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Massensterben im Streichelzoo: Virus tötet 72 Tiger - Kritik an Thailands Erlebnisparks

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Massensterben hinter Gittern: Ein Virus tötet Dutzende Raubkatzen in Chiang Mai – nun wächst der Druck auf die Betreiber der Tiger-Streichelzoos. Wie konnte sich der Erreger so rasant ausbreiten?

In zwei privaten Tigeranlagen in Nordthailand sind innerhalb weniger Wochen 72 Raubkatzen offenbar infolge eines Virusausbruchs verendet. Es handelt sich Medienberichten zufolge um das größte dokumentierte Massensterben in einer solchen Einrichtung in Thailand. Die Tragödie löste eine neue Debatte über Tiger-Erlebnisparks und die Bedingungen in solchen Einrichtungen aus. Tierschützer kritisieren schon seit Jahren "Streichelzoos", in denen Besucher gegen Gebühr mit Großkatzen posieren oder sie berühren können. "Diese Tiger starben so, wie sie gelebt haben – in Elend, Gefangenschaft und Angst", teilte die Tierrechtsorganisation Peta mit. "Es ist an der Zeit, dass die thailändische Regierung diese Betriebe endgültig schließt", forderte Jason Baker, Präsident von Peta Asien.

War das Futter verantwortlich?

Die Tiger lebten in Parks des touristischen Anbieters Tiger Kingdom in der Provinz Chiang Mai. Insgesamt wurden dort 246 Tiere gehalten. Bis zum 18. Februar starben nach Behördenangaben 72 Tiger. Einige Veterinäre äußerten die Vermutung, dass kontaminiertes Futter – darunter rohes Hühnerfleisch – eine Rolle gespielt haben könnte.

Nach Angaben der regionalen Verwaltungsbehörde breitete sich die Erkrankung seit Anfang Februar in mehreren Gehegen aus. Um welches Virus es sich handelte, ist noch unklar. Erste Untersuchungen ergaben mögliche Infektionen mit dem Felinen Parvovirus (FPV), einer hochansteckenden Krankheit, die oft tödliche Verläufe verursacht. Mittlerweile sprechen die Behörden jedoch auch vom ebenfalls tödlichen Caninen Staupevirus (CDV). Die endgültige virologische Analyse läuft noch.

Hohe Tigerdichte und Inzucht

Die betroffenen Anlagen wurden für 14 Tage geschlossen und unter Quarantäne gestellt. Die Gehege wurden desinfiziert und die Kadaver verbrannt. Gleichzeitig überwachen die Gesundheitsbehörden mehr als 100 Personen, die zwischen dem 8. und 19. Februar engen Kontakt mit Tigern in den Parks hatten. Bisher wurden keine Krankheitssymptome festgestellt. Nach offiziellen Angaben sind die nachgewiesenen Infektionen nicht auf Menschen übertragbar. 

Experten wiesen darauf hin, dass sich solche Erreger in Einrichtungen mit hoher Tierdichte rasant ausbreiten könnten. Auch könnte Inzucht das Immunsystem der Raubtiere geschwächt haben, zitierten Medien Fachleute. "Tiger Kingdom ist ein gewinnorientierter Betrieb, der Tiger ausbeutet", betonte Peta. Die Tiere verbrächten ihr Leben eingesperrt und angekettet, nur um für Fotos posieren zu müssen. "Viele wirken dabei so unnatürlich zahm, dass ernsthafte Fragen aufkommen, ob sie unter Drogen gesetzt wurden", sagte Baker.




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