Damals hatte ich noch keine richtigen Berührungspunkte damit und in Deutschland ist man ja immer sehr auf seinen Lebenslauf getrimmt und muss da etwas vorweisen. Also habe ich nach Fotografie-Privatschulen in Berlin geschaut und was man da lernen kann. Ich bin zu einer hin, wo stand: Kosten für die 36 Monate – 600 €. Dort meinte ich, die Kosten sind ja voll überschaubar und sie so: Rick, es kostet 600 € im Monat, nicht für die drei Jahre. Ich dachte mir: Ach du kacke, ok, wo ist die Tür? Ich geh’ dann wieder! Aber sie haben mir erzählt, dass es jedes Jahr ein Stipendium für einen Schüler gibt. Dort habe ich mich beworben, bin durch drei Runden in die letzte gekommen und hab es auch wirklich gewonnen.

Ich war dann die drei Jahre auf dieser Privatschule für Fotografie und Mediengestaltung, habe mich aber bereits nach 2 Monaten selbstständig gemacht. Die drei Jahre hab ich als Einstiegszeit genutzt und angefangen, mir was aufzubauen. Viele haben erst danach angefangen, sich Kunden zu suchen und ich konnte ohne Stress schauen, was geht und ein bisschen reisen. Die Ausbildung hat mir dann gar nicht so viel gebracht, leider. Mir war klar, dass ich Sport, Lifestyle und Porträt-Fotografie machen möchte. Aber es war cool, in die unterschiedlichen Bereiche reinzuschnuppern, die technischen Kenntnisse auszuweiten und sich etwas auszuprobieren.

Die Sportfotografie war also nicht Teil der Ausbildung?

Ja, es war viel Studio, Architektur und Fashion. Aber auch sehr coole Bereiche: Ein Jahr lang haben wir analog fotografiert und da wirklich alles gemacht. Ich bin supergerne in die Dunkelkammer gegangen und habe da Sachen ausprobiert. Zu Hause fotografiere ich eigentlich nur analog und fasse die digitale Kamera fast gar nicht an.

# Bild: Boris Beyer

Was genau hat dich an der Outdoor- und Rennfotografie so gereizt?

Zum einen natürlich das Radfahren – das ist meine Leidenschaft und begleitet mich schon immer. Ich kriege nicht genug davon. Zum anderen finde ich bei den Rennen die Atmosphäre um die Athleten total faszinierend. Was da in der Offseason an Training reingeht, die mentale Vorbereitung, das ganze Team drumherum. Es ist zwar ein Fahrer auf der Strecke und muss die Zeit runterfahren, aber da geht so viel in einen Rennlauf rein, in ein Rennwochenende. So viel Logistik und Vorbereitung – das finde ich total beeindruckend und spannend, es zu dokumentieren.

# Bild: Boris Beyer

Ein Studium an einer Privatschule benötigt man als Mountainbike-Fotograf also nicht – aber welchen Tipp würdest du einem Mountainbiker, der mit der Fotografie anfängt, geben?

Am besten einfach die Freunde nehmen, rausgehen und sich ausprobieren! Ich sitze gerade an einem kleinen Videoprojekt mit einem Freund und schaue mir dafür ganz viel Zeug von anderen Filmern an, das ich selbst gerne sehe, das ich mag, und versuche, das zu kopieren. Das ist ein guter Ansatz, um schnell besser zu werden: Sich Bilder anschauen, die man wirklich mag und erst mal versuchen, das zu kopieren, zu verstehen, was da gemacht wurde und was das Bild besonders macht. Dann einfach rausgehen und versuchen, das umzusetzen. Wenn man die Basics gut beherrscht und das gelernt hat, kann man gut seinen eigenen Stil entwickeln.

# Bild: Boris Beyer

Das klingt nachvollziehbar – vielen Dank, Rick!


5 Highlights aus 10 Jahren MTB-Fotografie

Aikos Weltmeisterschaft 2015

Für meine erste Story gehen wir ein ganzes Stück in der Zeit zurück. 2015 war mein erstes Jahr als selbstständiger Fotograf und ich hatte mich im Vorjahr vom aktiven Racing verabschiedet. Aiko Göhler war damals derjenige, mit dem ich durch Deutschland und Europa getourt bin. Aiko und ich haben uns im Alter von 15 kennengelernt. Wir haben gemeinsam geschaufelt, trainiert, auf Flughäfen geschlafen, gefeiert, Tischtennis gespielt, zeitweise sogar kurz zusammen gewohnt. Er ist, seit ich mit dem Radfahren begonnen habe, einer meiner engsten Freunde. 2015 war für ihn im Fourcross ein richtig starkes Jahr und wir sind gemeinsam nach Val di Sole zur Weltmeisterschaft gefahren. Im Vorfeld habe ich ihn häufiger ein bisschen gepiesackt und immer wieder aus Spaß gesagt, dass er Weltmeister werden würde, was er überhaupt nicht für voll nahm. Tomas Slavik war damals schon eine Instanz und war an einem normalen Tag unschlagbar, aber irgendwie hatte ich es im Gefühl, dass Aiko siegen wird. Der Abend des Rennens hatte im 64er-Finale angefangen und ich arbeitete mich mit meiner Kamera von Runde zu Runde die Strecke hinunter.

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Mein Equipment war für die damalige Zeit schon gar nicht so schlecht. Als ich mich dazu entschieden hatte, mich auf die Fotografie zu konzentrieren und das ernsthaft zu betreiben, habe ich meinen 3er Golf verkauft. Von dem Geld habe ich mir eine Canon 7D und ein 50 mm f1.8, der sogenannte Joghurtbecher, besorgt. Schnell konnte ich auf eine 5D MK III aufrüsten und hatte mir für Val di Sole ein 70-200 mm geliehen. Die Lichtbedingungen unter dem Flutlicht waren aber katastrophal und die Bildqualität der Kameras war damals bei High ISO wirklich schrecklich, ganz zu schweigen von meinen Erfahrungen, solch ein Event zu fotografieren. Für mich fühlte sich aber jedes Bild wie ein Moneyshot an, es war immerhin die WM.

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Aiko fuhr ein grandioses Rennen. Seine Starts waren schwach, aber der Typ kann Kurven fahren und überholen. Ich hab mitgefiebert wie kein Zweiter und zeitweise waren mir die Bilder auch egal, es war einfach zu gut, meinen Kumpel so schön Fahrrad fahren zu sehen. Am Ende des Abends stand er mit Benedikt Last, Luke Cryer und Hannes Slavik im Finale und ich an der letzten Kurve mit Blick auf das Steinfeld und die Ziellinie, der perfekte Spot. Auf dem Bildschirm hatte ich gesehen, dass er auf dem dritten Platz lag und plötzlich haben sich vor ihm Benedikt Last und Hannes Slavik berührt – Aiko fuhr vorbei und bog als Erster in das Steinfeld ein. Ich habe ein Bild bekommen und als er an mir vorbeifuhr, bin ich losgerannt. Ich hab mich riesig für ihn gefreut. Benedikt Last und auch Steffi Marth hatten zudem Bronze geholt, was für das deutsche Team eine unglaubliche Leistung war.

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So grandios, wie der Abend war, umso schlimmer lief es am Folgetag. Übermüdet, wie man eben so ist auf einem World Cup, und so unerfahren wie ich war, habe ich es geschafft, nach dem Downhill-Finale am Samstag den Ordner mit den Fourcross-Bildern zu löschen. Der Papierkorb wurde geleert, um Speicherplatz zu schaffen, und alles war weg. Ich konnte mit der Hilfe von Sebastian Schieck im Nachhinein einige wenige Bilder wiederherstellen, aber leider nur fertig bearbeitete .jpg-Formate. Weil Aiko damals aber schon ein, zwei Sponsoren hatte, bekam ich die Möglichkeit, meine ersten Bilder zu verkaufen. Ich war total stoked und konnte mir neues Equipment kaufen.

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Die Bilder von dem Abend entsprechen überhaupt nicht mehr meinem heutigen Bildstil und umso cooler ist es, sie anzuschauen. Sie zeigen nicht nur, wie Aiko Weltmeister geworden ist, sondern auch meine Anfänge in der World Cup-Fotografie und in der Fotografie allgemein. Ich habe versucht, meinen Weg und meinen Stil zu finden.

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# Ein Doppelpodium für die deutsche Nationalmannschaft
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# Im Zielbereich wurde gefeiert …
# … und wie!
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NZ Blow Up

2017 war ein aufregendes Jahr für mich, denn ich flog das erste Mal über den großen Teich und das auch noch zum Arbeiten. Ich hatte Thomas (Paatz, Gründer von MTB-News, Anm. d. Red.) vorgeschlagen, mich nach Neuseeland und Tasmanien zu schicken, um die ersten beiden Enduro World Series-Rennen und Crankworx für MTB-News zu fotografieren und davon zu berichten. Tasmanien war zum ersten Mal Teil der EWS und es war spannend zu sehen, was die kleine Insel alles zu bieten hatte. Thomas fand die Idee cool, wir haben uns auf ein Budget geeinigt und ich machte mich an meine Reiseplanung. Ich reise schon immer sehr viel mit Sebastian Schieck (Berliner Fotograf, Anm, d, Red.), da wir nur wenige Minuten voneinander entfernt wohnen. Auch bei diesem Trip haben wir uns Mietauto, Bude und alles geteilt. Vor allem bei solchen Überseetrips ist so etwas super hilfreich, denn die Kunden zahlen in den seltensten Fällen ein Extrabudget für hohe Reisekosten oder Ähnliches – und ich kann euch sagen: Australien und Neuseeland sind nicht günstig!

# On the road mit Sebastian Schieck

Am Tag der Abreise war ich schon ziemlich aufgeregt, denn vorher bin ich maximal nach Barcelona oder London geflogen, da war das schon eine andere Nummer. Am Check-in war Sebe vor mir; alles lief glatt, auch der viel zu schwere Fotorucksack ging durch, und dann war ich an der Reihe. Die nette Dame am Schalter hat eine gefühlte Ewigkeit an ihrem Rechner Dinge eingetippt, gemurmelt und schlussendlich sagte sie mir, dass ich kein gültiges Visum für Australien hatte – ich hatte in meinem Antrag einen Zahlendreher beim Reisepass gemacht. Ich konnte es nicht glauben, ich hatte meinen ersten großen Trip schon vor der Abreise vergeigt. Wir haben noch versucht, ein Express-Visum zu beantragen, aber es war nicht genügend Zeit, und ich blieb zurück. Ich erinnere mich noch, dass ich eine ganze Weile auf dem Boden im Flughafen saß und mein Leben infrage gestellt habe … aber gut, ich brauchte eine Lösung. Ich bin zu meiner Freundin gefahren, hab die Airline angerufen, versucht, mir irgendwie eine Erstattung zu erquatschen, aber es half alles nichts und ich hab mir für 1.700 € eine neue Verbindung für den nächsten Tag gebucht. Mit allen Ausgaben und dem verpassten Flug war mein Budget damit aufgebraucht. Es gab natürlich die Option, dass ich nicht rüberfliege und Sebastian meinen Job übernimmt, aber ich wollte nicht als unzuverlässiger Typ dastehen. Es war mein erster großer Trip – ich mache das und wenn ich dabei nichts verdienen werde, ist das auch okay.

# Wald, Wasser und Berge. – Tasmanien ist überaus facettenreich und definitiv ein Besuch wert.

Gleich zu Beginn unserer Woche in Rotorua hat es wie aus Eimern geregnet. Ich glaube, es war schon der zweite Tag, an dem mein Telefon in der Hosentasche abgesoffen ist, und auch meine Hauptkamera, damals eine Canon 1DX, hat den Regen nicht überlebt und jegliche Dienste verweigert. Mein Budget war nicht mehr aufgebraucht, es stand ein fettes Minus davor. Sebastian hatte mir eine Kamera für den Rest der Woche geliehen, und ich setzte mich mit Canon in Verbindung. Ich erklärte meine Situation und sie waren bereit, mir eine Ersatzkamera zu stellen, die sie dann sogar nach Tasmanien in unsere Unterkunft geschickt haben, weil wir es nicht geschafft hätten, sie in Auckland abzuholen. Ihr CPS-Service war damals richtig geil, dem trauern viele etwas nach. Das Handy wurde auch bei einem An- und Verkauf durch etwas Günstiges ersetzt. Nach einer anstrengenden Woche in Tasmanien, in der es wieder einmal tropische Regenergüsse gab, beendete ich meine erste große Reise. Damals habe ich mich tierisch über all das geärgert, aber ich hab’s durchgezogen. Meine Reisepassnummer kenne ich seither auswendig und dennoch überprüfe ich sie bei jeder Eingabe mehrfach. Das werde ich wohl meinen Lebtag nicht mehr los.

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# Die Maori, Neuseelands Urvolk, ist in Rotorua stark verwurzelt und durfte bei der Eröffnungszeremonie natürlich nicht fehlen.
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# Cody Kelleys Eurotables werden einfach nicht langweilig.
# Sam Hill
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# Martin Maes
# Erst Speed, dann Style. Bei einem kurzen Abstecher auf die nahegelegenen Dirtjumps haut Iago Garay diesen fetten Whip raus
# Casey Brown voll fokusiert
# Joe Barnes flog regelrecht durch den engen Wald, mehrere Fehler hielten ihn jedoch zurück und so kam der schnelle Schotte lediglich auf Rang 12 ins Ziel
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# Mit Doublebackflips, 720s und seinen Tsunami Backflips katapultierte sich Nico Scholze bei seinem ersten Crankworx Slopestyle auf Rang 7
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# Die Strecke in Rotorua war ein ganz guter Vorgeschmack auf das, was die Fahrer in Lourdes in wenigen Wochen erwarten wird
# Auf der letzten Geraden gelang es Keegan Wrigt in jedem Lauf den Spieß umzudrehen. Hier schnappt er sich Barry Nobles und zieht ins große Finale ein
# Tomas Slavik attackiert die Fahnen im Slalom
# Zwar war Brook McDonald mit Rang 23 recht weit weg vom Sieg, haute aber diesen fetten Whip raus
# Tailwhip Drop von Yannick Granieri
# Richi Rude liegen solch schnelle und kraftvolle Strecken. Trotz diesen Rutschers belegte er am Ende Platz 4
# Eine kleine Stadt mit großem Engagement
# Die Flora und Fauna in Tasmanien war super beeindruckend
# Cecile Ravanel
# Eins meiner All Time Lieblingsbilder - Jared Graves in Derby
# Sven Martin mit Kamera im Mund auf der Suche nach dem nächsten Spot.
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# Derby ist bekannt für seine großen Felsformationen und diese eine Felsspalte, bei der die Fahrer extrem präzise sein müssen
# Zum Renntag in Derby hat es natürlich wieder stark geregnet. Dieses Steinfeld forderte nicht nur mich als Opfer, auch mehrere Fahrer.
# Wyn Masters, leicht lädiert, dreckig aber mit dickem Grinsen.

Der perfekte Tag – EDR Canazei 2025

Für mich persönlich ist Enduro definitiv die spaßigste Disziplin zum Fotografieren, auch wenn es in den meisten Fällen eine ziemlich komplexe Angelegenheit ist. Ein Downhill-Rennen hat seine ganz eigene Charakteristik, doch leider ändern sich die Strecken meist nicht stark genug, sodass eine gefährliche Routine entstehen kann. Denn, wenn man die Strecke schon einige Male geshootet hat, wird es immer schwerer, neue Perspektiven zu finden, es ist zäh und meist wenig zufriedenstellend.

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Auch wenn ein Austragungsort mehrere Jahre hintereinander ein Enduro-Rennen veranstaltet, variieren hier dann meist die Stages, die Liaisons sind anders, Startzeiten sind anders, womöglich gibt es einige Fahrerinnen und Fahrer außerhalb der Top-30-Gruppe, die fotografiert werden müssen, und schon liegt da ein großes organisatorisches Puzzle vor einem, das man bis zum Renntag gelöst haben muss. Dabei studiere ich Startlisten, gucke genau, wann welche Fahrerinnen und Fahrer in welche Stage droppen, schaue mir unterschiedliche Karten der Region an, um Trails bestmöglich und vor allem schnellstmöglich miteinander zu verbinden, sei das zu Fuß, mit dem Rad oder mit Auto, und all das mit einem klaren Ziel: am besten Spot zur richtigen Zeit zu sein.

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# Richie Rude startet in den Renntag

Canazei ist seit meinem ersten Besuch eine meiner Lieblingsregionen, deswegen hatte ich mich in der vergangenen Offseason sehr darauf gefreut, wieder in die Dolomiten zu reisen und dort zu shooten.

Das Rennen war auf zwei Tage aufgeteilt, mit jeweils drei und vier Stages. Den ersten Renntag habe ich am Roll-Out begonnen. Man kann in den Augen der Fahrerinnen und Fahrer die Anspannung sehen und doch gehen alle anders mit ihren Nerven um – für mich ein essenzieller Moment des Renntages. Pecedac, ein frischer und super spaßiger Loamer, war die erste Stage des Tages. Ich bin den Trail selber einmal gefahren und wusste, dass es 1–2 Spots kurz vor dem Finish geben würde. Vor allem an Tagen mit wenigen Stages versucht man so oft wie möglich, eine Remote-Kamera aufzustellen. Das bedeutet: am Spot ankommen, mögliche Perspektiven checken und die Remote aufbauen. Im besten Fall kann man mit einem Fahrer oder einer Fahrerin einen Probeshot machen und dann Belichtung anpassen, Framing anschauen und den Fokus checken. Die anderen Squids (interne Bezeichnung für World Cup-Fotografen, Anm. d. Red.) sind meist nicht weit und so ist man immer auf der Suche nach anderen Winkeln und Momenten, damit man nicht dasselbe fotografiert. Die eigentliche Zeit an der Stage ist relativ entspannt. Ich muss nie alle Fahrerinnen und Fahrer fotografieren und so kann ich auch mal andere Winkel ausprobieren und mich entscheiden, welchen ich für Fahrer XY nehmen möchte.

# Kurz vor dem Roll Out sieht man die unterschiedlichen Ansätze, wie sich die Fahrer auf den Tag mental vorbereiten
# Die Action auf S1 war etwas dürftig, zum Glück hat das Licht aber mitgespielt und für einen schönen Kontrast gesorgt. Fahrerin - Elly Hoskin
# Remotewinkel S1: Simona Kuchynkova

Meine Remote stand ein ganzes Stück unterhalb meiner Position und so musste ich, sobald ich mein Bild gemacht habe, aufspringen, den PocketWizard in die Luft halten und drücken, immer in der Hoffnung, dass sie auch wirklich auslöst. Sobald der letzte Fahrer durch war, habe ich eingepackt und es ging weiter zu Fassa and Furious, eine Stage, die wir alle schon aus den Vorjahren kannten. Sie lag am selben Hang wie S1 und somit waren die Transferzeiten extrem knapp für uns. Das Spiel beginnt von vorn: Stativ, Kabel und Kamera raus, die Remote aufbauen, einen Spot suchen, den die anderen Fotografen nicht machen, und schon kam der erste Fahrer. Bei S2 gab es keine Zeit, um Settings zu checken, der Shot musste passen. Ich wollte bei meinem Remotebild unbedingt die Berge versuchen zu zeigen, denn die hat man an dem Tag nie im Hintergrund gehabt, doch genau die machen aber die Region so besonders. Ich hatte mich in einer kleinen Schikane für einen Fish from Above und einen Head-On-Shot entschieden, da fast Alle n der Stelle eine sehr aggressive Position hatten.

# Jesse Melamed auf Stage 2. Im Hintergrund sieht man meine Remotekamera
# Remotewinkel S2: Fish from Above mit Ella Conolly

Für Stage drei, 9.90, fuhr ich die Passstraße hinab. Für uns Medienleute ist die Zeit zwischen den Stages unser eigenes Rennen und oftmals geht es wirklich um Sekunden. Ich wollte an denselben Spot, den ich auch schon im Training fotografiert hatte. Da hatte jedoch keines meiner Bilder geklappt: Die Remote hat nicht ausgelöst, wahrscheinlich weil ich den Auslöser im Stress nicht richtig gehalten habe und viele Fahrerinnen und Fahrer hielten an und standen dann vor mir. Diesmal lief alles glatt und auch der Marshall war immer so nett und versteckte sich für alle Fahrer hinter einem Baumstamm, damit ich keine gelbe Weste im Bild hatte. Es sind viele kleine Faktoren, die an so einem Tag zusammenkommen müssen, damit ich mit meiner Arbeit zufrieden bin. Beim Bearbeiten meiner Bilder habe ich gesehen, dass an dem Tag alles geklappt hat. Ich habe niemanden verpasst, die Remote hat immer ausgelöst, der Fokus für die wichtigen Athletinnen und Athleten ist nie abgehauen und die Lichtverhältnisse waren immer auf meiner Seite. Für solche Tage bereitet man sich intensiv vor und wenn alles zusammenkommt, ist das ein tolles Gefühl.

# JT Fisher auf Stage 3
# Remotewinkel S3: Dan Booker mit einem Plattfuß und wird von Slawomir Lukasik eingeholt
# Morgane Charre auf der letzten Stage des Tages

YT MOB

In den vergangenen Jahren hatte ich das große Glück, den YT MOB mit meiner Kamera begleiten zu dürfen. Schon in dem Übergangsjahr, in dem Oisin O’Callaghan Teil der Racing Dudes von Erik Irmisch war, bin ich mit den Jungs gereist und hatte eine tolle Zeit. Als dann der Plan für den neuen MOB geschmiedet wurde, durfte ich von Anfang an dabei sein und habe von Team Launches über Produkte, Portraits, Rennen auch die Freerider und einige Kampagnen fotografiert. Es war von Beginn an eine große Aufgabe, auf die ich aber total Bock hatte. Mir war bewusst, dass das Format des Teams besonders war, dazu wurden große Namen unter Vertrag genommen und ich wollte und musste meine Fotografie aufs nächste Level bringen.

# Dylan war auf seinen Sprüngen die unangefochtene Nummer eins was Höhe und Style anging.

Meine Kameraauslösungen sind in den letzten Jahren durch die Decke gegangen. Mein Auftrag war es vor allem, das Rennteam zu dokumentieren, und mit über 13 Wochen im Sommer war das eine super intensive und coole Erfahrung.

Eins meiner Highlights war der MOB Launch 2023. Um den gesamten Roster an Fahrerinnen und Fahrern vorzustellen, haben wir eine Woche in Italien verbracht, wo wir die Downhill- und Enduro-Teams begleitet haben, und sind anschließend nach Kalifornien zur YT Mill, um dort mit den Freeridern zu shooten.

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Kalifornien hat mich ziemlich umgehauen. Die Jungs um Fedko, Aggy und Stark haben richtig Gas gegeben. Das Wetter war super und wir konnten viele unterschiedliche Spots anschauen und shooten. Anthony Napolitan war auch dabei, der ein guter Freund von BMX-Legende Pat Casey war, RIP. Nach einer Session hatten wir den Abend frei und Anthony hatte organisiert, dass wir uns Pats Dreamyard anschauen durften. Schon in der Einfahrt war ein Airbag aufgebaut, wo Kids eine Session gefahren sind, und nachdem wir durch die Garage geführt wurden, hat uns Pat in seinem Garten empfangen. Es war abgefahren. Das Setup war im wahrsten Sinne ein Traum. Wir konnten uns ein wenig umschauen, die Jungs und Mädels sind etwas mit Pat und den anderen Fahrern gerollt und ich habe ein Bild machen können, was mir wahrscheinlich für den Rest meines Lebens im Gedächtnis bleibt: ein Flatspin von Pat im kalifornischen Sonnenuntergang. Hätte jemand meinem 15-jährigen Ich erzählt, dass ich mal Pat Casey kennenlernen dürfte und dann auch noch so ein Bild von ihm bekomme, hätte ich es niemals geglaubt. Ein sehr cooler und denkwürdiger Moment für mich.

# Erik Fedko mit einem super schönen Nac Nac zum Abschluss des Tages
# Dakoda Osusky
# Man hätte keine Messlatte so hoch aufbauen können, wie Dylan an dieser Hip gesprungen ist. Nur im Hochformat konnte ich die Dimensionen richtig zeigen
# No Dig No Ride.
# Graham Agassiz
# Fedko dreht sich über die Spine in Pat Caseys Dreamyard
# The man himself, Pat Casey.
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Oisins World-Cup-Sieg in Snowshoe 2023 ist außerdem ganz oben auf meiner Liste denkwürdiger MOB-Geschichten. Ich lag am ersten Trainingstag mit einer fiesen Erkältung im Bett und konnte mich kaum bewegen. Für die restlichen Tage schmiss ich mir Ibuprofen und Paracetamol im Wechsel ein, um irgendwie einen Hauch einer Chance zu haben, durch den Tag zu kommen. Als Oisin dann am Sonntag in seinen Finallauf startete, war ich ähnlich nervös wie zu Aikos Weltmeisterschaftsfinale 2015. Nachdem er mit der schnellsten Zeit ins Ziel kam, gingen alle Augen, wie schon so oft, auf Loic Bruni, welcher jedoch leider stürzte. Double OOs Gesichtsausdruck im Hotseat, als Ronan ihm sagt, dass er das Rennen gewonnen habe, werde ich niemals vergessen. Das war einfach zu gut.

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Ein weiteres Highlight war für mich Texis Digger Bike. Das Thema und wie es umgesetzt wurde, war Next Level. So ein Rad benötigt angemessene Bilder, und so habe ich die Farben aufgegriffen und mir eine Nacht um die Ohren geschlagen, um im Dunkeln eine Langzeitbelichtung zu perfektionieren. Am nächsten Tag war Texis Family da und wir haben ihm das Rad präsentiert. Jeder, der Christian etwas besser kennt, weiß um seine Affinität zu Baggern und wie der Zufall es will, haben wir ganz in der Nähe einen Steinbruch gefunden. Ich konnte die Nummer herausfinden und den Eigentümer davon überzeugen, uns eine halbe Stunde auf seinem Grundstück Bilder machen zu lassen. Die Jungs haben sogar einen Radlader genau so positioniert, wie ich es gern wollte. Texis ältester Sohn kommt ganz nach seinem Papa und es war total cool, die beiden mit großen strahlenden Augen in ihrem Element zu sehen. Das Familienfoto mit der ganzen Gang durfte am Ende natürlich auch nicht fehlen.

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# Mechaniker Patrick Eckl schaut nach den ersten Runs übers Rad
# ..da musste in der TAZ vor der letzten Stage nochmal der Hammer rausgeholt werden.
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Les Gets WM 2022

Die Downhill-Weltmeisterschaft 2022 in Les Gets war für mich ein absolutes Highlight aller Rennen, bei denen ich je war. Ich war schon 2019 zum World Cup in Les Gets und dachte, dass nichts dieses Rennen toppen könne. Amaury hatte 2019 gewonnen, vor Loic, und die Fans sind ausgerastet. 2022 war aber noch einmal eine ganz andere Erfahrung. Les Gets war im absoluten Ausnahmezustand. Mit dem XC-Rennen, den vielen Fans und der großen Expo, die sich durch den ganzen Ort erstreckt, ist es immer eine tolle und wirklich einmalige Atmosphäre. Man wusste, dass die französischen Fahrerinnen und Fahrer alles geben würden, um vor heimischem Publikum das Regenbogentrikot zu holen, und kein Fan wurde an diesem Wochenende enttäuscht.

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Im Vorjahr gab es aufgrund von starkem Regen zum Ende des Finales eine etwas verzehrte Ergebnisliste, doch 2022 war alles perfekt. Faire Bedingungen für alle sorgten für ein unglaubliches Spektakel. Sowohl bei den Frauen als auch bei den Männern sind die Fans total ausgeflippt und Vali und Loic haben sich den Titel geholt. Beim Durchschauen meiner abertausenden Bilder ist mir aufgefallen, dass fast immer französische Line Coaches im Hintergrund sind.

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Auch mit dem Wissen, wer auf dem Podium stand, habe ich bemerkt, dass diese Fahrer auf fast jedem meiner Bilder unglaublich aggressiv aussahen. Der Blick, die Körperposition, der Fokus – alles sieht nach 100 % aus. Man konnte sehen, wie sehr sie es wollten.

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Das französische Trio aus Vergier, Pierron und Bruni auf dem Podium war sicher in jeder nationalen Nachrichtensendung zu sehen. Etliche Fans sind auf die Hausdächer geklettert, um sich das Podium anschauen zu können, und wenn die französische Nationalhymne vorher schon mal laut gesungen wurde, seid euch sicher, diesmal war sie lauter. Nach der Siegerehrung wurden die Drei von einer Polizeieskorte zum Antidoping gebracht und wie ich mich auf den Weg in meine Unterkunft gemacht habe, kamen sie zu dritt, stehend auf dem Heck eines Buggys zurück in die Stadt gefahren. Polizei um sie herum, hunderte Fans bejubelten sie – sie hatten eine absolute Superhelden-Aura. Dass unser, im Verhältnis gesehen kleiner Nischensport solch einen Moment kreieren kann, hätte ich niemals für möglich gehalten, das war für mich der prägende Moment der WM-Woche.

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Was ist dein Highlight unter Ricks Fotos? Über welches Event würdest du gerne mehr wissen?

Bilder & Text: Rick Schubert | Interview: Gregor Sinn



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