Olympia 2026: Deutscher Eisschnellläufer giftet gegen eigenen Verband
Fridtjof Petzold erhebt nach seinem Halbfinal-Aus bei den Winterspielen in Italien schwere Vorwürfe gegen die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft. Der deutsche Eisschnellläufer Fridtjof Petzold hat nach seinem Olympia-Aus heftige Kritik an der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) geübt. Der 28-Jährige beklagte nach seinem Halbfinal-Aus im Massenstart bei den Winterspielen in Italien eine unprofessionelle Führung des Verbands und ein gestörtes Verhältnis zum Allround-Bundestrainer Alexis Contin. "Mit der medialen Aufmerksamkeit muss man halt mal darauf aufmerksam machen, dass da ein paar Dinge schieflaufen", erklärte der gebürtige Sachse nach seinem Ausscheiden. Petzold sprach von einem grundsätzlichen Strukturproblem in der DESG und kritisierte, dass "sehr viele Familien einfach ihre Leute da reinbringen". Besonders problematisch sei die Nähe einiger Verantwortlicher zum Präsidenten Matthias Große. "Jeder hat da natürlich auch Angst, irgendwie was zu sagen, weil er um seinen Job besorgt ist, dass er ihn dann verliert", sagte Petzold. Gold und Silber im Bob: So steht Deutschland jetzt im Medaillenspiegel Mit Allround-Bundestrainer Contin vom Berliner Stützpunkt bestünden seit Ende der vergangenen Saison "persönliche Differenzen". Obwohl ihm die DESG vor der Saison "die bestmögliche Betreuung für alle Sportler" zugesichert habe, habe sich die Situation "in den letzten Wochen ein bisschen entgegengesetzt" entwickelt. Sportdirektorin wehrt sich gegen Vorwürfe Bei den Winterspielen kam es zu Auseinandersetzungen zwischen den Läufern der Teamverfolgung und Contin, was Petzold psychisch belastet habe. "Der Bundestrainer, der am meisten Kompetenz für den Massenstart hat, ist Alexis Contin", betonte er. "Ich habe mir dann auch gewünscht, dass er heute hier auf dem Eis steht. Das wollte er aber nicht." Stattdessen betreute ihn der niederländische Sprint-Bundestrainer Aart van der Wulp aus Erfurt. DESG-Sportdirektorin Nadine Seidenglanz, Contins Ehefrau, wies die Kritik zurück. "Er wurde vollständig betreut, so wie wir das gestern Abend festgelegt haben", sagte sie. "Wir kümmern uns um alle Athleten vollständig und haben nur das beste Interesse für die Athleten." Bereits zu Beginn der olympischen Wettbewerbe hatte ein "Sportschau"-Bericht über angebliche Unregelmäßigkeiten bei der DESG und ein belastetes Verhältnis zwischen Athleten und Verbandsspitze für Unruhe gesorgt. Die DESG-Führung kündigte eine Pressekonferenz nach den Winterspielen an. Von dieser Pressekonferenz erhoffe er sich "nichts speziell", erklärte Petzold. "Ich bin am ehesten gespannt, wie man sich da jetzt rausredet und wer der Sündenbock sein wird im Endeffekt."