"München Mord: Im Zweifel für den Zweifel": Großes Finale für Christoph Süß
Christoph Süß verlässt "München Mord". Am 31. Januar zeigt das ZDF seinen finalen Auftritt als Kriminalrat Zangel.
Schwerer Abschied für Krimifans: Kabarettist, Moderator und Schauspieler Christoph Süß (58) ist ein letztes Mal als Kriminalrat Zangel bei "München Mord" zu sehen. Am Samstag, den 31. Januar, zeigt das ZDF um 20:15 Uhr die Folge "Im Zweifel für den Zweifel" - und damit die Abschiedsepisode eines Publikumslieblings. "Christoph Süß verabschiedet sich aus privaten Gründen aus der Ermittlerriege", heißt es vom Sender.
Für Christoph Süß endet mit dieser Folge ein Kapitel. Seit dem Start von "München Mord" gehörte er als herrlich selbstverliebter und opportunistischer Kriminalrat Zangel zur Kultreihe um die Kellerkommissare. Seine bissigen Kommentare und sein ungläubiges Staunen über die unkonventionellen Methoden seiner drei Ermittler wurden zum Markenzeichen. Wie es ohne ihn weitergeht, bleibt abzuwarten.
Seine Krimikollegen widmen dem Schauspieler rührende Abschiedsworte. "Eine Legende geht...", schreibt Marcus Mittermeier in seinem Instagram-Post über den geschätzten Zangel-Darsteller, "streng, opportunistisch, immer verzweifelt nach oben buckelnd und nach unten tretend. Niemand konnte das so gut wie Kriminaloberrat Helmut Zangel".
Weiter heißt es in der Nachricht zu zwei Fotos, auf denen Süß lässig als Zangel posiert: "Vielen Dank für 12 wunderbare Jahre. Du warst für mich immer ein sauguter Partner, ein toller Kollege und wundervoller Schauspieler. Top vorbereitet. Komödiantisch auf allerhöchstem Niveau. Eine Bereicherung für das Ensemble von 'München Mord' und Deine freundliche Art, nie aufdringlich, nie oberflächlich, gab uns im kalten Keller mehr Wärme, als jeder Heizstrahler."
Und Kollegin Bernadette Heerwagen schreibt auf Instagram zu einem Umarmungsfoto: "Dass er heute zum letzten Mal da ist, hinterlässt eine Lücke. Man vermisst nicht nur den Kriminaloberrat, sondern auch diese leise Intelligenz, dieses Nicht-Gefällige, das Christoph eingebracht hat. Herzlichsten Dank, lieber Christoph!! Wir vermissen Dich sehr... Nicht nur im Keller."
Mord in der Münchner Gourmetszene
In "Im Zweifel für den Zweifel" von Regisseur Anno Saul verschlägt es die drei Kommissare Angelika Flierl (Bernadette Heerwagen), Harald Neuhauser (Marcus Mittermeier) und Ludwig Schaller (Alexander Held) in die gehobene Gastronomie. Der Sternekoch Maximilian Dobek (Manuel Cortez) wurde erschlagen aufgefunden. Ausgerechnet am Tag seines Todes hatte ihn sein Arbeitgeber Franz-Josef Penkofer (Lukas Turtur), Inhaber des Gourmettempels Tanoshimi, vor die Tür gesetzt. Ein Gast hatte sich über die Qualität eines Filets beschwert - nicht zum ersten Mal.
Schnell gerät Oliver Gerg (Shenja Lacher) ins Visier der Ermittler. Der Koch hatte einst unter Dobek gearbeitet, nachdem eine Verurteilung wegen Totschlags seine eigene Karriere als Chefkoch beendet hatte. Sechs Jahre saß Gerg im Gefängnis. Nun ist er erst kürzlich entlassen worden - und beteuert seine Unschuld.
Ein Staatsanwalt mit fragwürdiger Vergangenheit
Pikant wird es, als sich der unzufriedene Restaurant-Gast als Staatsanwalt Benedikt (Thomas Loibl) entpuppt. Ausgerechnet er hatte damals im Totschlagsfall gegen Gerg ermittelt. Nun setzt er alle Hebel in Bewegung, um die Kommissare bei ihrer Arbeit zu beeinflussen. Flierl, Neuhauser und Schaller lassen sich davon nicht beirren und entdecken bei der Durchsicht der alten Akten erhebliche Mängel in den Ermittlungen.
Die Patissière Sandra Erling (Pauline Fusban) liefert Gerg ein Alibi. Auch sein Ex-Freund Sascha (Adrian Topol) bestätigt, dass der Koch zur Tatzeit nicht am Tatort gewesen sein kann. Doch als die Ermittler mit Saschas aktuellem Partner Tim (Julius Feldmeier) zur Rolandsklause fahren, erwartet sie eine Überraschung...
Gedreht wurde im Münchner Tantris, wie Mittermeier auf Instagram verrät, "in einem der bekanntesten und stylischsten Restaurants in ganz Deutschland". Weiter heißt es in dem Post: "Und wenn die Profis vor der Kamera und die Köche an den Töpfen was zusammenbrauen, kommt Gutes raus".
Inspiration durch wahre Verbrechen
Das Drehbuch von Peter Kocyla orientiert sich thematisch am "Badewannenmörder-Fall", ein Justizirrtum, der in Deutschland für Schlagzeilen sorgte. Der zu Unrecht verurteilte Hausmeister Manfred Genditzki wurde nach 13,5 Jahren Haft 2023 freigesprochen, da neue Gutachten zeigten, dass der Tod der 87-jährigen Rentnerin 2008 in Rottach-Egern ein Unfall war. Der Freistaat Bayern einigte sich mit Genditzki im Januar 2026 auf einen Gesamtvergleich über eine Entschädigung von über 1,3 Millionen Euro.
