Seif al-Islam: Gaddafi-Sohn stirbt wohl bei Mordanschlag in Libyen
Saif al-Islam Gaddafi soll eine unrühmliche Rolle bei den Protesten in Libyen 2011 gespielt haben. Nun wurde der Sohn von Diktator Muammar al-Gaddafi wohl getötet. Einer der Söhne des früheren libyschen Machthabers Muammar al-Gaddafi, Seif al-Islam, ist gestorben. Sein Berater Abdullah Othman Abdurrahim erklärte am Dienstag auf Facebook, dass der 53-Jährige gestorben sei, ohne nähere Angaben zu machen. Sein Cousin Hamid Gaddafi sagte dem Rundfunksender al-Ahrar am Telefon, dass Seif al-Islam "als Märtyrer gefallen" sei. "Wir haben keine weiteren Informationen", fügte er hinzu. Mehreren Medien zufolge starb Seif al-Islam in der Stadt Sintan im Nordwesten Libyens. Sein Aufenthaltsort war zuletzt unbekannt gewesen. In Libyen herrschen seit dem Sturz von Machthaber Muammar al-Gaddafi im Jahr 2011 Chaos und Gewalt. Nach Angaben des Fernsehsender Al-Arabiya erschossen vier Angreifer Seif al-Islam in seinem Garten und flüchteten. Seif al-Islam wurde schon zum Tode verurteilt Seif al-Islam war lange Zeit als möglicher Nachfolger seines Vaters gehandelt worden und hatte sich vor dem Arabischen Frühling 2011 ein moderates und reformorientiertes Image gegeben. Dieser Ruf löste sich auf, als er angesichts der Protestbewegungen in den nordafrikanischen Ländern "Blutbäder" ankündigte. Muammar al-Gaddafi wurde im Zuge der Proteste gestürzt und von einem wütenden Mob getötet. Im November 2011 wurde er auf Grundlage eines Haftbefehls des Internationalen Strafgerichtshof (IStGH) im Süden Libyens festgenommen. 2015 wurde er von einem Gericht in Tripolis in Abwesenheit wegen Verbrechen während der Revolte, die zum Sturz seines Vaters führte, zum Tode verurteilt. Später wurde er von einer rivalisierenden Regierung im Osten Libyens begnadigt. 2021 hatte er angekündigt, für das Präsidentenamt kandidieren zu wollen, die Wahl fand jedoch nie statt.