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Hanfmann bietet großen Kampf gegen Alcaraz: "Seine Bälle kamen wie Bomben"

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Der Deutsche Yannick Hanfmann bietet gegen Carlos Alcaraz eine formidable Vorstellung. Dennoch muss er sich dem Champion in drei Sätzen geschlagen geben. Das fünfte Spiel des zweiten Satzes hätte vielleicht die Wende bringen können für Yannick Hanfmann. Er hatte Carlos Alcaraz mit Weltklassetennis in Bedrängnis gebracht, wie schon im ersten Satz. Der Spanier zeigte auch in diesem fünften Spiel Nerven. Er wackelte, aber er fiel nicht. Kurz vor dem Aufschlag zum möglichen Spielgewinn gab es einen kuriosen Irritationsmoment. Ein Zuschauer rief von den Rängen "Carlos Nadal". Die Arena gluckste vergnügt. Es war eine Referenz auf Alcaraz' spanischen Landsmann Rafael Nadal , einen der größten Champions der Tennisgeschichte. Alcaraz hielt inne, er schaute kurz zum Zuschauer, schüttelte ungläubig den Kopf. Dann schlug er ein Ass und holte sich das hart umkämpfte fünfte Spiel. Auf dem Weg zu seiner Bank schmunzelte er, als müsse er noch einmal über diese Wortschöpfung nachdenken. Carlos Nadal. Es hatte etwas von Majestätsbeleidigung, aber ganz falsch war es nicht, was der Zuschauer da von sich gab. Denn Alcaraz ist auf dem bestem Weg, ebenso groß und erfolgreich zu werden wie sein Landsmann Nadal. Im Spiel gegen Hanfmann tat sich Alcaraz allerdings zunächst schwer. Das allein sagt schon viel über die Leistung seines Kontrahenten aus Deutschland. Alcaraz: "Seine Bälle kamen wie Bomben" Beim Stand von 5:4 war Hanfmann nur zwei Punkte vom Satzgewinn entfernt, erst im Tiebreak holte sich Alcaraz den ersten Durchgang – nach 78 Minuten. Der Weltranglistenerste ballte nach dem Satzgewinn die Fäuste, schrie seine Erleichterung über den Court. "Ich wusste, dass er gut spielen würde. Aber es war am Anfang schwerer als gedacht", räumte Alcaraz im Interview nach dem Match ein. Wie gut Hanfmann gespielt hatte, macht dieser Satz des Spaniers klar: "Seine Bälle kamen wie Bomben." Für Hanfmann war der verlorene erste Satz enorm bitter. "Das ist keine leichte Situation. Du weißt, wir haben jetzt eineinhalb Stunden auf hohem Niveau gespielt, und jetzt musst du trotzdem noch drei Sätze gegen die Nummer eins der Welt gewinnen", sagte er. "Deshalb ist es über Best-of-Five so brutal schwer, die Topjungs zu schlagen." Hanfmann bot an diesem Nachmittag eine famose Vorstellung in der Rod-Laver-Arena. Er rief sein ganzes Repertoire ab, zeigte präzise Aufschläge, peitschende Vorhände, gefühlvolle Lobs und klug getimte Netzangriffe. Es war eine äußerst reife, fast komplette Leistung, die der 34-jährige Karlsruher gegen den Topfavoriten auf die Turnierkrone bot. Wären da nicht die "unforced errors", die vermeidbaren Fehler, gewesen. In den entscheidenden Momenten dieses über weite Strecken ausgeglichenen Spiels fehlten ihm oft nur Millimeter zum Punktgewinn. Wie Rafael Nadal zu seinen besten Zeiten Der erste Satz dieses Matches war sicher einer der besten, die dieses Turnier bislang gesehen hat. Doch in den entscheidenden Situationen stellte Alcaraz unter Beweis, warum er derzeit das Maß aller Dinge im Herren-Tennis ist. Er traf die Bälle einfach mit einer begnadeten Souveränität, die wahre Champions auszeichnet. Eben wie Rafael Nadal zu seinen besten Zeiten. Dennoch zollte er seinem Kontrahenten hinterher das verdiente Lob. Er sprach über frühere Begegnungen der beiden auf der Challenger-Tour und darüber, wie wenig die Weltranglistenplatzierung bisweilen über die wahre Spielstärke eines Athleten aussagt. "Yannick hat einen Stil, mit dem ich nicht so wirklich gut klarkomme", sagte Alcaraz. Hanfmann war vor diesen Australian Open 101. der Weltrangliste. Alcaraz führt die Liste an. An diesem Nachmittag auf dem Centre Court war von diesem Klassenunterschied über weite Strecken nicht viel zu sehen. Die Zuschauer quittierten das Match, das am frühen Nachmittag (Ortszeit) begonnen hatte, denn auch zu Recht mit frenetischem Applaus. Für Hanfmann dürfte die Erkenntnis bleiben, dass er es mit dieser Leistung beim nächsten Grand-Slam-Turnier weiter schaffen kann als in die zweite Runde. Vorausgesetzt, er trifft dann nicht wieder auf Carlos Nadal.



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