Shimano-Studie 2026 Deutschland: Meister im Warten auf Werkstatt-Termine
Shimano hat die vierte Ausgabe seines „State of the Nation“-Reports veröffentlicht. Die repräsentative Studie, für die 25.000 Menschen in ganz Europa befragt wurden, liefert aktuelle Daten zur Wahrnehmung der Fahrradinfrastruktur, der Sicherheit von Kindern und dem Zugang zu Wartungsdiensten.
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Der Bericht, der in Zusammenarbeit mit einem Marktforschungsinstitut erstellt wurde, zielt darauf ab, den aktuellen Status der Fahrradnutzung in Europa abzubilden. In Deutschland, wo 96,5 % der Bevölkerung angeben, jemals ein Fahrrad besessen zu haben, und 74,1 % aktuell eines besitzen, liegt der Fokus der Auswertung unter anderem auf der Service-Infrastruktur und dem subjektiven Sicherheitsgefühl.
Wartezeiten als Faktor bei der Fahrradwartung
Ein zentrales Thema der Studie ist der Zugang zu Reparatur- und Wartungsdienstleistungen. Europaweit geben rund 121 Millionen Menschen an, dass sie aufgrund von Hindernissen in diesem Bereich weniger Fahrrad fahren. Für Deutschland weisen die Daten eine Besonderheit bei der Art der Hindernisse aus.
Während in anderen europäischen Regionen oft die Distanz zur nächsten Werkstatt oder die Kosten als primäre Hürden genannt werden, stehen in Deutschland zeitliche Aspekte im Vordergrund:
- Wartezeiten: 33,1 % der Befragten in Deutschland, die auf Wartungsbarrieren stoßen, nennen lange Wartezeiten im Fahrradgeschäft als Hauptgrund. Dies ist der höchste Wert im europäischen Vergleich.
- Auswirkung auf die Nutzung: Europaweit geben 26,9 % der Betroffenen an, Reparaturen selbst durchzuführen, während 16,4 % das Radfahren zeitweise ganz einstellten.
- Nutzungseinschränkung: Von den europaweit Betroffenen gaben 20,7 % an, weniger häufig Fahrrad zu fahren, und 21,8 % wichen verstärkt auf andere Verkehrsmittel aus.
Wahrnehmung der Sicherheit für Kinder
Ein weiterer Schwerpunkt des Berichts ist die Einschätzung, ob das Radfahren für Kinder in den letzten zwölf Monaten sicherer geworden ist. Die Ergebnisse für Deutschland zeigen ein zurückhaltendes Stimmungsbild.
65 % der befragten Deutschen stimmen der Aussage nicht zu, dass sich die Sicherheit für Kinder im Straßenverkehr verbessert habe. Ein Blick auf die Nachbarländer zeigt Unterschiede bei der sogenannten Nettodifferenz (Zustimmung abzüglich Ablehnung): Während in Polen ein positiver Trend wahrgenommen wird (+41,0 %), liegt der Wert in Deutschland bei -1,61 %. In den Niederlanden fällt der Wert mit -22,7 % noch deutlicher negativ aus.
Bei den präferierten Maßnahmen zur Verbesserung der Sicherheit zeigen sich demografische Unterschiede:
- Jüngere Befragte (18–24 Jahre): Diese Gruppe nennt finanzielle Unterstützung für Fahrräder und Sicherheitsausrüstung als wichtigsten Faktor.
- Ältere Befragte (über 65 Jahre): Hier werden vor allem Aufklärungskampagnen befürwortet.
Beurteilung der Infrastruktur
Hinsichtlich der allgemeinen Fahrradinfrastruktur geben 41 % der Befragten in Deutschland an, dass sich diese in ihrer lokalen Umgebung im letzten Jahr verbessert hat. Dies ordnet Deutschland im europäischen Vergleich im unteren Bereich ein.
Der Bericht weist zudem auf geschlechtsspezifische Unterschiede in der Wahrnehmung hin. In Deutschland geben Frauen häufiger als Männer an, Verbesserungen bei der Infrastruktur zu bemerken; die Differenz beträgt hier 8 Prozentpunkte.
Die Studie merkt an, dass in Ländern mit bereits stark entwickelter Fahrradkultur, wie den Niederlanden (+4,1 %) oder Dänemark (+7,6 %), die wahrgenommenen Verbesserungen oft geringer ausfallen, was laut Bericht auf das bereits hohe Niveau und entsprechende Erwartungshaltungen zurückzuführen sein könnte. Zum Vergleich: In Polen liegt die Nettodifferenz bei +47,7 %.
Hintergrund zur Studie
Für den „State of the Nation“-Report 2026 wurden laut Shimano 25.000 Personen in Europa befragt. Die Stichproben sind repräsentativ gewichtet nach Alter und Geschlecht für die jeweiligen Länder.
Der Shimano „State of the Nation“-Report 2026
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