Добавить новость
ru24.net
World News in German
Январь
2026
1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
31

Rentenbank-Agrarbarometer: Betriebe schließen – Landwirte sorgen sich

0
Viele Bauern in Deutschland geben ihre Betriebe auf. Preise, Bürokratie und Politik belasten das Geschäft. Eine neue Auswertung zeigt, wie tief verunsichert die Branche ist. Die Sorgen der Landwirte nehmen spürbar zu. Wie das neue Agrarbarometer der Rentenbank zeigt, das t-online exklusiv vorliegt, ist die Stimmung auf den niedrigsten Wert seit Ende 2021 gefallen (minus 2,4 Punkte). Dabei steht die Landwirtschaft derzeit nicht vor einem akuten wirtschaftlichen Einbruch. 73 Prozent der befragten Betriebe bewerten ihre aktuelle Lage als befriedigend oder besser. Doch fast jeder zweite Landwirt rechnet damit, dass sich die wirtschaftliche Situation verschlechtern wird. Die Erwartungen der Betriebe für die nächsten zwei bis drei Jahre liegen auf einem Tiefpunkt (minus 4,6 Punkte). Die Branche befindet sich in einem tiefgreifenden Wandel. Die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe in Deutschland ist seit dem Jahr 2000 um mehr als 44 Prozent gesunken, teilte das Statistische Bundesamt mit. Zurück bleiben weniger, dafür größere und kapitalintensivere Höfe. Dieser Strukturwandel hat sich zuletzt zwar verlangsamt, doch weiterhin geben jedes Jahr viele Bauern auf. Diese wirtschaftliche Realität bildet den Hintergrund für die wachsende Verunsicherung, die sich im Agrarbarometer niederschlägt. Deutliche Spaltung in der Landwirtschaft Die Ergebnisse offenbaren eine Spaltung innerhalb der Landwirtschaft. Ackerbaubetriebe bewerten ihre aktuelle Lage im Durchschnitt schlecht (minus 2,1 Punkte). Sie leiden unter niedrigen Getreidepreisen und Druck durch Importe. 44 Prozent der Landwirte mit negativer Einschätzung nennen die Verkaufspreise für pflanzliche Erzeugnisse als zentralen Grund. Tierhaltende Betriebe schneiden dagegen besser ab. Rinder- und Milchviehhalter bewerten ihre Lage mit plus 3,1 Punkten, Schweine- und Geflügelhalter mit plus 0,4 Punkten. Das liegt an den hohen Erlösen für tierische Produkte. 48 Prozent der Landwirte mit positiver Einschätzung nannten die Verkaufspreise für tierische Erzeugnisse als Grund für ihre gute wirtschaftliche Lage. Proteste gegen Butterpreise Rinder- und Milchviehhalter verfügen derzeit über die solideste Ausgangslage. Auch bei der Liquidität liegen sie mit plus 4,4 Punkten deutlich vor dem Ackerbau. Dennoch blicken sie am sorgenvollsten in die Zukunft. Für die kommenden Jahre bewerten Milchvieh- und Rinderhalter ihre Perspektive am schlechtesten. Das hängt wohl auch mit den stark schwankenden Preisen für Milchprodukte zusammen. So senkten Discounter den Preis für Butter im vergangenen Weihnachtsgeschäft auf 99 Cent pro Packung. Milchbauern protestierten daraufhin vor Zentrallagern des Handels und warnten vor einem neuen Preiskampf. Preise für Schweinefleisch schwanken extrem Ein gemischtes Bild zeigt sich bei Schweine- und Geflügelhaltern, die in dem Agrarbarometer zusammen geführt werden. Nach einem Höhenflug in den vergangenen zwei Jahren bewerten sie ihre aktuelle Lage nur noch als befriedigend. Dafür blicken sie jedoch von allen Betriebsformen am zuversichtlichsten in die Zukunft. Dieser Optimismus wird jedoch nach Informationen der Rentenbank vor allem von Geflügelhaltern getragen, denn die Nachfrage nach Geflügelfleisch wächst in Deutschland kontinuierlich. Die Erzeugerpreise für Schweinefleisch schwanken derweil extrem. Neben volatilen Preisen belasteten Tierseuchen das Geschäft im vergangenen Jahr zudem. Durch den Ausbruch der afrikanischen Schweinepest waren zeitweise keine Exporte ins Ausland mehr möglich. Die schwierigen Bedingungen haben zu einer drastischen Konsolidierung bei den Schweinezüchtern geführt. Die Anzahl der Betriebe hat sich zwischen 2010 und 2025 von 33.500 auf 15.250 halbiert. Bürokratie und Politik als Dauerbelastung Die verbliebenen Betriebe müssen zudem strengeren Vorgaben in der Schweinezucht gerecht werden. So will die Bundesregierung ein neues Tierhaltungskennzeichen für Schweinefleisch einführen. Das verpflichtende Label sollte ursprünglich bereits 2024 greifen, wurde jedoch mehrfach verschoben. Die schwarz-rote Koalition hat vergangene Woche angekündigt, das System grundlegend zu überarbeiten und frühestens Anfang 2027 einzuführen. Solange fehlt vielen Schweinehaltern jedoch die Planungssicherheit, um Investitionsentscheidungen über Stallumbauten zu treffen. Nikola Steinbock, die Vorstandsvorsitzende der Landwirtschaftlichen Rentenbank, sagt t-online dazu: "Die Landwirtschaft ist eine kapitalintensive Branche. Investitionen bedeuten für Landwirtinnen und Landwirte oft einen Planungshorizont von zehn bis zwanzig Jahren." Wer heute in den Umbau eines Stalls investiere, müsse sicher sein, "dass die Tiere auch in fünf oder zehn Jahren noch unter diesen Bedingungen gehalten werden können". Laut dem Agrarbarometer sind die politischen Vorgaben und ihre Einhaltung die zentralen Probleme der Landwirte. 32 Prozent nennen Bürokratie als wesentlichen Belastungsfaktor, 24 Prozent verweisen auf die Agrarpolitik. Für die Zukunft sehen sie sogar noch schwärzer: Rund 40 Prozent bewerten die künftige Agrarpolitik negativ. Nur ein Thema belastet die Bauern noch mehr: Betriebsmittelpreise. Fast die Hälfte der Befragten klagt über hohe Kosten für Dünger, Futtermittel, Energie und Baustoffe. Diese sind zuletzt zwar nicht mehr so stark gestiegen, doch liegen nach den Inflationsjahren 2023 und 2024 weiter auf einem hohen Niveau. Investitionen wollen weniger Geld investieren Trotz der trüben Stimmung investiert ein Großteil der Betriebe weiter. 78 Prozent haben in den vergangenen zwölf Monaten investiert. Besonders häufig fließt das Geld in Maschinen und Stallbauten. Allein im Stallbereich liegt das durchschnittliche Investitionsvolumen bei rund 280.000 Euro. Nach langen Verhandlungen : Mercosur-Freihandelsabkommen unterzeichnet Von der Leyen exklusiv bei t-online: Mercosur ist ein klares Signal an die Welt Für das kommende Jahr planen jedoch nur noch 62 Prozent der Bauern Investitionen. "Im ganzen Land ist eine spürbare Zurückhaltung bei geplanten Investitionen zu beobachten – das gilt auch für die Landwirtschaft", sagt Steinbock. Die Rentenbank-Chefin sehe aktuell, "dass die großen Investitionen eher ausbleiben und Landwirte Ersatzinvestitionen tätigen". Insgesamt ergebe sich ein durchwachsenes Bild der Landwirtschaft in Deutschland. Steinbock spricht von einer Branche, in der "Unsicherheit und Zuversicht gleichzeitig" spürbar seien – viele glaubten an ihre Zukunft, warteten aber mit großen Entscheidungen ab. Für das Agrarbarometer wurden rund 1.000 Landwirte sowie 150 Lohnunternehmen befragt. Letztere sind landwirtschaftliche Dienstleister, die Arbeiten für Betriebe übernehmen, selbst aber keine eigenen Höfe bewirtschaften. Die Rentenbank erhebt Stimmungsbilder aus der Branche bereits seit den frühen 2000er-Jahren.



Moscow.media
Частные объявления сегодня





Rss.plus
















Музыкальные новости




























Спорт в России и мире

Новости спорта


Новости тенниса