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Stimmung in Deutschland: Jeder vierte Ostdeutsche offen für einen autoritären Staat

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Laut dem neuen „Deutschland-Monitor“ bleibt die Unzufriedenheit mit der Demokratie hoch. Doch nur in Ostdeutschland hat dies stark mit der lokalen ökonomischen Lage zu tun.

Knapp die Hälfte der Ostdeutschen (49 Prozent) ist unzufrieden mit dem Funktionieren der Demokratie in Deutschland. 14 Prozent zeigten sich sogar „sehr unzufrieden“. In Westdeutschland liegt die Unzufriedenheit bei 38 Prozent, acht Prozent bezeichneten sich als „sehr unzufrieden“.

So lautet ein Ergebnis des diesjährigen „Deutschland-Monitors“ im Auftrag der Bundesregierung, den die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser (SPD) an diesem Donnerstag vorstellen will. Das 223-seitige Papier liegt dem stern vor. 

Gleichzeitig bekräftigt die Studie, dass fast alle Deutschen die Idee der Demokratie grundsätzlich unterstützen, nämlich 98 Prozent. Dieser Wert ist in Ost- und Westdeutschland gleich hoch.Allerdings fällt der Anteil der Menschen, die sich als „sehr zufrieden“ mit der Demokratie als Regierungsform bezeichnen, im Westen höher aus. Er liegt dort bei 76 Prozent – und im Osten bei 65 Prozent.

Die Zahlen bestätigen damit in etwa die Ergebnisse des „Deutschland-Monitors“ von 2024. Damals lag die Unzufriedenheit der Ostdeutschen mit dem Funktionieren der Demokratie bei 53 Prozent und damit sogar noch etwas höher.

Die aktuelle Erhebung basiert unter anderem auf einer repräsentativen Umfrage, die unter 4000 deutschsprachigen Menschen in der Bundesrepublik ab 16 Jahren mittels computergestützter Telefoninterviews durchgeführt wurde. Die Befragung fand vom 23. April bis zum 30. Mai 2025 statt – also in dem Zeitraum, in dem im Bund die aktuelle schwarz-rote Koalition die Regierung übernahm.

Wie viele sind diktaturaffin?

In der Analyse der Antworten halten die Wissenschaftler ein Fünftel (21 Prozent) der Gesellschaft – in Ostdeutschland ein Viertel (26 Prozent) – für empfänglich für autoritäre Ideen. So stimmen der Aussage „Was Deutschland jetzt braucht, ist eine einzige starke Partei, die den Willen des Volkes insgesamt verkörpert“ 35 Prozent der Ostdeutschen zu – und 26 Prozent noch teilweise. In Westdeutschland halten 30 Prozent der Westdeutschen diese Aussage für richtig, darüber hinaus sind 23 Prozent teils dieser Meinung.

Eine „starke Führungspersönlichkeit“, die „keine Rücksicht auf das Parlament nehmen“ müsse, präferieren 15 Prozent der Ostdeutschen. Weitere 22 Prozent wünschen sich zumindest teilweise einen solchen Anführer. Bei den Westdeutschen plädieren zehn Prozent dafür, weitere 20 Prozent sind geteilter Meinung.

Allerdings halten nur sechs Prozent der Ostdeutschen eine Diktatur „unter bestimmten Umständen für eine bessere Staatsform“ als die Demokratie. Weitere zwölf Prozent sind immerhin teilweise dieser Meinung. In Westdeutschland fallen diese Werte jeweils nur halb so hoch aus. 

Die statistischen Analysen zeigen laut den Wissenschaftlern, dass diktaturaffine Einstellungen auf mehreren zentralen Faktoren beruhen. So seien sie bei „in Ostdeutschland bzw. der ehemaligen DDR sozialisierten Menschen sowie Personen mit niedrigerem Bildungsniveau vermehrt anschlussfähig“. Auch die Wahrnehmung eines gesellschaftlichen Kontrollverlusts, eine schlechte Beurteilung der deutschen Wirtschaftslage und die Angst vor Statusverlust spielten eine wichtige Rolle.

Der stärkste Erklärungsfaktor sei die politische Selbstverortung, heißt es in der Studie. Unter jenen Menschen, die sich selbst als weit rechts positionierten, zeigten sich 61 Prozent wenigstens teilweise empfänglich für diktaturaffine Einstellungen. Unter AfD-Anhängern betrage dieser Anteil 50 Prozent.

Prosperität in Ostdeutschland ein bedeutender Faktor

Die Wissenschaftler der Universitäten Halle, Jena und Mannheim ließen zudem zusätzlich rund 4000 Interviews in zwölf besonders strukturschwachen oder -starken Landkreisen durchführen. Hier währte der Befragungszeitraum von Juli bis Ende September 2025. 

Die Ergebnisse zeigten, dass in Kreisen mit geringer Prosperität die Nähe zu autoritärem Gedankengut „signifikant häufiger“ existiere. 33 Prozent der Befragten äußerten demnach zumindest teilweise Unterstützung für diktaturaffine Einstellungen. Hingegen seien es „in den strukturstarken ostdeutschen Kreisen ebenso wie in allen westdeutschen Kreisen – unabhängig von der Strukturstärke – jeweils nur zwischen 21 und 24 Prozent“. 

Die jeweilige wirtschaftliche Situation korreliert laut den Wissenschaftlern in Ostdeutschland mit dem Vertrauen in die Demokratie und die Institutionen. Hingegen komme die Studie zu dem Ergebnis, dass „die politische Unterstützung in den westdeutschen Bundesländern von der regionalen Prosperität nahezu abgekoppelt“ ist.

Auch die Veränderungsbereitschaft der Menschen korreliere insbesondere in Ostdeutschland klar mit der ökonomischen und sozialen Situation. So lag dort in strukturstarken Kreisen der Anteil der Menschen, die von den Wissenschaftlern als „Transformationsbefürworter“ kategorisiert werden, bei zehn Prozent – und damit um sechs Prozentpunkte höher als in strukturschwachen Regionen. Gleichzeitig ist in den ärmeren Regionen die Gruppe der „Bewahrungsorientierten“ mit 25 Prozent überproportional vertreten.

„Die Akzeptanz von Veränderungen steigt mit den persönlichen Ressourcen der Menschen", sagte die Ostbeauftragte Kaiser dem stern. "Für mich bedeutet das: Faire Löhne, gute Bildung und ein starker Sozialstaat sind die Basis, um die Menschen mitzunehmen.“




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