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Trump fordert deutliche Zinssenkungen: US-Schulden explodieren

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Amerikas Schulden wachsen – und mit ihnen die Zinslast. Genau dort liegt das eigentliche Risiko. Können niedrigere Leitzinsen die Krise entschärfen? Die Vereinigten Staaten sitzen auf einem Schuldenberg von rund 38,56 Billionen US-Dollar . Allein binnen eines Jahres stieg die Bruttoverschuldung um 2,35 Billionen Dollar. Pro Tag kommen rund 6,43 Milliarden Dollar hinzu. Das sind Summen, die selbst für die größte Volkswirtschaft der Welt gewaltig sind. US-Präsident Donald Trump fordert deshalb niedrigere Zinsen. Er argumentiert öffentlich, das "amerikanische Volk" müsse entlastet werden. Niedrigere Zinsen bedeuten günstigere Kredite für Unternehmen und Verbraucher. Das kann Investitionen ankurbeln und den Konsum stützen. Doch Zinssenkungen haben noch einen zweiten Effekt: Sie verbilligen die Finanzierung der Staatsschulden. Je niedriger der Leitzins, desto günstiger kann sich der Staat neues Geld leihen – zumindest theoretisch. Trump erwartet mit einem neuen Chef an der Spitze der US-Notenbank deutlich sinkende Zinsen. Doch können Zinssenkungen den gewaltigen Schuldenberg wirklich entschärfen – oder verschieben sie das Problem nur in die Zukunft? Trump setzt auf neuen Fed-Chef Trump verbindet seine Zinserwartungen klar mit der Personalie an der Spitze der US-Notenbank Federal Reserve (Fed). Die Amtszeit von Fed-Chef Jerome Powell endet im Mai. Trump hatte bereits im vergangenen Monat angekündigt, den Finanzexperten Kevin Warsh als Nachfolger zu nominieren. Der US-Präsident griff am vergangenen Freitag Fed-Chef Jerome Powell erneut scharf an. "Wir haben einen sehr inkompetenten Fed-Vorsitzenden, der hohe Zinsen mag – und zwar aus politischen Gründen", sagte er vor der Presse. Mit neuem Personal würden die Zinsen jedoch "sehr deutlich" sinken. Ende Januar ließ die Fed den Leitzins nach drei Senkungen in Folge unverändert in der Spanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Anleger rechnen derzeit frühestens ab Juni mit einer weiteren Lockerung. Fed ringt um den Kurs – Hoffnung auf Lockerung Innerhalb der Fed herrscht derzeit keine Einigkeit über den weiteren Kurs. Die Protokolle der Zinssitzung Ende Januar zeigen: Die Diskussion verlief kontrovers. Zwei Direktoren, Christopher Waller und Stephen Miran, votierten für eine weitere Zinssenkung. Die Mehrheit entschied sich jedoch für eine Pause. Auch Austan Goolsbee, Chef des Notenbankbezirks Chicago , nährte Hoffnungen auf Lockerungen. Die Notenbank könne in diesem Jahr mehrere Zinsschritte beschließen, falls sich die Inflation weiter in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels bewege, sagte er dem Sender CNBC. Allerdings müsse man zunächst die eingehenden Daten abwarten. Inflation bedeutet, dass die Preise für Waren und Dienstleistungen steigen. Zuletzt ging sie in den USA spürbar zurück: Im Januar lagen die Verbraucherpreise 2,4 Prozent über dem Vorjahresniveau, nach 2,7 Prozent im Dezember. Währung erreicht Vierjahrestief: Warum der Dollar weiter abstürzt Gleichzeitig gewann der Arbeitsmarkt wieder an Schwung. Die Fed steht deshalb aktuell nicht unter akutem Druck, die Zinsen rasch zu senken. Ihr gesetzlicher Auftrag lautet: Vollbeschäftigung sichern und stabile Preise gewährleisten. Schuldenblase: Warum niedrigere Zinsen nicht automatisch helfen Die entscheidende Frage lautet jedoch: Reichen niedrigere Zinsen aus, um die Schuldenprobleme der USA zu lösen? Ökonomen zweifeln daran. Die Verschuldung ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen – und sie wächst weiter. Das Haushaltsdefizit, also die jährliche Lücke zwischen Einnahmen und Ausgaben, liegt derzeit bei rund sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Das BIP misst die gesamte Wirtschaftsleistung eines Landes. Laut Brett Ryan, leitender US-Volkswirt der Deutschen Bank, dürfte das Defizit bis zur Mitte der 2050er-Jahre in den zweistelligen Bereich klettern. Ein Blick in die Vergangenheit zeigt: In den 80er- und 90er-Jahren waren die Schuldenstände niedriger, die Zinsen jedoch höher. Heute ist es umgekehrt. Die Zinsen liegen moderat, doch der Schuldenberg ist so gewaltig, dass selbst normale Zinsniveaus den Haushalt stark belasten. Eine Senkung des Leitzinses erleichtert nicht automatisch die Rückzahlung der bestehenden Schulden. Zwar könnten neue Kredite günstiger werden. Doch die Gesamtschulden bleiben bestehen – und der Staat muss weiterhin Zinsen zahlen. Hinzu kommt ein Risiko: Billigere Kredite können die Nachfrage anheizen. Steigt die Nachfrage stärker als das Angebot, ziehen die Preise wieder an. Die Inflation würde steigen – und die Fed müsste die Zinsen womöglich erneut erhöhen. Damit wäre der kurzfristige Entlastungseffekt schnell verpufft. Kaum Spielraum für künftige Regierungen Bleiben Zinsen und Wirtschaftswachstum in den kommenden Jahren auf ähnlichem Niveau, gewinnt der Staat kaum Spielraum, um Schulden abzubauen. Hohe Zinszahlungen binden immer größere Teile des Haushalts. Geld, das für Zinsen verwendet wird, fehlt für Investitionen, Infrastruktur oder soziale Programme. Der Staat gerät in eine Art Zinsfalle: Er muss immer neue Schulden aufnehmen, um alte Verpflichtungen zu bedienen. Künftige US-Regierungen könnten dadurch in Krisenzeiten weniger handlungsfähig sein. Konjunkturprogramme oder Hilfspakete lassen sich schwerer finanzieren, wenn der Haushalt bereits stark belastet ist. Langfristig steigt zudem das Inflationsrisiko, wenn Staaten dauerhaft mehr ausgeben, als sie einnehmen. Zinssenkungen können kurzfristig entlasten. Doch ohne strukturelle Reformen und eine nachhaltige Haushaltspolitik lösen sie das Grundproblem nicht.



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